Montag, 20. Oktober 2008

Wo sich Abgründe auftun...

Hamburg ist ja riesig. Ein Monster. Ein alles verzehrender Moloch. Ein Schmelztigel. Naja, ehrlich gesagt in China sind die Dörfer größer. Dass nur mal an alle "Hey, super Großstadt. Olé olé!"-Sager, ob sie nun aus Hamburg, Köln, München oder Berlin sind. Nichts desto trotz tun sich auch in Hamburg Abgründe auf, ganz wie in einer richtige Großstadt - hin und wieder jedenfalls. Der erste Abgrund drohte mich Mitte der vergangenen Woche zu verschlingen - unbedarft, wie es so meine Art ist hab ich mal beim HSV vorbei geschaut. Also im HSV-Mega-Store, wo es alles gibt: Tickets, Unterhosen mit HSV-Emblem, HSV-Dies und HSV-Das. Da hab ich mich - lässig am Schalter lehnend - mal erkundigt, wie das denn mit Karten für das Spiel gegen Schalke 04 aussieht. Nun, das Spiel war ja gestern (1:1) - allerdings bin ich immer noch erschüttert ob der Auskunft, die ich just an jenem Tage im HSV-Mega-Store bekam.

"Oh ja, sieht noch sehr gut aus, wir haben noch jede Menge billige Karten da!" Suuuper dachte ich da - doch irgendetwas ließ mich nicht sofort "Jaaaa, drei Stück sofort her und fünf auf Halde!" brüllen - abgesehen von der hübschen Brünetten in der Nebenschlange. Jedenfalls hab ich dann doch vorsichtshalber noch mal nachgefragt, was die "billigen Karten" denn kosten. 53 € hätte die Scheiße gekostet - für ein 1:1 - sind die bescheuert hier? Ja, die sind bescheuert hier. Das haben sie dann auch eingesehen. Auch Helge, Udo und Uns-Uwe hatten den Kanal voll! Mit denen wollte ich in Uns-Uwes Arena eigentlich eine Sause im VIP-Bereich veranstalten. Linde ist mit dem Rad erst mal ne Runde um den Block, so gekocht hat der. Na egal. Zum Glück hatte der Helge eine super Idee. "Ihr könnt uns mal, wir gehen jetzt nach St. Pauli und gucken da Fußball." Uns-Uwe meinte: "Machen wir!"

Spitzen Idee, die der Helge da hatte. War nur doof, dass es da noch hell war. Und nun hört auf meinen Rat, alle die ihr dort draußen weilt: Gehet nie auf den Kiez, wenn es hell ist!! Auch wenn ihr nur eine Sportsbar sucht! Das war nämlich der zweite Abgrund. Also, dass da eine Kaschemme neben der anderen liegt war mir ja von vorne herein klar, aber damit dass da einigermaßen wirkt muss es schon sehr, sehr dunkel sein. So dunkel, dass diese verehrte Dame, die mir ihre Dienste anbot einigermaßen aussieht kann es gar nicht werden! Naja, vielleicht hab ich sie auch falsch verstanden. An der Herbertstraße bin ich nur vorbei gegangen... v-o-r-b-e-i (jajaja, hätte ich das bloß nicht geschrieben) - dorten könnte mal der beherzte Dusch-Einsatz eines Wasserwerfers oder eines kompletten Feuerlöschzuges Wunder bewirken. Gut, dass es dort aussah, wie in China auf dem Dorf kann natürlich auch an den ganzen Schalker Fans gelegen haben die dort mal kurz so vorbeigeschaut haben (Wir erinnern uns der Mob von der Nordkurve!), was das denn da so für eine lustig abgesperrte Straße ist. Nur mal eben so geguckt, wa? Reingeguckt. Aber, lassen wir dass und kommen zu etwas völlig anderem. 



Schauplatzwechsel: Tropenaquarium Hamburg. All die exotischen Arten, die es in solchen Regenwald- und Unterwasserschaubuden zu sehen gibt, sind ja erst in zweiter Linie interessant. Viel toller sind ja die Exoten auf der anderen Seite der Scheibe, diejenigen, die solche Aquarien besuchen und glauben, sie gucken nur. Da waren alle Klassiker vertreten - vom "Was-ist-Was-Kind" ("Du Mutter sieh mal, dieses Nilkrokodil, das kann drei Monate lang ohne Nahrung auskommen!") bis hin zum Bus-Kasper der Kaffee-Fahrt, der einen Kalauer nach dem anderen dröhnt ("Ey kumma Elfriede, dat is doch deine Handtasche, die da schwimmt, hasse die doch nich im Bus gelassen?"). Ich bewundere beinahe die Krokodile um ihren Gleichmut - beinahe hätte ich dem Kalauer-Busfahrer einen Schubs gegeben, damit das Krokodil nicht drei Monate ohne Nahrung auskommen muss. Die Haie waren ähnlich drauf - ehrlich gesagt, ich glaube, die Riffhaie hätten die meisten der Besucher aus einer Anderen Welt, die sich an der Panorama-Scheibe die Nase plattdrückten und wild gegen das reflektierende Aquarienglas anfotografierten, nicht einmal gefressen, wenn vorher drei Fässer Blut in das Becken gekippt worden wären. Die Haie haben nur breit gegrinst - warum wohl?

Indiana Jones im Ferrari

Unter all diesen unsäglichen 80er Jahre Serien waren ja allen Unkenrufen zum Trotz auch einige Perlen dabei. Perlen vor die Säue des öffentlich rechtlichen Vorabendprogrammes. "Magnum p.i." war so eine Perle. Wobei... ich meine mich zu erinnern, dass "Magnum" ähnlich wie "miami Vice" (würg!) viiiieel zu brutal war und im ZDF erst nach 22 Uhr ermitteln durfte. Außerdem haben sie damals bei Reich-Ranitzkis-Lieblingssender sämtliche Hinweise auf Magnums traumatische Erlebnisse in Vietnam ausradiert. Vietnam? Nä, was war da? War da was? Nein!! Doch??? Ohhh! Das hätte Tante Erna aus Wanne Eikel sicherlich nur schwer verkraftet, wie Magnum und seine Kumpels da im Dschungel rumrennen.

In einer Hinsicht ist Thomas Sullivan Magnum III ja mein absolutes Vorbild. Nein, nicht die trendige Rotzbremse! Der Typ hat es geschafft ohne in einer einzigen Folge mehr als 5 Dollar in der Tasche zu haben in einer Villa auf Hawaii zu leben und im Ferrari rumzudüsen. Sein Kumpel Rick hatte einen Club am Strand!!! Und der andere Kumpel TC einen Hubschrauber!!!! Hallo? Was mach ich hier eigentlich? Gut, okay, Higgins war auch noch da, der alte Quälgeist und Hausverwalter. Jonathan Quayle Higgins III, der den Zweiten Weltkrieg beim MI6 im Alleingang gewann. "Ich erinnere mich noch an ein Unternehmen in Burma...", "Diese Vase war ein persönliches Geschenk von Marshall Chiang Kaishek", "bei meinem ersten Treffen mit der Königin" und so weiter... manmanman, Higgi war schon ein Teufelskerl, keine Frage! Und dann waren da noch die Jungs, Higgins Dobermänner. Appollo und Zeus. Die konnten gar nicht mit Magnum. Jedesmal wenn er mal wieder eine Pulle Rotwein aus dem Keller geklaut hatte kamen die Biester angehechelt.

Über alle acht Staffeln schwebte sie im Raum. Die Frage. Wer ist denn nun dieser superreiche Krimiautor Robin Masters, in dessen Haus der Magnum da lebt eigentlich? Wurde ja nie aufgelöst dieses Mysterium. Ich glaube ja Higgi war Robin Masters. War ihm sicher nur peinlich, Krimis zu schreiben.

Magnum war jedenfalls nicht Robin Masters, das geht nicht, weil Magnum eigentlich Indiana Jones ist. Jaja, im Ernst! Spielberg schreib ihm die Rolle quasi auf den Leib - blöd nur, dass er vertraglich gebunden war, weiter im Hawaii-Hemd zu ermitteln.




Herausragende Dialogzitate:

Higgins (to Magnum): "I did it because you have more dumb luck than anyone I know."

Magnum (voice over): "One of the cliches of my profession is that to get information from a bartender you have to slip him bills of various denominations. Bills that you can't afford with pictures of unfamiliar presidents and usually for information that isn't worth it."

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Hamburger Impressionen

Jetzt hab ich's heute endlich mal geschafft, die ersten paar Bilder aus der Hansestadt mit in die Redaktion zu schleppen und hochzuladen. Und das werden sicher nicht die letzten Bilder sein!


Wer hat, der hat!



Der Trend in Hamburg geht derzeit unbedingt zum Zweitporsche - gleichzeitig parkt der erfolgreiche Jungunternehmer mit Vorzeige-Blondine (sehr engagiert bei Charity-Events) gerne auch mal in der zweiten Reihe. Halteverbot? Schnickschnack! Zwei kleine Tipps an die zweitporschefahrenden Yuppies: 1. Lieber schnell die Knöllchen berappen - bevor die Kohle aufgrund der Bankenkrise doch noch flöten geht & 2. Vor Zweitporsche du dich hüten musst, die dunkle Seite sie sind!


Röhre-Gucken



In der neuen Hafen-City kann man wirklich alles machen. Total schick: In die Röhre gucken. Bei den Mietpreisen zwischen "Vasco-Da-Gama-Platz" und "Magellan-Terrasse" ist das viel leichter als es sich anhört.

Udo Lindenbergs Fahrrad...



Mit meinem alten Kumpel Udo bin ich vergangenes Wochenende auf dem Drahtesel in die Speicherstadt. Spitzen Ausflug! Was hat der wieder gesungen, der Linde! Erst wollte er ja nicht, der Langweiler – "Ey, vergiss es, ey. Da fliegt mir der Hut wech, Alter!" – Helge und ich haben ihn dann aber doch rumgekriegt, mit einer Pulle gutem Single-Malt. Bei einem Grog monologisierte Helge dann drei Stunden über Kreuzworträtselheftchen, redete sich richtig in Rage. Udo hatte wohl keinen Bock mehr, war auf einmal weg... nur noch sein Fahrrad stand einsam da...


Klassiker



 Naja, muss auch mal sein so ein Postkarten-Motiv...


Dienstag, 7. Oktober 2008

Na, fabelhaft Amelie...

Das war vielleicht eine Odyssee hier hoch in den Norden! Fast neun Stunden. Freiburg - Hamburg. Einmal quer durch die schöne Republik... muss man ja auch mal machen, war auch Tag der Einheit. Nachdem sich schon kurz vor Karlsruhe die ersten Autos so'n bisschen mit hundert Klamotten in die Quere gekommen waren (das kommt schon mal vor!) stand ich das erste Mal. Dann ging es erstaunlich lange gut, bis ich schließlich zweimal jeweils eine Stunde im Baustellenstau stand. Man will ja auch nicht hungern, deshalb... Autohof. Ich persönlich kann mit diesen Tank&Rast-Kombüsen wirklich nichts anfangen, da überwinde ich sogar meine - öfter eingebildete als tatsächlich angeborene - Abneigung gegenüber Fast-Food-Restaurants. An der Autobahn schmeckt es auch bei Burger-King anders... fast möchte man sagen "besser", traut sich aber dann doch nicht. Egal, Burger-King also. Blöderweise war am Freitag Spieltag in der DEL und die ganzen Eishockey-Freaks aus Kassel wollten unbedingt nach Hannover oder was weiß ich wohin. Zu irgendwelchen Scorpions halt. Zwischenstation machten sie jedenfalls in meinem schön ausgesuchten Burger-King Fast-Food-Restaurant. Spitze! Bisher dachte ich immer, der Mob steht bei Schalke 04 in der Nordkurve. Falsch! Verglichen mit diesen Hockeyfans ist die Nordkurve der Arena auf Schalke eine etwas größere Ausgabe des literarischen Quartetts. 

Der Burger-King-Laden war übrigens "Die fabelhafte Welt der Amelié", die hat dort nämlich bedient. Gaaaaanz in Ruuheee! Sachte, immer eins nach dem anderen. Bewundernswert, wenn eine Horde Eishockey-Oger derart geifernd nach einem doppelten Triple-Whopper brüllt, dass der Speichel die Kasse glitschig macht. Der Typ, der vor mir bestellte (ein Big King XXL-Menü und einen Triple-Whopper), erinnerte ein bisschen an den Höhlentroll aus "Der Herr der Ringe" – nur mit einem Eishockey-Trikot. Amelié wirkte jedenfalls vollkommen ruhig... vielleicht werden die bei Burger-King aber auch nach gelaufenen Kilometern pro Tag bezahlt. Amelié ging nämlich erst Mal den BigKing XXL holen, dann zurück zur Kasse, dann die Pommes holen ("Dadadadadada."), zurück zur Kasse (kontrollieren, ob sie was vergessen hat. Ja hatte sie! Ups!) dann den Whopper holen und zurück ("Irgendwas war doch noch bei so einem Menu dabei?!"), Getränk h-o-l-e-n, zurück... Majonnaise holen. M-a-j-o-n-n-a-i-s-e. Ist ja ohnehin ein langes Wort - das dauert schon beim Aussprechen lange. Bis das Zeug mal auf's Tablett gewuchtet ist! Naja, irgendwann - gefühlte zwei Stunden später - hatte ich sogar schon das erste Drittel meines Menus auf der Platte. Der Begriff "Fast-Food" gewinnt dort völlig neue Facetten. Nach knapp zehn Minuten war der Pappendeckel mit Hack und Salatblatt dann auch schon verzehrt. Musste ja auch weiter. Fabelhaft! Amelié bediente immer noch Oger. In Z-e-i-t-l-u-p-e! 

Im Auto dann der nächste Schlag: Kaum das Radio eingeschaltet trällern die Helden ihr "Aurélie" - schon wieder so'ne Franzosenbraut!