
Nicht nur, dass sich die Russen bei den Paramilitarialympics in Georgien ausgesprochen unsportlich verhalten, auch in Beijing klappt gerade beim Kader der Kader mal überhaupt nichts. Der Apparatschik Gennadi Schwets („Ein Desaster. Schlecht. Unglaublich. Das sieht doch jeder.“) hat schon einmal entrüstet vorgerechnet, dass Moskaus Modellathleten bei diesen olympischen Spielen gerade einmal läppische 55 Medaillen holen werden, davon 17 goldene. Äh... Moment mal... Da am Morgen der erste Blick ja automatisch auf den Medaillenspiegel fällt, weiß der geneigte Leser: Die russischen Renner haben doch erst zwölf mal Gold geholt. Weiß der Schwets da etwas?? Na sicher! Denn da es aus Moskaus Sicht gerade richtig Scheiße läuft, hat sich Vlad Putin (in Fachkreisen auch der „Puppenspieler“ genannt) persönlich eingeschaltet und mal eben 17 Goldmedaillen b-e-f-o-h-l-e-n. Bei Befehlsverweigerung wird das russische OC geschlossen nach Sibirien verlegt – in Badebekleidung.
Für die Zukunft untragbare Zustände! Deswegen hat sich Kollege Vlad etwas einfallen lassen. In Sotschi 2014 werden nun auf Drängen des dortigen Hausherrn (dem Vlad, dem gehört da ja alles) ein paar neue Disziplinen olympisch: Erst einmal Geländemarsch und Fallschirmspringen, beides als Einzel- und Mannschaftswettbewerb. Da in der Gegend von Sotschi ein Haufen Bären und Georgier rumrennen ist eine Knarre Pflicht. Außerdem soll der Motorsport aufgewertet werden (Gazprom ist ja nicht umsonst Premium-Sponsor), deshalb wird es erstmals eine Panzer-Rallye in den Disziplinen „Kette“, „Rad“ und „Synchronschießen“ geben. Bleiben noch die Demonstrationssportarten (in Beijing ja dieser Tage aus „Organisationsgründen“ ausgesetzt - aber nur ausnahmsweise!). Hier gingen die Überlegungen zunächst in Richtung „Waterboarding“. Allerdings räumen Experten im Kreml den Amerikanern dabei sichere Medaillenchancen ein. Das geht nicht! Deshalb ruderte man in Moskau zurück und will nun, auch aufgrund der Küstenlage am Schwarzen Meer, „Schiffe-Versenken“ ins olympische Programm aufnehmen.
Das aktuelle Dilemma des russischen Sports liegt mitunter daran, dass die anderen Nationen besser dopen. Das ist natürlich blöd! Ein Problem, mit dem auch die Amerikaner zu kämpfen haben, respektive ihre Sprinter. Diese aufgeblasenen Clowns sind ja das eigentliche Highlight der Spiele. Die müssen so schnell rennen, weil sie vor lauter Kraft nicht richtig gehen können. Anders die Jamaikaner... Usain Bolts (-> Goldjunge der Insel, der) läuft sogar mit offenen Schuhen Weltrekord. Zitat Richard Thompson (US-Sprinter): „Die machen wohl im Training irgendetwas Neues.“ Aha.
Und die Chinesen? Nichts Neues, eigentlich! Das Reich der Mitte gibt sich gewohnt kinderfreundlich. Wer hat denn bitte am meisten Spaß daran, vor tausenden – dieser Tage goldgeilen – Menschen in Hallen rumzuturnen, lustige Übungen an schicken Geräten zu absolvieren, genau gleich von irgendwo hoch oben ins Wasser zu springen und dafür auch noch einen glänzenden großen Taler zu bekommen? Genau, die Kinder! Und jetzt kommt das verdammte IOC als Spielverderber und nölt: „Nänänänänähh... ätsch kitsch kitsch, die is' aber keine 16 Jahre alt, die ist erst 14. Gold wieder abgeben.“ Jaja, wenn's doof läuft, dann ist die Hälfte der chinesischen Goldmedaillen wieder futsch. Bei diesen Gedankenspielen reibt man sich in Moskau schon die Hände... sooo schlecht liefe es in diesem Fall ja dann gar nicht! Tja, das ist das was Gennadi Schwets glaubt! Denn die Chinesen hätten dann noch 22 Medaillen... Russland stünde immer noch beschissen da!
再见

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