Mittwoch, 24. Dezember 2008

Ein Zwischenspiel...



Man man man, zu nichts kommt man in diesem Vorweihnachtstrubel... morgen hoffentlich! Bis dahin ein Klassiker mit dem guten alten Bruce. Ich sag' nur "BAM"

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Hüllen aus der Hölle


Das verstößt doch sicher gegen sämtliche Menschenrechte:




Mehr Grausamkeiten gibt's hier.


Mittwoch, 17. Dezember 2008

Das Menetekel der Mützen

Wir leben offensichtlich in einer sehr üblen Welt. Eine Welt, in der das Böse nie schläft und allgegenwärtig ist. Aber mindestens genauso ruhelos und allgegenwärtig wie das Böse ist das Doofe, die unheimlichste Bedrohung, der sich die Erde gegenübersieht (und sie tut leider noch nicht einmal weh!). Zu keiner Zeit des Jahres ist dieses Menetekel augenscheinlicher als zur Weihnachtsmarktsaison. Dann nämlich setzt sich - wie von Zauberhand geführt - jeder Idiot eine Nikolausmütze auf... und es gibt sehr, sehr viele Idioten! Ich weiß auch nicht, finden die das lustig? Und wenn ja, was ist denn das bitte für ein kranker Sinn für Humor? Es führt kein Weg dran vorbei: der Mob trägt rot-weiß mit Zipfel! Diese Nikolausmützen sind für die Vorweihnachtszeit das, was rote Gummi-Nasen an Karneval sind: Aufsetzen und dazu gehören, obwohl man das ganze Jahr über einen Stock im Arsch hat und die Zähne nicht auseinander bekommt. Das wäre allerdings auch ohne Mütze aber mit fünf, sechs Glühwein möglich. Den Glühwein natürlich mit Schuss - wir sind ja nicht zum Spass hier! Natürlich! 
Oft rotten sich die Mützen-Seppls mit ihren dampfenden Tassen zu Grüppchen zusammen - aus einem ganz einfachen Grund: Sie kommen sich mit dem "Santa-Claus-Gedächtnis-Strumpf" auf der Birne doch irgendwie blöd vor. Deswegen setzen alle guten Kumpel aus dem Kegelclub (Jede Wette, dass einer im Club auf den Spitznamen "Mütze" hört!) einen auf und stehen es gemeinsam durch. Dass sich die Aushilfs-Kläuse selbst albern vorkommen, merkt der Weihnachtsmarktbesucher spätestens dann, wenn er die Mützen-Seppls über eine Tasse Glühwein anstarrt und schließlich nur betroffen den Kopf schüttelt. Mit Scham und einem dieser "Was-soll-ich-denn-machen?"-Seitenblick auf die Kollegen wenden sich die meisten ab. "Nimm die Scheiß-Mütze ab!" will man dann immer schreien, aber man tut es nie, weil dann würden wieder alle gucken und das Getuschel geht wieder los: "Immer die Besoffenen!", "Kann man hier nicht  in Ruhe mit Mütze stehen?" oder "Was ist denn das für ein Krippenspiel?". Will man ja auch nicht. Lieber in der anonymen Masse untertauchen, fast ist man versucht sich so eine Mütze aufzusetzen - aus Gründen der Tarnung, versteht sich. 
Der Gipfel, oder besser, der Zipfel des Mützenwahns sind diese "Knight-Rider"-Nikolausmützen. Die haben auf der weißen Krempe diese rot blinkenden Sterne, eben so ein Ding, das auch das Wunderauto KITT aus der Fernsehserie in der Motorhaube hatte. Scanner haben die das in der Serie immer genannt. Ich frag mich dann immer, ob die Mützen auch sprechen können. Vielleicht steckt in diesen Kappen ein Hochleistungsrechner, der den besoffenen Typ, der darunter hängt nach dem zehnten Glühwein (mit Schuss!) nach Hause bringt. Klingt fast schon bondesk, als hätte es Q ausgeheckt. In diesem Sinne Prost auf die Mütze!

TIPP: Jedem dieser Mützenträger überschwängliche Komplimente zu seiner ausgefallenen und lustigen Kopfbedeckung machen. "Man, tolles Ding, wo haste das denn her? Suuper." Alle fünf Minuten. Wer sich nicht traut: Zehn Glühwein... mit Schuss!


Monsterkloppen


Zwischendurch mal wieder etwas Neues zu den schlechtesten Filmen... soll ja nicht einschlafen diese Rubrik. Schon allein deswegen nicht, weil es so viele Gurken gibt. Heute gibt's den Grabbeltisch der 30er-Jahre-Monster:
Van Helsing (2004)

Der ganze Mist begann ja eigentlich mit der "Mumie", weil dieser Vertreter für Popcorn, Stephen Sommers, meinte, es müsse unbedingt eine neue Version des alten Horror-Schinkens von 1931 mit Boris Karloff geben. Blöderweise rannten alle "Bravo-Leser" und "Yu-Gi-Oh"-Sammler ins Kino, weil sie den Klassiker nicht kannten. Also wurde die Mullbinden-Saga zum Kassenhit. Und weil Sommers noch mehr Popcorn verkaufen wollte, ist er mal eben in die Requisite der Universal Studios und reaktivierte - nur um ganz sicher zu gehen - gleich den ganzen Zoo. Für Van Helsing musste deswegen alles antreten, was im Monsteruniversum Rang und Namen hat: Dracula jagt Frankenstein, dafür braucht er allerdings den Wolfmann und damit die ganze Sache auf Touren kommt, randaliert Mr. Hyde in Paris. Dem Vatikan, wie der Kenner weiß der MI6 des Mittelalters, kann dem Treiben im Osten nicht zusehen und schickt seinen besten Mann: Bond, James Bond... äh Helsing, Van Helsing. Der wird natürlich vor seiner Mission in Transylvanien von Q... äh Carl, dem Mönch, ausgerüstet. Natürlich. Und dann geht's ab in die Karpaten. Dort kämpft nämlich die fesche Anna "Call-me-Bondgirl" Valerious gegen den Oberboss, Dracula. Seit ungefähr tausend Jahren. Das hört sich im Grunde nach großartig sinnfreier Unterhaltung an... sieht aber eher unterirdisch aus. Der Blutsauger kann sich zwar in ein martialisches Biest (sieht irgendwie aus wie eine Kreuzzung aus König der Löwen und Batman) verwandeln, bleibt jedoch trotzdem blass, was nicht nur an der Maske liegt. Seine drei Gespielinnen flattern hysterisch durch die Gegend wie Fledermäuse, der CGI-Wolfmann sieht aus wie von Steiff, sabbert aber, und Frankensteins Monster hat offensichtlich in der Zwischenzeit seinen Doktor in Philosophie gemacht. Beinahe ist man überrascht, dass Van Helsing nicht mit einem Aston Martin durch die Gegend jagt, sondern in einer Kutsche - und die hat weder Maschinengewehre hinter den Laternen noch kann sie in ein U-Boot verwandeln. So gesehen enttäuschend!




Herausragende Dialogzitate:

Anna Valerious: "Some say you're a murderer, Mr. Van Helsing. Others say you're a holy man. Which is it?"
Van Helsing: "It's a bit of both, I think."

>Völlig unvermittelt vor Draculas Schloss inmitten des transylvanischen Gebirges<
Anna Valerious: "Ich war noch nie am Meer!"

Fazit:
Van Helsing als James Bond des Mittelalters - exquisiter Hochglanz-Trash aus Transylvanien mit Dialogen zum Lachen. Die aufpolierten Unholde der 30er-Jahre verkommen in diesem Monsterkloppfilm zur computeranimierten Massenware - das wiederum ist zum Weinen. Und die hanebüchene Story um Draculas Alien-Nachkommen müffelt ohnehin nach nassem Hund.

Trash-Wertung:




Donnerstag, 11. Dezember 2008

Ich Fahr dir in die Hacken, Kleines.

Lassen wir die arythmischen Hampler noch ein bisschen stehen, die laufen uns nicht weg. Eine viel gefährlichere Entwicklung in der vorweihnachtlichen Albtraumwelt verlangt ihre Aufmerksamkeit. Das Grauen hat einen Namen: Die Schieber! Terroristischen Zellen gleich verbreiten sie Angst und Schrecken, wo sie nur auftauchen - ganz ohne umgeschnallte Bomben. (Letztere würden an den unförmigen Figuren überhaupt nicht auffallen, aber das würde jetzt zu weit führen.) Vor den Drückerkolonnen der Schieber ist man im Grunde nirgendwo sicher, vielleicht zu Hause, aber auch das ist nicht gesagt. 
Bevorzugtes Jagdgebiet der Schieber ist die gemeine Kassenschlange. Dort schlagen sie gnadenlos zu; selbst wenn der ganze Laden leer ist rücken die Schieber einem so dicht auf die Pelle, dass sich die Pakete schmerzhaft in den Rücken bohren. Die kaufen immer extra sperrige und scharfkantige Sachen mit vielen Ecken... Riesenkakteen werden etwa gerne genommen, oder Panzer für die Kleinen oder eben Playmobilsachen! Man spürt jedenfalls immer sofort, was Schieber so schenken. Da kann man dann so böse gucken, wie mal will, das merken die nicht, es fehlt einfach das Auge für den bösen Blick! 

Oft sind die Schieber auch schwerhörig... liegt vielleicht an der dicken Schiebermütze, die sie weit über die Ohren ziehen. (Der Begriff Schiebermütze stammt ursprünglich aus der Zeit der napoleonischen Kriege. Damals bekamen alle Kavalleristen, die zu dich aufritten und die Formation zusammenschoben, diese Mütze verpasst, quasi als warnenden Wimpel, damit die anderen Ritter sofort sahen "Du Sepp, schau, do kimmt wieder ana, reit zu!".) Auch nach dem fünfzehnten Murren reagieren Schieber nicht (Merken: Im Lexikon "autistische Züge" nachschlagen!). Keine Reaktion, im Gegenteil die Schieber drücken weiter von hinten. (-> Kahn, Olli: "Weiter immer weiter!") Oft versucht man ja die Situation mit einem dieser "tststs"-Kopfschütteln zu überspielen oder rettet sich in ein Gespräch mit dem Vordermann und/oder der Kassen-Tante. Das geht in etwa so: 
"Furchtbar, diese Leute, die von hinten schieben, nicht war?" 
"Hmhm." 
Gerade will man zur nächsten vernichtenden Verbalattacke ansetzen, man kommt aber einfach nicht dazu, weil von hinten schon wieder das Playmobil-Piratenschiff in die Rippen drückt. Ich finde es übrigens unverantwortlich von Playmobil, dass die jetzt auch noch mit ägyptischen Pyramiden und römischen Amphitheatern anfangen. Die feinen Herrschaften von Playmobil, die standen noch nie vor einem Schieber in der Schlange - Die SIND Schieber! Das mal nur so nebenbei. 
Wissenschaftler haben unlängst herausgefunden, dass in der Vorweihnachtszeit die häufigste Verletzung, die man sich in Kaufhauskassenschlangen zuzieht der Achillessehnenanriss ist - weil einem dauernd so ein Trottel mit dem Einkaufswagen in die Hacken wemmst. Und da finde mal eine Versicherung, die das bezahlt - schö-nen-Dank!
Wie gesehen, ist dem Schieber nur schwer beizukommen. Murren hilft nicht. Auch ein gesäuseltes "Fahr mir in die Hacken, Kleines" ist in den meisten Fällen eher kontraproduktiv, sieht die durchschnittliche Schieberin nicht unbedingt so aus wie Liv Tyler... nein, definitiv NICHT wie Liv Tyler. 

Tipp: Die Schieber so nah wie möglich herankommen lassen, bis man den glühweingeschwängerten heißen Atem im Nacken spürt und dann *ZACK* blitzschnell umdrehen. Dabei am besten einen dieser Trekking-Rucksäcke mit vielen Schnüre tragen, die peitschen schön ins Gesicht. Sehr wichtig (auch für die mögliche Aussage auf dem Revier) der Satz: "Oh, jetzt hab ich Sie gar nicht bemerkt!"

Montag, 8. Dezember 2008

Abstieg in die neunte Hölle

Was freu’ ich mich auf Weihnachten – riesig. Zeit der Besinnlichkeit und Ruhe, endlich mal Abstand gewinnen, in sich gehen. Aber bis es so weit ist haben die Geschäfte ja noch zwei Wochen lang rund um die Uhr offen - und jeder geht auch noch hin!! Weil man sich in dieser schnelllebigen Welt die Liebe seiner Lieben hart erarbeiten muss - also mit Geschenken um die Gunst der Holden buhlen muss - sind die Geschäfte auch 24 Stunden am Tag brechend voll. Im Einzelhandel nennt man das Vorweihnachtsgeschäft und freut sich auch noch drauf! Na super! Für jemanden, der „mal eben noch schnell ein letztes Geschenk besorgen" muss wächst sich der Ausflug in eine vorweihnachtliche Innenstadt zu einem handfesten Albtraum aus. So ungefähr stelle ich mir den Abstieg in die neunte Hölle vor (Unter allen einhundertfünfundreißig Höllen zweiter Ordnung und bis auf die Neunte dienen auch alle Höllen erster Ordnung der Gerechtigkeit. In der neunten Hölle gibt es zwar keine Folterqualen, allerdings kommt man da auch nie wieder raus – kein Spass! Aber das führt jetzt zu weit!) 



Nur nebenbei, die Formulierung "mal eben schnell ein letztes Geschenk besorgen" und den vorweihnachtlichen Wahnsinn unter eine Nikolausmütze zu bekommen - wer das schafft... Chapeau! Während es für die einen der Abstieg in die neunte Hölle ist, gehen viele (sehr sehr viele) den umgekehrten Weg: wenn das Christkind vor der Tür steht, kommen sie aus ihren Löchern geschlichen wie der Weihnachtsmann von draus vom Walde - Die Stehenbleiber! Und wo die überall stehen bleiben, u-n-g-l-a-u-b-l-i-c-h! Die Top-Drei-Situationen, in denen Stehenbleiber im wahrsten Sinne des Wortes gar nicht gehen:
Ohne Vorwarnung, wenn man in der Fußgängerzone genau hinter ihnen läuft. Natürlich rauscht man prompt mit Schmackes in sie hinein. Sofort erntet man einen giftig-empörten Blick (Ist ja Weihnachten! Fest der Liebe!) oder einen hinterhältigen Schlag mit der Handtasche, weil man ist ja Schuld, dass diese Person stehen geblieben ist (???) und gebannt ins Nichts stiert. Außerdem will man sie beklauen oder sexuell belästigen, wahrscheinlich sogar beides!
Am Ende der Rolltreppe (rauf wie runter) - Wie von einer magischen Barriere gestoppt bleiben manche Menschen am Ende einer Rolltreppe einfach stehen. Während sich hinter ihnen die nachfolgenden Kaufhausbesucher murrend immer höher stauen, suchen sie in aller Seelenruhe nach... ja, nach was eigentlich? Wenn man das wüsste, wäre die Menschheit ein großes Stück weiter! Irgendwann fängt immer ein Kind an zu weinen, manchmal bellt ein Hund. Und wenn die Felsen in der Menschenbrandung (leider haben die meisten dieser Problemfälle tatsächlich die Statur von Felsen, von großen Felsen!) erst einmal parlieren "Wo geht's jetzt hier zu die Unterwäsche?" fallen die ersten Personen links und rechts von der Rolltreppe mit gellenden Schreien in die Tiefe. 
Mitten auf dem Weihnachtsmarkt, aber immer nur dann, wenn man sich mit vier Bechern Glühwein wie ein Grashüpfer tastend durch die Menge schiebt. Tipp: Glühwein immer schön hoch halten, damit er in den Nacken schwappt! 
Im Reich der Wilden nimmt der Stehenbleiber eine Ausnahmestellung ein. Ist dieser posierliche Vertreter das ganze Jahr über eher scheu und träge, entwickelt er um die Weihnachtszeit und besonders an verkaufsoffenen Sonntagen ein erstaunliches Gespür dafür, Stellen zu finden, an denen man eigentlich gar nicht stehen bleiben kann - und bleibt stehen.
Der Stehenbleiber bewegt sich ähnlich wie der arythmische Hampler in Herden. Dazu morgen mehr...


Donnerstag, 4. Dezember 2008

If you have a problem...

In 1972, a crack commando unit was sent to prison by a military court for a crime they didn't commit. These men promptly escaped from a maximum-security stockade to the Los Angeles underground. Today, still wanted by the government, they survive as soldiers of fortune. If you have a problem, if no one else can help, and if you can find them, maybe you can hire the A-Team...




Zugegeben auf deutsch hört sich das Ganze ziemlich geknödelt an, genau wie bei Knight Rider - da stellt sich echt die Frage, ob dieser Haufen US-TV-Serien der 70er und 80er eigentlich wirklich so schlecht waren, wie die deutsche Synchronfassung - die gehen rückblickend ja gar nicht mehr.
Aber um ehrlich zu sein, damals, als das A-Team erstmals im Fernsehen lief fand ich Colt viel cooler als diese vier Pappnasen, die aus der Armee geschmissen wurden und jetzt im Robin-Hood-Gewerbe unterwegs sind. Trotzdem machten die vier Chaoten um John "Hannibal"-"Ich-liebe-es-wenn-ein-Plan-funktioniert" Smith ordentlich Krawall. Da jede Folge im Grunde genau gleich ablief konnte man auch mal ein paar Wochen A-Team-Pause einlegen. Solche Pausen waren allerdings auch unumgänglich, denn dieser bekloppte Murdock... manmanman, was konnte ich den B.A. verstehen, wenn der dem durchgeknallten Superpiloten mal wieder eins auf die Glocke geben wollte. B.A. mit seinen gefühlten tausend Goldketten war aber auch albern. Der vierte im Bunde, "Face", war mehr oder weniger ein James Bond für Arme. Aber war ja mit neun Staffeln trotzdem ein Riesenerfolg. Angeblich soll ja 2009 ein Kinofilm kommen... so illustre Namen wie Woody Harrelson und Bruce Willis werden da geführt. Die besten Nachahmer wurden jedoch schon gedreht:





Dienstag, 2. Dezember 2008

Die Freaks im Wunderland

Eines mal gleich vorneweg, nicht dass sofort Zeter und Mordio nach dem Büttel gerufen wird: dieses Miniatur Wunderland in der Hamburger Speicherstadt ist g-r-a-n-d-i-o-s! Junge Junge, ich wollte auch immer eine Drei-Etagen-Modelleisenbahn mit diesen Kunstharz-Flussläufen, ein- und ausrückendem Feuerwehr-Fuhrpark und dem ganzen Schnickschnack – über das Studium des Revell-Kataloges bin ich aber nie wirklich hinausgekommen! 



Nicht kleckern - klotzen! Nur ein Hügelchen nachbauen is nicht, es müssen schon die Alpen sein. In der unteren Bildecke übrigens die 12-25er Güterlok der Schweizer Bundesbahn... nicht zu verwechseln mit der 12-28er, die hatte einen gelben Streifen mehr und fuhr auf drei Schienen. Hat mir einer erzählt, der den ganzen Tag da steht und guckt, war selber mal jahrelang Lok.



In Skandinavien ist die Hölle los. Was sich anhört wie einer der besten Bud-Spencer-Terence-Hill-Filme wird in Hamburgs Speicherstadt wahr. Wirksames Hausmittel gegen "dicken Kopp": Bis zur Hüfte in Schnee eingraben - Achtung! Funktioniert nur auf dem Dach! Die Modelle der besoffenen Elche (hier nicht im Bild) sind übrigens Originalabgüsse. Rechter Bildrand: Breakdancer on Ice.


Olala, da bleibt Hochwürden die Spucke weg. Wenn der Porsche seinen Geist aufgibt hilft oft nur noch beten - dass der Latex-Rock nicht platzt... oder platzt? Ich verwechsel das immer.



SO WAS schwebte mir auch immer vor. Das sah im Katalog immer spitze aus. Aber was das für eine Kleberei gewesen wäre! Im Miniatur Wunderland ist übrigens jedes zweite Auto ein Feuerwehrfahrzeug, ein Krankenwagen oder ein Polizeiauto - die blinken einfach schöner!

Montag, 24. November 2008

Liebesgrüße aus der Gerüchteküche

Kaum geht „Ein Quantum Trost“ an den Kinokassen ab wie eine Rakete brodelt es schon wieder ordentlich in der Gerüchteküche des MI 6. Geht schon los beim Titel: Bond 23 oder ganz hipp B-23. Sicherlich wird bald kolportiert, der nächste Einsatz des Agenten Ihrer Majestät geht unter dem Titel „Risico“ oder „The Hildebrand-Rarity“ ins Rennen – seit Feuerball soll ja jeder nächste Film so heißen.

Die klassische Bondformel ist ohnehin Geschichte. „Q“ wird wohl wieder nicht zum Einsatz kommen. Andererseits huschte in „Quantum“ ja schon so ein Techniker-Nerd mit Tweed-Jacket herum. Dieser Namenlose schob ungelenk Geldscheine auf einem klasse High-Tech-Schreibtisch von IKEA hin und her. Sicher werden die Bondmacher eine pfiffige Idee nach der anderen für einen "Q-esken" Super-Nerd haben. Einen der dauernd seine Brille sucht, obwohl er sie schon auf dem Kopf trägt, oder einen der immer und überall raucht. Und wenn dann einer meint „Hier ist rauchen verboten!“ sagt er „Sehe ich aus, als ob mich das interessiert?“ Und Bond grinst dann immer. Irgendwann geht dieser „Q“ dann mal mit Bond einen saufen und zeigt ihm eine völlig zerknitterte Zeichnung. „Hier, ich hab mir da mal was ausgedacht für Ihren neuen Wagen!“ (die werden die besten Kumpel aber Siezen sich immer!) Darauf Bond „Sehr schön, aber vergessen Sie den Schleudersitz nicht!“ Q: „Warum nicht gleich Stingerraketen hinter den Scheinwerfern?“ Bond: „Unbedingt!“ Am nächsten Tag stellt Q bei einem dieser "Glas-Burbon-Meetings" M die Idee vor und kriegt die Pläne um die Ohren gehauen „Sie sind noch schlimmer als 007, Q!“ Bond grinst dann wieder – aber Q auch, weil er den Wagen trotzdem baut, in seiner Privatlaube im Schrebergarten. DAS wäre mal ein Q!

Mit Moneypenny ist das eine ganz andere Sache. Die fand ich eigentlich immer doof. Außer Caroline Bliss (siehe unten) in den Dalton-Bonds, aber da fand das arme Mädel ja kaum statt. Aber die Ur-Moneypenny... am Wochenende kam „A View To A Kill“... gut, da war die gute Lois Maxwell schon jenseits von gut und Böse, aber trotzdem! Lieber weglassen. Der Hutständer könnte reaktiviert werden. Aber dann müsste ja Bond immer einen Hut tragen, den er zielsicher werfen kann – und Geheimagenten mit Hut?!? Also bitte, mehr Klischee geht ja gar nicht!









Was wieder unbedingt her muss ist ein Superschurke. Erst ein blut-heulender LeChiffre und jetzt ein böse-guckender Manager Green. Immer diese realistischen Schergen. F-ü-r-c-h-t-e-r-l-i-c-h. So ein grenzdebiler "Ich-hab-alles-Geld-der-Welt-und-hau-die-Erde-in-die-Tonne-weil-alle-auf-dem-Schulhof-gemein-zu-mir-waren“-Gegenspieler muss her. Einer der Bond schon deshalb umbringen will, weil 007 sportlich ist und er fett. 300 Kilo oder so wiegt der. So einen Schurken braucht Bond schon aus dem einfachen Grund, damit diese ganzen Penner aus dem Kino kommen können und dann "Mememe, das war ja gar nicht realistisch!" sagen können. Dieser böse Wicht hat dann natürlich ein standesgemäßes Hauptquartier irgendwo in den Alpen, wie in „For Her Majestys Secret Service“ mit dem Zahnpasta-Modell-Bond Lazenby. Oder etwas unter Wasser. Der Unterwasser-Spionagefilm ist in meinen Augen ja ohnehin das am meisten unterschätzte Film-Genre der Welt. Gut, es gibt mit „Thunderball“ nur einen guten Vertreter, vielleicht noch getoppt von „Never Say Never Again“, der is aber wiederum ein „Thunderball“-Remake, aber kein offizieller Bondfilm. SO WAS fänd’ ich gut.

Aus gut unterrichteten Kreisen erreichten mich erste Anhaltspunkte zum nächsten Bondfilm: 007 – mittlerweile wieder ganz auf MI6-Linie aber Trinker von Berufswegen (in jedem Meeting packt „M“ den Burbon aus!) – wird auf einen Bier-Lobbyisten angesetzt. Durch Unmengen gehorteten Bieres will Superschurke Lukas Lager (natürlich ein Deutscher) den Bierpreis in die höhe treiben und so die Weltwirtschaft ins Chaos stürzen. Nur Bond - überzeugter Martini-Trinker - kann die Welt retten!

Über die Rolle des Bösewichts wird derzeit hinter den Kulissen mit Ottfried Fischer und Franz Beckenbauer verhandelt. Nichts dran sei an den Gerüchten, Lothar Matthäus solle den bierernsten Bierbaron mimen. „Herr Matthäus hat sich quasi selbst auf die Besetzungsliste geschrieben“, dementierte Produzent Michael G. Wilson. Für die Rolle von Lagers Killer "Pierre Pils" soll der trinkfeste Robert Downey Jr. verpflichtet werden. Laut erster Drehbuchfassung bricht Pils seinen Opfern an der Kistenkante das Genick, wie andere eine Pulle aufkloppen. Arbeitstitel des 23. Bond-Films soll übrigens "James Bond - One for the Road" sein. Großes Rätselraten dagegen bei der Besetzung des Bondgirls. Angeblich will Barbara Broccoli ja, dass Camille aus „Quantum“ wieder auftaucht... wahrscheinlich nur wieder Geschwätz, so wie damals das Gerede über einen Jinx-Spin-off mit Halle Berry. Und diese Camille... die sah ja ganz gut aus, aber wenn die noch mal auftauchen soll, muss sie vorher zum Frisör und sich von ihrem Prinz-Eisenherz-Schnitt verabschieden.

Mittwoch, 19. November 2008

Der Hort des Horrors

Unlängst musste ich ja feststellen, dass Alfred Hitchcock mit seiner Posse "Die Vögel" gar nicht mal so weit daneben lag, wie alle gedacht haben - diese Monster-Taube, die meinte, auf unserem WG-Balkon ein Basislager errichten zu müssen, sucht mich immer noch in meinen Träumen heim! Gut, in diesem ist sie drei Meter groß, aber egal. Ratte bleibt Ratte. Und weil Taube gleichzeitig Taube bleibt, bleibt es im Grunde das selbe... äh ja. Wie dem auch sei,  ich wollte es erst nicht warhaben, was mir da an so prominenter Stelle ins Auge Sprang, aber es führt kein Weg daran vorbei: Die Palumbusse
haben sich nach der verlorenen Schlacht um den Balkon hierher nach Hamburg zurück gezogen, um ihre Wunden zu lecken und ihren Gegenschlag vorzubereiten. Das Verschlagene war deutlich in ihren Augen zu erkennen, die Botschaft war deutlich: "Es ist erst vorbei, wenn wir sagen, dass  es vorbei ist!" 


Eben in der Mittagspause auch wieder... ich glaube, diese pestillenzverbreitenden Biester verfolgen mich (merken: exakte Bedeutung von "Paranoia" im Wörterbuch nachschlagen!). Die Harpyien planen etwas Großes! Das hat etwas von QUANTUM. Keine Ahnung ob es tatsächlich passiert ist, aber ich hatte vor zwei Stunden das Gefühl, als raune mir so ein Palumbus zu "Wir haben unsere Leute überall!" Na sauber... da bleibt nur noch, wirksame Flugabwehrmaßnahmen in Freiburg zu treffen. Und doch noch den verrückten Ägypter mit dem blutigen Schnabel kontaktieren...
 

Mittwoch, 12. November 2008

Ein Quantum Bond


So viel Emotion war selten: Nach dem Tod seiner großen Liebe Vesper Lynd von Rache getrieben wird Bond zum eiskalten Arschloch, das einen zynischen Spruch nach dem anderen rausrotzt. Trotz einiger Schwächen gehört „Ein Quantum Trost“ zu den besten Filmen der 007-Reihe, weil er den gewählten neuen Kurs zielstrebig weiter verfolgt.

Nein, auch in „Ein Quantum Trost“ wird James Bond nicht von einem mauligen Q mit irgendwelchem technischen Firlefanz wie unsichtbaren Autos oder explodierenden Kugelschreibern  ausgerüstet. Von einer dahin schmelzenden Miss Moneypenny fehlt ebenfalls jede Spur. Bondpuristen, denen 007s Frischzellenkur in „Casino Royale“ schon zu weit ging, werden auch bei „Quantum“ die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sich mit Grausen abwenden. Regisseur Marc Forster führt die Neudefinition des Doppelnullagenten konsequent fort und verzichtet - wie schon Martin Campell - auf alle bondtypischen Versatzstücke. Glücklicherweise. Waren Q, Moneypenny und die grotesk überzeichneten Superschurken mit Weltmachtambitionen zu immer wieder kehrenden Schablonen verkommen. Das gilt für die ausgehende Brosnan-Ära ebenso wie die Bondfilme der Dienstzeit Roger Moores. Unter dem possenreißenden Moore vollzog sich in „Moonraker“, „Octopussy“ und „A View to A Kill“ gar Bonds Abstieg zur eigenen Parodie. 
Nostalgisch verklärt steht jeder der James-Bond-Filme für sich alleine, tatsächlich ragen jedoch nur wenige, wie etwa „Goldfinger“, „For Your Eyes Only“, „License To Kill“ oder jüngst „Casino Royale“ aus der Serie heraus. Der Rest verschwimmt bei genauerer Betrachtung zu einer schwammigen Agenten-Melange. Von einer höchstens leicht variierten Bond-Formel kamen die Macher bis zum radikalen Reboot in Campbells „Casino Royale“ nie wirklich los. Schon der viel versprechende neue Ansatz unter Timothy Dalton war Ende der 80er Jahre im Sande verlaufen. Nach einem Gastspiel von nur zwei Missionen quittierte Dalton entnervt von den Querelen um einen weiteren Teil den Dienst. Nach der Ablösung durch Brosnan das alte Bild: James Bond überraschte niemanden mehr, ja, wurde sogar beliebig, denn jeder wusste schon vorher was als nächstes kam. Vom explosiven Prolog bis hin zur obligatorischen finalen Intimbelohnung Bonds blieb alles beim Alten. Allein die Überlegungen bei United Artists, der nächste Einsatz des Agenten Ihrer Majestät könne das Remake eines alten Bond-Streifens werden, spricht Bände.

Zwei Jahre nachdem Daniel Craigs 00-Status bestätigt wurde hat sich dahingehend einiges geändert. 007 ist im Jahr 2008 angekommen. Der Neustart der Reihe ist mit „Casino Royale“ bravourös geglückt. In seinem neuen Einsatz gegen die sinistere Verbrecherorganisation QUANTUM, die scharf auf Trinkwasservorräte in der bolivianischen Wüste ist, zeiht 007 alle Register. Daniel Craig spielt seinen Bond in „Quantum“ verbittert, ruppig, mit geradezu animalischer Präsenz – und brilliert. Mathieu Almaric wirkt als Manager des Todes erstaunlich diabolisch und sogar Olga Kurylenko – sonst schauspielerisch eher beschränkt und mit knapper Garderobe punktend – gibt ein gutes Bondgirl ab. Dennoch hält „Quantum“ dem Vergleich mit dem Vorgänger nicht stand. Die Actionszenen erinnern in ihrer hektischen Schnittfolge frappierend an die „Bourne“-Filme, die Jagd über die Dächer von Siena wirkt beinahe wie das Plagiat der Hatz durch Tangier in „Die Bourne Verschwörung“. Geschuldet sind die geradezu brutalen Schnitte wohl dem derzeit üblichen Inszenierungsstil des Actionkinos. Was dabei herauskommt, wenn Filmemacher die Atmosphäre eines zwanzig Jahre alten Filmes beschwören wollen, verdeutlichte unlängst das Debakel des vierten „Indiana Jones“. Die Sehgewohnheiten im Kino sind heute andere. Trotzdem wackelt die Handkamera gerade in der eröffnenden Autoverfolgung am Gardasee zu sehr. Der eine oder andere Kinobesitzer ist sicher versucht an der Kasse vorsorglich Tüten zu verteilen. Nichtsdestotrotz ist „Quantum“ ein guter Film, vielleicht sogar ein sehr guter, doch hätten zwanzig weitere und vor allem ruhigere Minuten gut getan. Selten kommt Bond zur Ruhe. Längere Dialoge sind Mangelware. So wirkt das neueste Kapitel im Bond-Evangelium bisweilen stakkatohaft. Wie die Abfolge unzureichend miteinander verbundener Action-Sequenzen.

Viele Puristen werden es „Quantum“ absprechen, ein „Bondfilm“ zu sein - sie weigern sich auch seit Jahren „Sag niemals nie“ als Bondfilm zu betrachten, weil er nicht von United Artists produziert wurde. Doch dass „Quantum“ kein Bondfilm ist, weil Q fehlt oder Moneypenny oder der Schlaghosen-Charme eines Roger Moore, ist Unsinn. Marc Forsters Agent betritt zwar Neuland, bei genauerer Betrachtung ist dieses Neuland jedoch kleiner als es zunächst scheint. Beinahe liebevoll streut Forster Reminiszenzen an die alten Abenteuer ein. Etwa der Hinweis auf Bonds Tarnfirma „Universal Exports“. Die Szene, in der die mit Öl verschmierte Agentin Fields auf dem Bett liegt, ist eine nahezu identische Kopie der mit Goldfarbe überzogenen Jill Masterson aus „Goldfinger“. Die Verfolgungsjagd durch die Marmorsteinbrüche Carraras huldigt offensichtlich der Sattelschlepper-Hetzjagd aus „License To Kill“. Dass Forster gerade den oft als „Rambond“ oder „Rachebond“ verschrienen zweiten Auftritt von Timothy Dalton zitiert verwundert nicht. Daniel Craig orientiert sich ebenso wie seinerzeit Dalton stark an Ian Flemings Romanvorlage was James Bonds Charakter angeht. Für affektiertes Dandytum á la Roger Moore bleibt da kein Raum. 

Ein altes Motiv der Serie stellt auch die Organisation QUANTUM dar, sie verhilft wohl dem Schergen-Konglomerat SPECTRE aus den ersten Werken mit Connery zu einer unerwarteten Wiedergeburt. Zwar wird erst der nächste Film zeigen, ob sich Bond mit QUANTUM einem neuen SPECTRE gegenüber sieht, die Stroyline würde es allemal hergeben. Letztendlich wurde sogar die legendäre Gunbarrel-Sequenz reaktiviert. Zwar an den Schluss transformiert, aber im Grunde unverändert. Und wenn Craig kraftstrotzend wie ein Bodybuilder ins Bild läuft und seiner Lizenz zum Töten frönt erinnert er sogar an den athletischen Sean Connery. Der konnte als Mister-Universum-Anwärter auch vor Kraft kaum laufen – und war dennoch der beste aller Bonds. 

Montag, 10. November 2008

Jetz' is hier aber Achterbahn

Auch so eine X-Akte. Egal wo, Kirmes heißt immer anders: „Freiburger Mess“, „Canstatter Wasen“, „Münchner Oktoberfest“, „Hamburger Dom“, „Ravensburger Rutenfest“, „Bieberacher Schützenfest“ (in der Kirmes-Terminologie auch mal salopp als „d’r Schütza“ bezeichnet) und so weiter und so weiter. Kirmes bleibt Kirmes, heißt aber anders – und keiner weiß warum! Man munkelt ja, dass der „Canstatter Wasen“ (heißt der Spaß nun „der“ oder „die“ Canstatter Wasen? Ein Weiser, der es weiß!) früher auf höchster Führerebene einfach „där Rommel“ hieß – aufgrund der politisch hochexplosiven Situation im Juli 1944 wurde aus dem „Rommel auf dem Rommelplatz“ kurzerhand der „Canstatter Wasen“. Natürlich schön in Sütterlin geschrieben. Der Krieger aus MG springt jetzt bestimmt im Quadrat. Aber – und das muss man an dieser Stelle einfach mal ganz klar sagen – das war damals eben so. 



Damals gab es ja auch noch nicht diesen ganzen Fahrgeschäfte-Schnickschnack. „Wilde Maus“, „Panic“, „Airwolf“ oder „Octopuss-Flitzer“ wie dieser Firlefanz so alles heißt. In den guten alten Tagen der Kirmes, dem goldenen Zeitalter von Jahrmarkt und Schaustellerei, war „Hau den Lukas“ und Dosenwerfen das höchste der Gefühle. Eventuell verhalfen ein paar Bettlaken-Gespenster in der Geisterbahn (handbetrieben!) zu einem prickelnden Adrenalinschub. Heute reiht sich auf den wandernden Amüsiermeilen ein Spukschloss an das andere. Vollgepackt mit komplexen technischen Gimmiks und Apparaturen, etwa sprudelnden Blutbrunnen, hydraulischen Pneumatik-Monstern, effektvollem Modergeruch (der ist meistens echt!) oder verzwickter Spiegeltechnik. Unlängst berichten Beobachter der fahrenden Spukschloss-Szene jedoch von einer Rückbesinnung auf die Anfänge des Grusel-Gewerbes: „Echte Schauspieler“ – steht an jeder zweiten Geisterbahn. Was einen „echten“ von einem „falschen“ Schauspieler unterscheidet, lassen die schaustellernden Schlossbesitzer geschickt im Dunkeln. Gestern als ich so über den „Hamburger Dom“ am zischenden und rumpelnden „Dämonium“ (6 € eine Fahrt!!) vorbeischlenderte wie es so meine Art ist, dachte ich noch so, „Junge Junge, diese Pneumatik-Bestien“ werden auch immer lebensechter“ – aber dann war wohl Schichtwechsel und die Pneumatik-Bestie zog sich eine speckige Jacke über und ging. In ihre Gruft oder so. Sehr nebulös!



Einer der nebulösesten Berufe der vergangenen zwei, drei Jahrhunderte war mit Sicherheit der des Jahrmarkt-Malers. In jeder Gruppe Schausteller gab es immer einen, der das „Haus vom Nikolaus“ in einem Rutsch durchzeichnen konnte. Der musste den dann immer machen, den ungeliebten Antsreicherjob. Vor jedem Gastspiel waren irgendwelche Monster oder Prominente auf die Wagen zu malen. Oft kamen Monster dabei heraus, wenn er Prominente malen wollte und umgekehrt. In den 70er Jahren gingen viele Jahrmarkt-Maler dazu über, nicht mehr vor jeder Kirmes neue Bilder auf die Karren zu pinseln. Grund hierfür war natürlich die Drosselung der Ölfarbenförderung durch die OPEC und die damit verbundenen horrenden Ölfarbenpreise. Natürlich! Irgendwann wurde es dann auch dem europäischen Menschenrechtsgerichtshof zu bunt und die Jahrmarktmalerei wurde mit Verweis auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit untersagt. Seither sieht man nur noch selten so herrliche Trash-Popart-Kunstwerke wie „Elvis mit Schweinenase“, „Alf auf Droge“ oder „Marilyn Monroe ist eigentlich Angelina Jolie ist eigentlich Hildegard Knef“. Schade eigentlich.


Montag, 20. Oktober 2008

Wo sich Abgründe auftun...

Hamburg ist ja riesig. Ein Monster. Ein alles verzehrender Moloch. Ein Schmelztigel. Naja, ehrlich gesagt in China sind die Dörfer größer. Dass nur mal an alle "Hey, super Großstadt. Olé olé!"-Sager, ob sie nun aus Hamburg, Köln, München oder Berlin sind. Nichts desto trotz tun sich auch in Hamburg Abgründe auf, ganz wie in einer richtige Großstadt - hin und wieder jedenfalls. Der erste Abgrund drohte mich Mitte der vergangenen Woche zu verschlingen - unbedarft, wie es so meine Art ist hab ich mal beim HSV vorbei geschaut. Also im HSV-Mega-Store, wo es alles gibt: Tickets, Unterhosen mit HSV-Emblem, HSV-Dies und HSV-Das. Da hab ich mich - lässig am Schalter lehnend - mal erkundigt, wie das denn mit Karten für das Spiel gegen Schalke 04 aussieht. Nun, das Spiel war ja gestern (1:1) - allerdings bin ich immer noch erschüttert ob der Auskunft, die ich just an jenem Tage im HSV-Mega-Store bekam.

"Oh ja, sieht noch sehr gut aus, wir haben noch jede Menge billige Karten da!" Suuuper dachte ich da - doch irgendetwas ließ mich nicht sofort "Jaaaa, drei Stück sofort her und fünf auf Halde!" brüllen - abgesehen von der hübschen Brünetten in der Nebenschlange. Jedenfalls hab ich dann doch vorsichtshalber noch mal nachgefragt, was die "billigen Karten" denn kosten. 53 € hätte die Scheiße gekostet - für ein 1:1 - sind die bescheuert hier? Ja, die sind bescheuert hier. Das haben sie dann auch eingesehen. Auch Helge, Udo und Uns-Uwe hatten den Kanal voll! Mit denen wollte ich in Uns-Uwes Arena eigentlich eine Sause im VIP-Bereich veranstalten. Linde ist mit dem Rad erst mal ne Runde um den Block, so gekocht hat der. Na egal. Zum Glück hatte der Helge eine super Idee. "Ihr könnt uns mal, wir gehen jetzt nach St. Pauli und gucken da Fußball." Uns-Uwe meinte: "Machen wir!"

Spitzen Idee, die der Helge da hatte. War nur doof, dass es da noch hell war. Und nun hört auf meinen Rat, alle die ihr dort draußen weilt: Gehet nie auf den Kiez, wenn es hell ist!! Auch wenn ihr nur eine Sportsbar sucht! Das war nämlich der zweite Abgrund. Also, dass da eine Kaschemme neben der anderen liegt war mir ja von vorne herein klar, aber damit dass da einigermaßen wirkt muss es schon sehr, sehr dunkel sein. So dunkel, dass diese verehrte Dame, die mir ihre Dienste anbot einigermaßen aussieht kann es gar nicht werden! Naja, vielleicht hab ich sie auch falsch verstanden. An der Herbertstraße bin ich nur vorbei gegangen... v-o-r-b-e-i (jajaja, hätte ich das bloß nicht geschrieben) - dorten könnte mal der beherzte Dusch-Einsatz eines Wasserwerfers oder eines kompletten Feuerlöschzuges Wunder bewirken. Gut, dass es dort aussah, wie in China auf dem Dorf kann natürlich auch an den ganzen Schalker Fans gelegen haben die dort mal kurz so vorbeigeschaut haben (Wir erinnern uns der Mob von der Nordkurve!), was das denn da so für eine lustig abgesperrte Straße ist. Nur mal eben so geguckt, wa? Reingeguckt. Aber, lassen wir dass und kommen zu etwas völlig anderem. 



Schauplatzwechsel: Tropenaquarium Hamburg. All die exotischen Arten, die es in solchen Regenwald- und Unterwasserschaubuden zu sehen gibt, sind ja erst in zweiter Linie interessant. Viel toller sind ja die Exoten auf der anderen Seite der Scheibe, diejenigen, die solche Aquarien besuchen und glauben, sie gucken nur. Da waren alle Klassiker vertreten - vom "Was-ist-Was-Kind" ("Du Mutter sieh mal, dieses Nilkrokodil, das kann drei Monate lang ohne Nahrung auskommen!") bis hin zum Bus-Kasper der Kaffee-Fahrt, der einen Kalauer nach dem anderen dröhnt ("Ey kumma Elfriede, dat is doch deine Handtasche, die da schwimmt, hasse die doch nich im Bus gelassen?"). Ich bewundere beinahe die Krokodile um ihren Gleichmut - beinahe hätte ich dem Kalauer-Busfahrer einen Schubs gegeben, damit das Krokodil nicht drei Monate ohne Nahrung auskommen muss. Die Haie waren ähnlich drauf - ehrlich gesagt, ich glaube, die Riffhaie hätten die meisten der Besucher aus einer Anderen Welt, die sich an der Panorama-Scheibe die Nase plattdrückten und wild gegen das reflektierende Aquarienglas anfotografierten, nicht einmal gefressen, wenn vorher drei Fässer Blut in das Becken gekippt worden wären. Die Haie haben nur breit gegrinst - warum wohl?

Indiana Jones im Ferrari

Unter all diesen unsäglichen 80er Jahre Serien waren ja allen Unkenrufen zum Trotz auch einige Perlen dabei. Perlen vor die Säue des öffentlich rechtlichen Vorabendprogrammes. "Magnum p.i." war so eine Perle. Wobei... ich meine mich zu erinnern, dass "Magnum" ähnlich wie "miami Vice" (würg!) viiiieel zu brutal war und im ZDF erst nach 22 Uhr ermitteln durfte. Außerdem haben sie damals bei Reich-Ranitzkis-Lieblingssender sämtliche Hinweise auf Magnums traumatische Erlebnisse in Vietnam ausradiert. Vietnam? Nä, was war da? War da was? Nein!! Doch??? Ohhh! Das hätte Tante Erna aus Wanne Eikel sicherlich nur schwer verkraftet, wie Magnum und seine Kumpels da im Dschungel rumrennen.

In einer Hinsicht ist Thomas Sullivan Magnum III ja mein absolutes Vorbild. Nein, nicht die trendige Rotzbremse! Der Typ hat es geschafft ohne in einer einzigen Folge mehr als 5 Dollar in der Tasche zu haben in einer Villa auf Hawaii zu leben und im Ferrari rumzudüsen. Sein Kumpel Rick hatte einen Club am Strand!!! Und der andere Kumpel TC einen Hubschrauber!!!! Hallo? Was mach ich hier eigentlich? Gut, okay, Higgins war auch noch da, der alte Quälgeist und Hausverwalter. Jonathan Quayle Higgins III, der den Zweiten Weltkrieg beim MI6 im Alleingang gewann. "Ich erinnere mich noch an ein Unternehmen in Burma...", "Diese Vase war ein persönliches Geschenk von Marshall Chiang Kaishek", "bei meinem ersten Treffen mit der Königin" und so weiter... manmanman, Higgi war schon ein Teufelskerl, keine Frage! Und dann waren da noch die Jungs, Higgins Dobermänner. Appollo und Zeus. Die konnten gar nicht mit Magnum. Jedesmal wenn er mal wieder eine Pulle Rotwein aus dem Keller geklaut hatte kamen die Biester angehechelt.

Über alle acht Staffeln schwebte sie im Raum. Die Frage. Wer ist denn nun dieser superreiche Krimiautor Robin Masters, in dessen Haus der Magnum da lebt eigentlich? Wurde ja nie aufgelöst dieses Mysterium. Ich glaube ja Higgi war Robin Masters. War ihm sicher nur peinlich, Krimis zu schreiben.

Magnum war jedenfalls nicht Robin Masters, das geht nicht, weil Magnum eigentlich Indiana Jones ist. Jaja, im Ernst! Spielberg schreib ihm die Rolle quasi auf den Leib - blöd nur, dass er vertraglich gebunden war, weiter im Hawaii-Hemd zu ermitteln.




Herausragende Dialogzitate:

Higgins (to Magnum): "I did it because you have more dumb luck than anyone I know."

Magnum (voice over): "One of the cliches of my profession is that to get information from a bartender you have to slip him bills of various denominations. Bills that you can't afford with pictures of unfamiliar presidents and usually for information that isn't worth it."

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Hamburger Impressionen

Jetzt hab ich's heute endlich mal geschafft, die ersten paar Bilder aus der Hansestadt mit in die Redaktion zu schleppen und hochzuladen. Und das werden sicher nicht die letzten Bilder sein!


Wer hat, der hat!



Der Trend in Hamburg geht derzeit unbedingt zum Zweitporsche - gleichzeitig parkt der erfolgreiche Jungunternehmer mit Vorzeige-Blondine (sehr engagiert bei Charity-Events) gerne auch mal in der zweiten Reihe. Halteverbot? Schnickschnack! Zwei kleine Tipps an die zweitporschefahrenden Yuppies: 1. Lieber schnell die Knöllchen berappen - bevor die Kohle aufgrund der Bankenkrise doch noch flöten geht & 2. Vor Zweitporsche du dich hüten musst, die dunkle Seite sie sind!


Röhre-Gucken



In der neuen Hafen-City kann man wirklich alles machen. Total schick: In die Röhre gucken. Bei den Mietpreisen zwischen "Vasco-Da-Gama-Platz" und "Magellan-Terrasse" ist das viel leichter als es sich anhört.

Udo Lindenbergs Fahrrad...



Mit meinem alten Kumpel Udo bin ich vergangenes Wochenende auf dem Drahtesel in die Speicherstadt. Spitzen Ausflug! Was hat der wieder gesungen, der Linde! Erst wollte er ja nicht, der Langweiler – "Ey, vergiss es, ey. Da fliegt mir der Hut wech, Alter!" – Helge und ich haben ihn dann aber doch rumgekriegt, mit einer Pulle gutem Single-Malt. Bei einem Grog monologisierte Helge dann drei Stunden über Kreuzworträtselheftchen, redete sich richtig in Rage. Udo hatte wohl keinen Bock mehr, war auf einmal weg... nur noch sein Fahrrad stand einsam da...


Klassiker



 Naja, muss auch mal sein so ein Postkarten-Motiv...


Dienstag, 7. Oktober 2008

Na, fabelhaft Amelie...

Das war vielleicht eine Odyssee hier hoch in den Norden! Fast neun Stunden. Freiburg - Hamburg. Einmal quer durch die schöne Republik... muss man ja auch mal machen, war auch Tag der Einheit. Nachdem sich schon kurz vor Karlsruhe die ersten Autos so'n bisschen mit hundert Klamotten in die Quere gekommen waren (das kommt schon mal vor!) stand ich das erste Mal. Dann ging es erstaunlich lange gut, bis ich schließlich zweimal jeweils eine Stunde im Baustellenstau stand. Man will ja auch nicht hungern, deshalb... Autohof. Ich persönlich kann mit diesen Tank&Rast-Kombüsen wirklich nichts anfangen, da überwinde ich sogar meine - öfter eingebildete als tatsächlich angeborene - Abneigung gegenüber Fast-Food-Restaurants. An der Autobahn schmeckt es auch bei Burger-King anders... fast möchte man sagen "besser", traut sich aber dann doch nicht. Egal, Burger-King also. Blöderweise war am Freitag Spieltag in der DEL und die ganzen Eishockey-Freaks aus Kassel wollten unbedingt nach Hannover oder was weiß ich wohin. Zu irgendwelchen Scorpions halt. Zwischenstation machten sie jedenfalls in meinem schön ausgesuchten Burger-King Fast-Food-Restaurant. Spitze! Bisher dachte ich immer, der Mob steht bei Schalke 04 in der Nordkurve. Falsch! Verglichen mit diesen Hockeyfans ist die Nordkurve der Arena auf Schalke eine etwas größere Ausgabe des literarischen Quartetts. 

Der Burger-King-Laden war übrigens "Die fabelhafte Welt der Amelié", die hat dort nämlich bedient. Gaaaaanz in Ruuheee! Sachte, immer eins nach dem anderen. Bewundernswert, wenn eine Horde Eishockey-Oger derart geifernd nach einem doppelten Triple-Whopper brüllt, dass der Speichel die Kasse glitschig macht. Der Typ, der vor mir bestellte (ein Big King XXL-Menü und einen Triple-Whopper), erinnerte ein bisschen an den Höhlentroll aus "Der Herr der Ringe" – nur mit einem Eishockey-Trikot. Amelié wirkte jedenfalls vollkommen ruhig... vielleicht werden die bei Burger-King aber auch nach gelaufenen Kilometern pro Tag bezahlt. Amelié ging nämlich erst Mal den BigKing XXL holen, dann zurück zur Kasse, dann die Pommes holen ("Dadadadadada."), zurück zur Kasse (kontrollieren, ob sie was vergessen hat. Ja hatte sie! Ups!) dann den Whopper holen und zurück ("Irgendwas war doch noch bei so einem Menu dabei?!"), Getränk h-o-l-e-n, zurück... Majonnaise holen. M-a-j-o-n-n-a-i-s-e. Ist ja ohnehin ein langes Wort - das dauert schon beim Aussprechen lange. Bis das Zeug mal auf's Tablett gewuchtet ist! Naja, irgendwann - gefühlte zwei Stunden später - hatte ich sogar schon das erste Drittel meines Menus auf der Platte. Der Begriff "Fast-Food" gewinnt dort völlig neue Facetten. Nach knapp zehn Minuten war der Pappendeckel mit Hack und Salatblatt dann auch schon verzehrt. Musste ja auch weiter. Fabelhaft! Amelié bediente immer noch Oger. In Z-e-i-t-l-u-p-e! 

Im Auto dann der nächste Schlag: Kaum das Radio eingeschaltet trällern die Helden ihr "Aurélie" - schon wieder so'ne Franzosenbraut!

Donnerstag, 25. September 2008

Sinnlos im Weltraum

Aus den Niederungen der TV-Unterhaltung zurück zu ganz großem Kino: Selten hab ich bei einem Science-fiction Film so gelacht wie bei folgendem Kultfilm:

Barbarella (1968)

Im Jahr 40.000 vor Christus soll die flotte Astro-Agentin Barbarella (Jane Fonda) im Auftrag des Präsidenten der Erde den Wissenschaftler Durand-Durand (nach dem benannte sich später die Band Duran Duran) finden. Barbarella fliegt also los, gerät mit ihrem bemalten Holzraumschiff (hey, es ist 40.000 v.Chr.!) in einen elektrischen Strudel (Ich hasse es, wenn das passiert!) und stürzt auf einem unbekannten Planeten ab. Dort wird sie von Kindern gefesselt und fast von Monsterpuppen gefressen. Ein sehr behaarter Weltraum-Großwildjäger rettet sie und weiht sie in die Geheimnisse der körperlichen Liebe ein. ("Make love? But no one's done that for hundreds of centuries!") Das haben sie auf der Erde irgendwie vergessen, oder noch nicht erfunden oder was weiß ich, jedenfalls gibt es dort nur "Verzückungsübertragungspillen".

Nach diesem Techtelmechtel macht sich Barbarella wieder auf die Suche nach Durand Durand... stürzt aber wieder ab! (Nein?? Doch!! Ohhh!!!) Nach ihrer Bruchlandung trifft sie auf einen flügellahmen Engel namens Pygar, den sie wieder aufpoppt... äh, aufpeppt und mit ihm gegen die bösen Schergen des großen Tyrannen zieht. Der "Große Tyrann" entpuppt sich als brünette Domina, die scharf auf Barbarella ist. Weil sie die Lack-und-Leder-Diktatorin jedoch nicht ran lässt, kommt Barbarella in den Knast - aus dem sie sich allerdings mithilfe von - genau - Sex, wieder befreit. Nach mehreren haarsträubenden Situationen, die Barbarella jedoch alle durch - genau - Sex, übersteht, kommt sie schließlich dahinter, dass Durand-Durand das „Orgasmatron“ mittlerweile fertiggestellt hat: Die Opfer werden durch ein Übermaß an sexueller Stimulation getötet. Barbarella wird auch der Wirkung des Geräts ausgesetzt, (natürlich!) überlebt jedoch und das Gerät wird dabei zerstört.




Herausragende Dialogzitate:

Tyrant: "Hello, pretty-pretty."
Barbarella: "Hello!"
Tyrant: "Do you want to come and play with me? For someone like you I charge nothing. You're very pretty, pretty-pretty."
Barbarella: "My name isn't pretty-pretty, it's Barbarella."


Fazit:

Ganz großes Trash-Kino! So schlecht, dass es schon wieder gut ist. Allein schon für die Superwaffe, das "Orgasmotron", die skurilen Namen der Charaktere, wie "Dildano", und für den ersten Striptease in der Schwerelosigkeit (den Kylie Minogue im Video zu "Put yourself in my place!" kopierte) gibts fünf volle Eimer!


Trash-Wertung:




Kumpel, schneid' ihm den Weg ab!

Was hab' ich diese sprechende Karre geliebt. Mehr noch als den coolen GMC Sierra Pickup-Truck von Colt Seavers. Der hat die Kotflügel ja nicht auseinander bekommen, der sture Bock! Nicht so KITT, der schwarzer Pontiac Trans Am - mit blutrotem Scanner in der Motorhaube. Der hat gequasselt wie ein Wasserfall. G-r-a-n-d-i-o-s. Legendär der Turbo-Boost. Bei jeder Einstellung, in der Michael Knight (der Mann, der mit seinem Auto gegen das Unrecht kämpft!) den Knopf drückt, denkt man "Uhhh... nä, das wird nix" immerhin sah es jedesmal so aus, als lande KITT dermaßen auf der Schnauze, das gar nichts mehr geht - und *ZACK* Schnitt - spitze gelandet! Michael Knight wackelt noch ein wenig im Cockpit und ruft begeistert "Wow, Kumpel!" KITT sagt "Danke, Michael. Aber jetzt müssen wir Tanken, ich fahre nur noch mit Dämpfen!" Auf dem Weg zur Tanke wurde dann immer ein naives Mädel gerettet. Meistens alleinerziehend, mit so einem Lauser, der KITT und Michael suuuper cool fand. Grundsätzlich war der Anführer der ortsansässigen Gang (Motorrad, Baumaschinen, Rocker, tralalala...) hinter der alleinerziehenden Schönheit her. Da hat der Michael immer schnell die Lederjacke übergeworfen, ein bisschen in die Uhr gesprochen ("Hey Kumpel, komm sofort zum Hinterausgang!") und ist mit KITT im Dorf rumgefahren. Das hat dem Sheriff, egal wo, nie in den Kram gepasst: "Knight, wir sind hier anständige Leute, wir mögen keine Unruhestifter. Also setzen Sie sich in ihren Wagen und verschwinden sie!" Der Sheriff hatte immer Dreck am stecken! (KITT wusste sowas immer schon vorher "Michael, mir gefällt das nicht!")

KITT hatte in jeder Folge auch immer so lustige Sidekicks. Einen Hund, der ihn anpinkelt, zwei grenzdebile Autoknacker oder einen Landstreicher, dem er mal gehörig die Meinung geigt! Das Team der "Foundation für Recht und Verfassung" auch Klasse: Devon Miles, die alte Dörrpflaume und Bonnie, die fesche Mechanikerin, die in einer der späteren Folgen der dunklen Seite der Macht verfiel und durch diese bebrillte April ersetzt wurde. Michael Knight konnte übrigens vor Kraft kaum gehen und verliebte sich in jeder Folge - musste dann aber alleine mit KITT im Super Persuit Mode in den Sonnenuntergang fahren. Kein Wunder, dass der Hasselhoff das Saufen angefangen hat.

Ich kenn ja nur die deutsche Fassung, aber der Off-Kommentar des englisches Trailers ist um einiges schmissiger als das deutsche Intro. Ich meine, "Er kommt. Knight Rider. Ein Auto... ein Computer... ein Mann..." also bitte! Hier beide zum Vergleich.





Dienstag, 23. September 2008

Schizophrenie 2.0

Ygramul - die Viele. Da bekomme ich heute noch eine Gänsehaut, wenn ich diesen Namen höre. Die Viele - das mieseste Stück in der ganzen unendlichen Geschichte. Dieses abgrundtief böse Schwarmwesen. Das war selbst für die Verfilmung zu böse! Aber böse hin oder her, irgendwie komm' ich mir manchmal auch vor wie Ygramul. Wenn ich nämlich mal eben durchrechne Wer ich so alles bin... mannomann, da kommen aber einige Persönlichkeiten zusammen. Und wer ist Schuld an dieser morbus ygramul sprich der Schizophrenie 2.0? Genau! Das Internet! Genauer gesagt diese ominöse Schwarmintelligenz namens Facebook. Dort bin ich im Augenblick laut diverser Quizzes der Pirat Blackbird, the headless horseman, der chinesische Philosoph Laozi, der notorische Kopfgeldjäger Boba Fett aus Star Wars, Mr. Spock, der Vulkanier, Elitekämpfer Solid Snake, Geheimagent James Bond und natürlich Spiderman in einer Person. Außerdem bin ich Spartaner und Ninja. Ted Bundy war ich auch mal, das war mir aber zu unheimlich. Dafür bin ich allerdings ein Hurricane. Die ganzen Avatare aus Computerspielen gar nicht mitgerechnet (kann man ja gar nicht mitrechnen die Avatare, man wird ja sonst bescheuert!) Da soll man mit seinen ganzen Super-Fähigkeiten nicht durcheinander kommen! Sauber! Also wenn ich wüsste wer ich bin, würde ich mich nicht mit mir anlegen! Da ich meistens raten müsste, lass ich mich lieber in Ruhe.

Hört sich ja alles erstmal spitze an. Ich meine bei jeder Vorstellungsrunde sagen zu können: "Who I am? You really wanna know? I'm Spiderman!" oder "My name is Bond, James Bond" - das hat was. Oder wenn irgendeine Flachzange dumm fragt "was is'n das?" zu dröhnen "THIS IS SPARTA!!" Aber dann wäre morbus ygramul ja keine morbus, sondern etwas mit dem man einen ganz schönen Reibach machen könnte. Das Schlimme ist, dass man alles durcheinander bringt: Eben noch als Ninja im Schutze der Dunkelheit wie ein Schatten eine uneinnehmbare Festung infiltriert und plötzlich meldet sich Kumpel Blackbird, die Piraten-Persönlichkeit ,und brüllt - die obligatorische Buddl Rum in der Hand - alle Sicherheitskräfte mit einem schallenden "Klar zum Entern!" aus den Betten! Suuuper. Oder man hat als Boba Fett gerade einen Flüchtigen besiegt, will den zusammenschnüren und bei Darth Vader vorbeibringen *zack* ist man Laozi und murmelt bescheiden: "Ein guter Mensch erringt den Sieg und belässt es dabei. Er geht nicht zu Gewalttätigkeit über." Nicht gut fürs Geschäft! Gar nicht gut! Einmal war ich total in meiner Spock-Persönlichkeit drin, alles war logisch, faszinierend, vollkommen rational - und was kommt als nächstes? Genau *zzzuup* Headless Horseman! Da geht die ganze Logik flöten! Also wirklich, so kann ich nicht arbeiten.

Keine Ahnung wann es genau war, sagen wir vorgestern, ein herrlich aufgeräumter Schreibtisch und dann... ich merke sowas manchmal bereits im Ansatz, diesmal auch, ein Zucken im Augenlid... *baammm* Hurricane. Manche Unterlagen hab ich bis jetzt noch nicht wieder gefunden. Schön ist, dass ich an den Bleistiften in der Zimmerwand jetzt meine Klamotten aufhängen kann. A propos Klamotten... eben im Waschsalon - alles blau und rot verfärbt. Hmhm. Richtig: Spiderman-Outfit mitgewaschen. Das komische daran - ich hab gar keinen Spidey-Suite. Das kostet einen manchmal wirklich den letzten Nerv. Und dann jedes Mal die Frage: Fahr ich jetzt mit dem Aston Martin, nehm ich die Enterpreis oder lass ich mich gleich rüberbeamen? Beamen, genau, da sind wir wieder zurück bei Ygramul! Die Viele injizierte ihren Opfern ein Gift, das innerhalb einer Stunde tödlich wirkte, in dieser Zeitspanne konnte man jedoch an jeden beliebigen Punkt in Fantasien gelangen. Da kommt man dann an - tot. Nee ne ne, lass mal, da nehm' ich lieber den Aston Martin. Wenn ich jetzt nur wüsste, wer den wo abgestellt hat...

Montag, 22. September 2008

Otto, Greg... fliegt schon mal die Comet vor

Tach zusammen. Ich weiß, ich weiß... ewig nichts geschrieben, ewig nichts gepostet tralala. Gnagnagna. Aber man kommt ja zu nichts mehr - bei der ganzen Arbeit und Telefoniererei. Allerdings recherchiere ich gerade in Sachen "Personalethik bei Medienkonzernen". Und bis die Recherche abgeschlossen ist - sssssspppphhh. Sag ich nichts. Deswegen aber heute trotzdem eine Kleinigkeit. Neben den unglaublich schlechten Filmen, die früher wie heute so munter produziert wurden und werden, gab und gibt es ja auch noch einige Serien-Granaten. Deswegen hier in loser Folge die dollsten Serien aller Zeiten (und da waren nicht nur schlechte dabei!) Weil heute alles immer nur schlecht und böse ist fange ich mit meinem allerersten Bildschirm Helden an... manmanman, was wollte ich unbedingt diesen schnieken Anzug mit der Milchglasscheibe vorne drin haben!

Captain Future (1978)

Was für ein Haudegen! Der weiße Ritter des Weltraums! Das sollten sie heute mal neu verfilmen! Aber nein, da denken sich Lucas und Konsorten lieber Episode 1 aus oder schießen Indy in 'nem Kühlschrank durch New Mexico - s-c-h-ö-n-e-n Dank! Suuuper Idee! Aber zurück zu diesem schneidigen Manga-Recken! Der konnte ja alles: Raketen bauen, Säbelzahntiger bändigen, schießen wie ein Weltmeister - mit zwei Laser-Knarren (die an Kabeln hingen - uiuiuiui, da zitterte der Mob!) und was weiß ich nicht alles. Nur mit Frauen... das war jetzt nicht so der Renner. Mein Lieblingszitat:

Joan Landor (betete Captain Future ja an!): "Captain, ich kann doch das Raumschiff fliegen!" Daraufhin Future: "Aber nein Joan, Sie sind doch eine Frau!"

Okay... vielleicht ein Grund, warum die Neuverfilmung so lange auf sich warten lässt... die Dialoge zu entschärfen ist echt knifflig!!
Und was hatte der Captain Future für ein geiles Schiff - Die Comet! Wer sich mal die Entwurfszeichnungen für das Schiff von Han Solo in Star Wars angeguckt hat, der weiß: Han Solo hätte beinahe eine Comet verpasst bekommen - so eine duffte Schleuder war das! Damit haben sogar Zeitreisen hingehauen - Otto, der sagenhafte Androide musste nur den Riesenpropeller anwerfen und *WUPP* zurück in der Vergangenheit... oder geschrumpft in einem Mini-Universum - je nachdem wie rum der Propeller sich drehte. Wen gab's da noch? Jaahhh... Grag die alte Blechbüchse, der sich immer mit Otto gezofft hat (und diese beiden komischen Viecher der beiden, Oak und Yiek... die haben mich schon mit sechs genervt!) und natürlich Professor Simon, das lebende und fliegende (!!) Gehirn und Captain Futures weisester Ratgeber... obwohl der natürlich immer schon alles vorher weiß. Dann gab's noch Ezella Garnie, der war Weltraum-Marshall auch wenn sich sein Name anhört, als hätte er für Waschmittel werbung gemacht.

Das waren die Helden. Die Bösen waren auch ganz miese Typen: Vul Kuolun, der sah aus wie Robert Wagner und war außerdem der Sohn des Mörders von Captain Futures Eltern - eine fiese Möp! Auch der Herrscher von Megara war eine linke Bazille. Bis auf die Oberschurken haben es eigentlich immer alle bösen Wichte eingesehen, dass das jetzt nicht so dolle war mit Mord und Totschlag und gaben sich ganz zerknirscht (dafür gab's ein eigenes Musikstück!)


Donnerstag, 18. September 2008

Ohh mai gohd luk at dis!

Ehrlich gesagt bin ich zu erschüttert um das untenstehende Filmchen zu kommentieren... so stelle ich mir das absolut Böse vor! Also zumindest stelle ich mir vor, dass das absolut Böse genauso spricht...


Sonntag, 14. September 2008

Vampir-Nachschlag

Als ich gestern die Eckdaten von "Dracula jagt Mini-Mädchen" recherchiert hab, bin ich auf einen ganz heißen Anwärter für meine Liste der besten Trashfilme gestoßen: "Blacula".
Ganz großes Kino!!
Im Lexikon des internationalen Filmes heißt es sogar, dass „die ironische ‚schwarze‘ Variante des Vampir-Mythos“ zu einem „der besten ‚Blacksploitation‘-Filme überhaupt gehört, dank eines einfallsreichen Drehbuchs und eines überragenden Hauptdarstellers“. 1972 heimste "Blacula" sogar den goldenen Saturn der Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films in der Kategorie "Bester Horrorfilm" ein. Da freut sich nicht nur Quentin Tarantino... Leider gibt's den Film nicht bei der Online-Videothek meines Vertrauens und erst ab Ende Oktober als UK-Import-DVd im Handel - da hoffe ich nur auf das unergründliche Filmarchiv der Cinema-Redaktion. Falls jemand den Film zufällig hat, bitte sofort melden! Als Appetithäppchen hier der Trailer:


Freitag, 12. September 2008

Die Nacht der langen Zähne

Die Untoten geisterten die letzten paar Tage ja mit geradezu unheimlicher Regelmäßigkeit durch die Kommentare. Da führt jetzt also kein Weg mehr an Dracula und Konsorten vorbei. Nun dann hinunter in die leichenkalte Gruft der Vampirfilme, gegen die weder Knoblauch noch Weihwasser noch Holzpflöcke helfen...

Planet der Vampire (1965)

Die Raumkreuzer Argos und Galliot erkunden die unendlichen Weiten des Weltalls. Das fluppt eigentlich alles ganz gut, bis in der Nähe des Planeten Aura der Funkkontakt beider Schiffe plötzlich abreißt. Die Argos muss natürlich auf dem ungemütlichen Nebelplaneten notlanden. Nachdem der heldenhafte Captain Mark Markary (!!!) den Raumer so eben landen konnte, entdeckt die Crew das Wrack der Galliot und darin die grausam zugerichteten Leichen der Besatzung. Die ehemaligen Kollegen hält es nach der Beerdigung nicht lange unter der staubigen Erde des Planeten und gehen auf Mark Markay und seine Kumpels los. Fliehen wäre eine gute Idee, wenn bloß nicht der verflixte Meteor Rejektor hin wäre (Ich hasse es, wenn das passiert!)!



Herausragende Dialogzitate:

Mark Markary: "Sanya, What is it?"
Sanya: "Oh, I... I got a shock!"
Mark Markary: "How?"
Sanya: "Touching that!"
Mark Markary: [touches the object Sanya indicated] "Ouch!"

Fazit:


Zwar ist diese Space-Opera nicht das, was man befürchtet, also ein übles Cross-Over von Star Trek und Dracula, in dem Captain Kirk, Entschuldigung Captain Mark Markary, den Van Helsing im Austronauten-Dress gibt. Das ändert allerdings nichts an der kruden Handlung und den unterirdischen Schaupielern... denen hätte mit einem angespitzen Holzpflock wirklich geholfen werden können.

Trash-Wertung:





Dracula jagt Mini-Mädchen (1972)


Der Graf ist zurück! Und wer ist Schuld? Genau die Hippies! Nachdem 1872 Dracula im finalen Kampf (Mhmh... sicher, deswegen auch die dreitausend Sequels!) gegen Van Helsing das Cape an der Garderobe der
Höllenpforte eigentlich abgegeben hat, will ihn 100 Jahre später sein Jünger Johnny Alucard (Na, wer das rückwärts liest und Böses denk... ich weiß auch nicht!) wieder reannimieren. Das geht natürlich am Besten bei einer flotten Drogenparty in einer verfallenen Londoner Kirche - kann man sich ja an fünf Finger abzählen. Frisch aus der Urne auferstanden, leckt sich Dracula die Eckzähne und macht Jagd auf schmucke junge Londoner Dinger. Blöd nur, dass der Erzvampir ausgerechnet einer gewissen Jessica Van Helsing (Van Helsing? - Da war doch was!) an die Halsschlagader will. Deren Oppa spitzt die Holzpflöcke an und rückt dem Blutsauger zu Leibe - is' ja auch Familien-Ehrensache!





Herausragende Dialogzitate:

Van Helsing: "There IS a Satan!"
Inspector: "Of course. Otherwise we wouldn't need a police force, would we?"

Fazit:

Nachdem der Vorgänger "Dracula - Nächte des Entsetzens" (1970) an den Kinokassen sang und klanglos abgesoffen war, zog man bei der Produktionsfirma Hammer nicht etwa die Reißleine für die "Dracula"-Reihe, sondern verfiel auf die bahnbrechende Idee, den Vampir in die Gegenwart zu holen. Na schönen Dank auch! Kurze Röcke, lange Haare, Drogen, Rock- und Pop-Gedudel... Austin Powers hätte seine Freude gehabt! So kurz wie die Röcke waren allerdings auch die Auftritte von Christopher Lee als Dracula - irgendwie hatten die Drehbuchautoren beim Schreiben wohl aus den Augen verloren, dass der untote Graf der Hauptcharakter des Films sein sollte...


Trash-Wertung: