Montag, 24. November 2008

Liebesgrüße aus der Gerüchteküche

Kaum geht „Ein Quantum Trost“ an den Kinokassen ab wie eine Rakete brodelt es schon wieder ordentlich in der Gerüchteküche des MI 6. Geht schon los beim Titel: Bond 23 oder ganz hipp B-23. Sicherlich wird bald kolportiert, der nächste Einsatz des Agenten Ihrer Majestät geht unter dem Titel „Risico“ oder „The Hildebrand-Rarity“ ins Rennen – seit Feuerball soll ja jeder nächste Film so heißen.

Die klassische Bondformel ist ohnehin Geschichte. „Q“ wird wohl wieder nicht zum Einsatz kommen. Andererseits huschte in „Quantum“ ja schon so ein Techniker-Nerd mit Tweed-Jacket herum. Dieser Namenlose schob ungelenk Geldscheine auf einem klasse High-Tech-Schreibtisch von IKEA hin und her. Sicher werden die Bondmacher eine pfiffige Idee nach der anderen für einen "Q-esken" Super-Nerd haben. Einen der dauernd seine Brille sucht, obwohl er sie schon auf dem Kopf trägt, oder einen der immer und überall raucht. Und wenn dann einer meint „Hier ist rauchen verboten!“ sagt er „Sehe ich aus, als ob mich das interessiert?“ Und Bond grinst dann immer. Irgendwann geht dieser „Q“ dann mal mit Bond einen saufen und zeigt ihm eine völlig zerknitterte Zeichnung. „Hier, ich hab mir da mal was ausgedacht für Ihren neuen Wagen!“ (die werden die besten Kumpel aber Siezen sich immer!) Darauf Bond „Sehr schön, aber vergessen Sie den Schleudersitz nicht!“ Q: „Warum nicht gleich Stingerraketen hinter den Scheinwerfern?“ Bond: „Unbedingt!“ Am nächsten Tag stellt Q bei einem dieser "Glas-Burbon-Meetings" M die Idee vor und kriegt die Pläne um die Ohren gehauen „Sie sind noch schlimmer als 007, Q!“ Bond grinst dann wieder – aber Q auch, weil er den Wagen trotzdem baut, in seiner Privatlaube im Schrebergarten. DAS wäre mal ein Q!

Mit Moneypenny ist das eine ganz andere Sache. Die fand ich eigentlich immer doof. Außer Caroline Bliss (siehe unten) in den Dalton-Bonds, aber da fand das arme Mädel ja kaum statt. Aber die Ur-Moneypenny... am Wochenende kam „A View To A Kill“... gut, da war die gute Lois Maxwell schon jenseits von gut und Böse, aber trotzdem! Lieber weglassen. Der Hutständer könnte reaktiviert werden. Aber dann müsste ja Bond immer einen Hut tragen, den er zielsicher werfen kann – und Geheimagenten mit Hut?!? Also bitte, mehr Klischee geht ja gar nicht!









Was wieder unbedingt her muss ist ein Superschurke. Erst ein blut-heulender LeChiffre und jetzt ein böse-guckender Manager Green. Immer diese realistischen Schergen. F-ü-r-c-h-t-e-r-l-i-c-h. So ein grenzdebiler "Ich-hab-alles-Geld-der-Welt-und-hau-die-Erde-in-die-Tonne-weil-alle-auf-dem-Schulhof-gemein-zu-mir-waren“-Gegenspieler muss her. Einer der Bond schon deshalb umbringen will, weil 007 sportlich ist und er fett. 300 Kilo oder so wiegt der. So einen Schurken braucht Bond schon aus dem einfachen Grund, damit diese ganzen Penner aus dem Kino kommen können und dann "Mememe, das war ja gar nicht realistisch!" sagen können. Dieser böse Wicht hat dann natürlich ein standesgemäßes Hauptquartier irgendwo in den Alpen, wie in „For Her Majestys Secret Service“ mit dem Zahnpasta-Modell-Bond Lazenby. Oder etwas unter Wasser. Der Unterwasser-Spionagefilm ist in meinen Augen ja ohnehin das am meisten unterschätzte Film-Genre der Welt. Gut, es gibt mit „Thunderball“ nur einen guten Vertreter, vielleicht noch getoppt von „Never Say Never Again“, der is aber wiederum ein „Thunderball“-Remake, aber kein offizieller Bondfilm. SO WAS fänd’ ich gut.

Aus gut unterrichteten Kreisen erreichten mich erste Anhaltspunkte zum nächsten Bondfilm: 007 – mittlerweile wieder ganz auf MI6-Linie aber Trinker von Berufswegen (in jedem Meeting packt „M“ den Burbon aus!) – wird auf einen Bier-Lobbyisten angesetzt. Durch Unmengen gehorteten Bieres will Superschurke Lukas Lager (natürlich ein Deutscher) den Bierpreis in die höhe treiben und so die Weltwirtschaft ins Chaos stürzen. Nur Bond - überzeugter Martini-Trinker - kann die Welt retten!

Über die Rolle des Bösewichts wird derzeit hinter den Kulissen mit Ottfried Fischer und Franz Beckenbauer verhandelt. Nichts dran sei an den Gerüchten, Lothar Matthäus solle den bierernsten Bierbaron mimen. „Herr Matthäus hat sich quasi selbst auf die Besetzungsliste geschrieben“, dementierte Produzent Michael G. Wilson. Für die Rolle von Lagers Killer "Pierre Pils" soll der trinkfeste Robert Downey Jr. verpflichtet werden. Laut erster Drehbuchfassung bricht Pils seinen Opfern an der Kistenkante das Genick, wie andere eine Pulle aufkloppen. Arbeitstitel des 23. Bond-Films soll übrigens "James Bond - One for the Road" sein. Großes Rätselraten dagegen bei der Besetzung des Bondgirls. Angeblich will Barbara Broccoli ja, dass Camille aus „Quantum“ wieder auftaucht... wahrscheinlich nur wieder Geschwätz, so wie damals das Gerede über einen Jinx-Spin-off mit Halle Berry. Und diese Camille... die sah ja ganz gut aus, aber wenn die noch mal auftauchen soll, muss sie vorher zum Frisör und sich von ihrem Prinz-Eisenherz-Schnitt verabschieden.

6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich will, dass der Q-Verschnitt Moneypenny, Q und den Hutständer ersätzt, damit ein wenig moderne Homo- und Gegenstandserotik entsteht. Außerdem bin ich für Callmund als neuen Superschurken.

Anonym hat gesagt…

ersetzte einmal "ä" durch "e"!

Anonym hat gesagt…

und streiche ein "t"

Meine Fresse, ich war gerade Blut spenden und bin geistig auf niedrigem Niveau.

Kai hat gesagt…

Ich wusste gar nicht, dass du so oft Blut spenden gehst!

Kai hat gesagt…

Eine Doppelspitze des Bösen: Callmund und Lattek. Ihr Killer: Steffen Simmon - er tötet mit nur einem Wort.

Anonym hat gesagt…

Du weißt so einiges nicht von mir, z.B. dass ich alles über dich weiß! MUHAHAHAHA!!!

Und gemanagt wir das neue Spectre von Bierhoff... Wird ne grandiose Scheiße.