
„Wir schreiben das Jahr 2008. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung fünf Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt, dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.“
Das ging mir gestern wieder mal durch den kopf, als ich zum Mittagessen in die Kantine bin, denn der Besuch unserer Kantine ist nichts anderes als eine tollkühne, ja waghalsige Expedition!
Ein bisschen fühlt man sich wie Jean-Luc Picard (ich bin eher der Picard-Typ als der Kirk-Typ), der ist ja auch immer so tolerant und verständnisvoll... das braucht man bei diesem Essen einfach. Deswegen verzichte ich bei heiklen Außenmissionen in das Schiffelholz-Universum auch meist auf einen aufbrausenden Klingonen im Away-Team. Der rastet ja schon aus, wenn er gesagt bekommt „Hier, nehme’ Sie Salat!“. Zu gefährlich!
Nun gut, man dringt wirklich dorthin vor, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist. Ein Beispiel: „Seelachs im Tempuramantel Tomatensoße und Nudeln Salat [sic!!!]“. Für Romulaner mit Sicherheit ein Kriegsgrund, die Borg würden das sicherlich nicht assimilieren! Und bitte, „Tempuramantel“ hört sich für mich an wie irgendein Spiralnebel im Delta-Quadranten (sehr unschöne Gegend!).
Kniffelige Situationen sind keine Seltenheit im Schiffelholz-Universum. Kommt schon mal vor, dass man vor einer „Kartoffelspalte“ steht und nicht weiterkommt. Was um Himmelswillen ist bitte eine „Kartoffelspalte“? Wenn so etwas passiert bin ich immer versucht Sachen wie „Commander, scannen Sie die Kartoffelspalte auf Lebensformen“ oder „Mr. Data, nehmen Sie sich zwei Männer und sehen Sie sich das mal an“. Oder auch ein „Parmesanschnitzel von der Pute“? Was soll das denn? Ganz ehrlich, die Pute kann ihr Parmesanschnitzel gerne selber essen!
Lebensformen... ein gaaaanz heikles Thema!! Gibt es hier sehr mysteriöse. Gestaltwandler zum Beispiel: Kommen als „Hähnchenbrustfilet im Knuspermantel“ daher und kaum passt man einmal nicht richtig auf, nehmen sie die Gestalt von „Hacksteaks“ an... schmecken allerdings wie ein alter Mantel... sind aber nicht knusprig! Was bin ich immer froh, wenn „Pille“, der Schiffsarzt, mit seinem Tricorder dabei ist!! Der kriegt das mit den Schwermetallen an Ort und Stelle wieder hin – klasse Mann!
Noch so ein Fall für die „Monster of the Week“-Gallerie: Das „Badische Leberle“. Hört sich für mich an, wie eine Sagengestalt der indigenen Bevölkerung von Pampelmuhs IV. Generationen von kleinen schwarzen Schiffelholzianern wurden mit dem Satz „Wenn du nicht brav bist, holt dich das badische Leberle!“ um den Schlaf gebracht!!! Ein Alptraum... a propos Alptraum, da fällt mir spontan das Dessert ein - noch so ein Desaster. Die Wahl zwischen drei Desserts ist ohnehin eine Wahlfarce nach amerikanischem Muster: Weincreme, Vanillemouse und Rote Grütze schmecken i-d-e-n-t-i-s-c-h! Spock steht jeden Mittag davor und schüttelt „Faszinierend“-sagend den Kopf.
Mittlerweile habe ich auch durchschaut, warum man das Gefühl hat, jeden Tag völlig unbekannte Gesichter in der Kantine zu sehen... wenn bei Star Trek jemand auftritt, den man vorher noch nie gesehen hat – oh oh! Den frisst meist das Lavamonster, der erliegt der mandalorianischen Fersenpest oder... ja, oder er fällt in eine Kartoffelspalte. Kein Wunder, dass da es dort vor Unbekannten nur so wimmelt!
Transporterraum, Außenteam hochbeamen. Sofort!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen