Trash-Wertung:
Montag, 25. August 2008
Die Besten der Besten der Besten Schlechtesten Filme
Trash-Wertung:
Feierabend im Blumenladen


So jetzt ist die Chose in Beijing endlich vorbei! Wurde ja auch irgendwie Zeit. Mehr Rekorde hätte kein Mensch ausgehalten. Was bleibt von diesen Spielen? Eigentlich eine ganze Menge, zum Beispiel, dass einige Nationen ganz schön was dazu gelernt haben. Die Amerikaner haben endlich den Durchbruch in der Gentechnik geschaft - erstmals ist es dem US-Miltär gelungen, einen Menschen mit den Fähigkeiten eines Hais zu klonen. Michael Phelps ist nicht nur ein großer Weißer, er schwimmt jetzt auch wie einer. Und das beste: Er kann sich seine Zahnersatzversicherung (1,95$/Monat) sparen, rückt doch jedesmal, wenn ein Zahn abricht ein neuer nach. Gut, er hat jetzt zwar acht Goldmedaillen aber mit diesen Ohren und dem Haigebiss hat der Goldjunge nicht mehr so Schlag bei den Frauen (siehe rechts).
Die Jamaikaner haben auch einiges dazu gelernt! Die haben zu allererst einmal gelernt doppelt so schnell zu laufen wie der Rest der Menschheit - sogar mit offenen Schnürsenkeln! Spitze! Kann wirklich nicht jeder. Wenn man die Sprintkollegen jedoch so hört - "Ich hab langsam keinen Bock mehr auf so'ne Scheiße! Riesenverarsche." - sind die Jamaikaner nur so schnell, weil die anderen Nationen die falsche Einstellung haben. Zum einen taucht das Wort "langsam" im Wortschatz eines jamaikanischen Sprinters niemals auf (heißt da eher "halb so schnell", oder so), zum anderen ist da auch noch diese angeborene Lässigkeit der Jamaikaner. Die sind so locker, so entspannt, essen ein paar Chicken Wings und sind allem gegenüber super aufgeschlossen - wirklich allem.
Und die Chinesen. Die sind ja in erster Linie mal stolz wie Bolle, dass sie den 4-Jahres-Plan von 50 Goldmedaillen, den die Partei 2004 angeordnet hat, um eine Medaille übertroffen haben. Und das IOC fand die Spiele ja auch ganz toll. Spitze mitgemacht, sozusagen. Der feine Herr Rogge hat sich einfach irgendwann nicht mehr blicken lassen, nachdem ihm ein ganzes olympisches Feuer aufging, dass das mit dem Sport und der Öffnung der chinesischen Diktatur jetzt nicht soooo wirklich hingehauen hat. Das einzige was hingehauen hat, war der chinesische Staatsapparat. Der hat nämlich - nur so ein klitzekleines Beispiel - zwei knapp 80-jährige Damen ins Arbeitslager gesteckt, weil sie beantragt haben, in einer offiziell ausgewiesenen Protest-Zone protestieren zu drüfen. Richtig gelesen, b-e-a-n-t-r-a-g-t. Ich meine, wer sich jemals mit der chinesischen Bürokratie auseinandersetzen musste (16.02.2001, Postamt Suzhou, Paket ins Ausland schicken!), der weiß, dass man bei so einem Antrag schon mal Amok laufen kann.
"Gegen was wollen Sie demonstrieren?" - "Gegen den Abriss meines Hauses. Steht doch da!" - "Nein, das steht in Feld 13, 'Abriss eines Hauses' gehört in Feld 12.1." - "Ja, gut, dann hab ich mich vertan." - "Vertan?" - "Ja, ein Mißgeschick." - "Feld 13 haben Sie angekreutzt!!" - "Ja, tut mir leid." - "Feld 13!!" - "Ähh... ja." - "Feld 13 bedeuted 'Sturz der kommunischtischen Partei und Einführung freier Wahlen'. Leutnant, führen Sie diese Terroristin ab!" - "Aber ich habe mich doch vertan!" - "Das wäre dann ein weiterer Anklagepunkt: Sie wollte die Partei stürzen und freie Wahlen einführen und wussten es nicht einmal!"
Das mit den Protestzonen ist auch so eine Sache. Irgendwie kommt einem das alles bekannt vor, das mit den Anträgen und dan verknackt werden. 1957, Maos "Lasst hundert Blumen blühen" Kampagne. Der alte Steuermann rief damals jeden im Reich der Mitte auf, seine Kritik am System laut auszusprechen, damit das Land auf seinem Weg schneller voran käme. Dass es angesichts Millionen von Toten und der Partei-Willkür gleich soviel Kritik gab, paßte aber nicht so wirklich ins Konzept. Deswegen wurden alle Kritiker ganz schnell zu "Rechtsabweichlern" erklärt und kamen ins Lager oder schlimmer. Hinterher hieß es immer, der alte Diktator hätte das von vorneherein so geplant, um seine politischen Gegener aus der Reserve zu locken. Ehrlich gesagt hat er, mehr oder weniger isoliert vom einfachen Volk, die politische Wirklichkeit im Land völlig falsch eingeschätzt.
Und das hat sich die KPCh bis heute gemerkt und daraus gelernt. Die haben nämlich verfügt, dass die Kritik erst einmal beantragt werden muss... der Antrag wird dann sofort weitergereicht in Ablage A. A wie Arbeitslager.
Mittwoch, 20. August 2008
Panzer gegen Kinderarbeit

Nicht nur, dass sich die Russen bei den Paramilitarialympics in Georgien ausgesprochen unsportlich verhalten, auch in Beijing klappt gerade beim Kader der Kader mal überhaupt nichts. Der Apparatschik Gennadi Schwets („Ein Desaster. Schlecht. Unglaublich. Das sieht doch jeder.“) hat schon einmal entrüstet vorgerechnet, dass Moskaus Modellathleten bei diesen olympischen Spielen gerade einmal läppische 55 Medaillen holen werden, davon 17 goldene. Äh... Moment mal... Da am Morgen der erste Blick ja automatisch auf den Medaillenspiegel fällt, weiß der geneigte Leser: Die russischen Renner haben doch erst zwölf mal Gold geholt. Weiß der Schwets da etwas?? Na sicher! Denn da es aus Moskaus Sicht gerade richtig Scheiße läuft, hat sich Vlad Putin (in Fachkreisen auch der „Puppenspieler“ genannt) persönlich eingeschaltet und mal eben 17 Goldmedaillen b-e-f-o-h-l-e-n. Bei Befehlsverweigerung wird das russische OC geschlossen nach Sibirien verlegt – in Badebekleidung.
Für die Zukunft untragbare Zustände! Deswegen hat sich Kollege Vlad etwas einfallen lassen. In Sotschi 2014 werden nun auf Drängen des dortigen Hausherrn (dem Vlad, dem gehört da ja alles) ein paar neue Disziplinen olympisch: Erst einmal Geländemarsch und Fallschirmspringen, beides als Einzel- und Mannschaftswettbewerb. Da in der Gegend von Sotschi ein Haufen Bären und Georgier rumrennen ist eine Knarre Pflicht. Außerdem soll der Motorsport aufgewertet werden (Gazprom ist ja nicht umsonst Premium-Sponsor), deshalb wird es erstmals eine Panzer-Rallye in den Disziplinen „Kette“, „Rad“ und „Synchronschießen“ geben. Bleiben noch die Demonstrationssportarten (in Beijing ja dieser Tage aus „Organisationsgründen“ ausgesetzt - aber nur ausnahmsweise!). Hier gingen die Überlegungen zunächst in Richtung „Waterboarding“. Allerdings räumen Experten im Kreml den Amerikanern dabei sichere Medaillenchancen ein. Das geht nicht! Deshalb ruderte man in Moskau zurück und will nun, auch aufgrund der Küstenlage am Schwarzen Meer, „Schiffe-Versenken“ ins olympische Programm aufnehmen.
Das aktuelle Dilemma des russischen Sports liegt mitunter daran, dass die anderen Nationen besser dopen. Das ist natürlich blöd! Ein Problem, mit dem auch die Amerikaner zu kämpfen haben, respektive ihre Sprinter. Diese aufgeblasenen Clowns sind ja das eigentliche Highlight der Spiele. Die müssen so schnell rennen, weil sie vor lauter Kraft nicht richtig gehen können. Anders die Jamaikaner... Usain Bolts (-> Goldjunge der Insel, der) läuft sogar mit offenen Schuhen Weltrekord. Zitat Richard Thompson (US-Sprinter): „Die machen wohl im Training irgendetwas Neues.“ Aha.
Und die Chinesen? Nichts Neues, eigentlich! Das Reich der Mitte gibt sich gewohnt kinderfreundlich. Wer hat denn bitte am meisten Spaß daran, vor tausenden – dieser Tage goldgeilen – Menschen in Hallen rumzuturnen, lustige Übungen an schicken Geräten zu absolvieren, genau gleich von irgendwo hoch oben ins Wasser zu springen und dafür auch noch einen glänzenden großen Taler zu bekommen? Genau, die Kinder! Und jetzt kommt das verdammte IOC als Spielverderber und nölt: „Nänänänänähh... ätsch kitsch kitsch, die is' aber keine 16 Jahre alt, die ist erst 14. Gold wieder abgeben.“ Jaja, wenn's doof läuft, dann ist die Hälfte der chinesischen Goldmedaillen wieder futsch. Bei diesen Gedankenspielen reibt man sich in Moskau schon die Hände... sooo schlecht liefe es in diesem Fall ja dann gar nicht! Tja, das ist das was Gennadi Schwets glaubt! Denn die Chinesen hätten dann noch 22 Medaillen... Russland stünde immer noch beschissen da!
再见

Dienstag, 19. August 2008
Auf der Suche nach der Melodie des Todes
Es gibt so Momente, da beneide ich Leute um ihren Tinitus... oder Taube. Am Samstag war ich auf der Hochzeit meines besten Freundes und da hatte ich das wieder. Dort spielte eine Musikkapelle zum Tanze auf. Vier „Wolle Petry“-Doppelgänger werkelten dann auch schon am frühen Abend an ihren professionell wirkenden Instrumenten. Später sollte sich herausstellen, dass einer der „Phantom-Flippers“ ausschließlich für die Nebelmaschine (!!) zuständig war - mit der ging es so alle halbe Stunde mal richtig rund. Während der obskure Bandname „Hoppla!“ mich zunächst nur etwas irritierte, machte mich die Unterzeile auf dem Bandplakat schon etwas skeptischer. „Des fetzt!“ stand da! Leute, die solche Sachen sagen wie „Ui, das ist aber ein fetziges Lied“ möchten auch, dass der Friseur ihnen mal „etwas freches verpasst“, schreien laut „Bingo“ wenn man ihnen eine richtige Antwort gibt oder antworten mit „ist gebongt“ auf Verabredungen. In den „Supernasen“-Filmen mit Mike Krüger und Thomas Gottschalk reden sie auch so. Dieses Vokabular ist ja schon historisch wertvoll! Total knorke, sag ich da nur!
Vielleicht sollte ich jetzt mal erwähnen, dass die Hochzeit richtig gut war... das lag allerdings nicht an den Spaßvögeln von „Hoppla!“ Es lag eher daran, dass nicht nur das Mineralwasser in Karaffen gereicht wurde, sondern auch der Schnaps (Zur Erklärung: Seine Familie kommt aus Polen, ihre Familie stammt aus Rumänien – noch Fragen?). Außerdem mussten zwei Drittel an unserem Tisch fahren, mochten keinen Schnaps oder waren Mutter – und ich kann doch so schlecht „nein“ sagen. Aber zurück zu „Hoppla!“ Wenn so ein Ensemble spielt, kann man nur eines machen. Genau! „Bingo“ spielen. Haben wir dann auch gemacht. "Lieder-Bingo". Der erste Treffer war „Sunshine Reggea“ von Laid Back.Dienstag, 12. August 2008
Bericht aus Beijing

So, jetzt kommt man ja wirklich nicht mehr um die Propaganda-Spiele in Beijing herum. Und das trotz der Zeitverschiebung... eigentlich wollte ich es vermeiden, etwas zu diesen Mao-Zedong-Gedächtnisfeierlichkeiten zu schreiben – das drohende Damoklesschwert des Einreiseverbotes schwebt über mir. Mal sehen wie lange es dauert, bis meine Kumpels vom 国家安全部 anrufen... obwohl... die rufen ja nicht unbedingt vorher an. Schicken lieber sofort Panzer! Wie jetzt vor dem Pressezentrum in Beijing, wo sie „zum Schutz für Athleten und Journalisten“ ein Schützenpanzer-Shuttle zu den Wettkampfstätten eingerichtet haben. Wenn ich so an den Verkehr auf den versmogten Straßen dieses Molochs zurückdenke, eine durchaus nachvollziehbare Maßnahme. Von wegen, der Panzer dort, um potentielle Demonstrationen im Keim zu ersticken... schnickschnack!
Allen Unkenrufen zum Trotz wird ja überhaupt nicht gedopt in Beijing. Nix. Nullamente. Gut, die eine Radsportlerin. Die zählt nicht, die ist aus Spanien und die Spanier dopen nicht, die haben nur irre ausgefeilte Trainingsmethoden. Gerade beim Fahrradfahren macht denen keiner etwas vor. Andererseits könnte es durchaus sein, dass Maria Isabel "Maribel" Moreno (wer so heißt muss dopen!!) zuviel von diesem Smog eingeatmet hat – und was das Reich der Mittel alles an Leistungsoptimierern in die Umwelt bläst will man eigentlich gar nicht wirklich wissen! Gesund isses nicht... nicht bei der Farbe und Konsestenz - vertraut mir!
Die Schwimmer haben damit weniger zu kämpfen. Die fitschen im futuristischen Wasserwürfel durch die modernsten Becken... mit einem Affenzahn. In diesem modernen Schwimmbad ist sogar das Wasser schneller als früher. Und dann er! Dieser Phelps! Ein Teufelskerl! Der schwimmt ja, als wäre ein Rudel Haie hinter ihm her... obwohl, wer weiß, was dieser Torpedo-Mensch vor dem Start alles einwirft, wahrscheinlich glaubt er tatsächlich, hinter ihm wäre ein Rudel Haie her... und Krokodile.
Jaahhh, die Chinesen! Die machen das wenigstens ganz konsequent mit dem Medaillen-Gewinnen. Im Gewichtheben zum Beispiel, bei den Frauen haben sie schon... nein, bei den Männern, da haben sie bisher... halt, es war doch bei den Frauen... also ehrlich gesagt, wenn man sich diese Hebefiguren mal genau anguckt... Da muss das IOC höllisch aufpassen, dass nicht so ein gewichthebender Mensch bei den Frauen UND bei den Männern antritt - würde dem durchschnittlichen ZDF-Gucker wohl kaum auffallen ("Ey Lotti, komma kuck'n. Die Schiensin sieht aus wie'n Schienese!").
Oh! Eben hat die deutsche Equipe Gold im Vielseitigkeitsreiten geholt! Spitze! Vorher schon Gold beim Judo und beim Bootfahren! Ich bin platt (Jahh genau, wie mein MTB-Reifen... wer war das??). Das tolle an Olympia ist ohnehin, dass man jeden Schrott anguckt. Würde gerne heute Abend ins Kino, geht aber leider nicht, muss vorschlafen: Um 3:24 Uhr kommen die Vorausscheidungen im Bogenschießen und anschließend spielt Taiwan gegen Venezuela... im Softball! Mörder-Spannung! A propos "Mörder-Spannung". Wundert es eigentlich irgendjemanden, dass die Chinesen ihre erste Goldmedaille im Schießen geholt haben?? Na dann...
再见

Scheiß Gummi!!!
Ohhhh... da schreien jetzt wieder alle auf. „Kann der doch nicht so sagen. Nicht heutzutage. Verhütung geht doch jeden was an. Und überhaupt!“ Das sind diejenigen, die nur wieder den Beischlaf im Kopf haben. Ich für meinen Teil rede von etwas ganz anderem... heute zumindest! Am Samstag hatte ich zum dritten Mal in fünf Wochen einen Platten an meinem Mountain-Bike! Super! Passiert grundsätzlich kurz vor oder kurz nach dem Gipfel. Endlich oben angekommen genießt man dort die Aussicht und... das stimmt ja eigentlich auch überhaupt nicht, wenn man anderthalb Stunden bergauf gefahren ist, dann ist einem die Aussicht erst einmal s-c-h-e-i-ß-e-g-a-l!
Kaum geht’s auf dem Rückweg über den zweiten oder dritten Stein (es ist immer der zweite oder dritte Stein!) nur noch ein plattes „Pfff“ oder auch ein scharfes „Pfflotsch!“ – je nachdem wie schnell man gerade unterwegs ist. Ich hatte jetzt am Samstag wieder so ein scharfes „Pfflotsch!“. Hatte mich gerade auf den Rückweg gemacht! Natürlich kein Flickzeug dabei. Und keinen Ersatzschlauch. Und schon gar keine Pumpe! Schönen Dank!
Das Beste sind dann immer die Kommentare von Wanderern oder andern Fahrradfahrern: „Wer sein Fahrrad leibt, der schiebt!“, „Nicht so rasen, junger Mann!“ oder auch „Vorsicht, ich glaub Sie haben da einen Platten!“ Wäre die Welt ein schlechter 80er-Jahre Actionfilm wie „Top-Gun“ (Ich sag’ nur „Verdammt, fliegt der Junge gut!“), würde ich jetzt sagen „Zwei von diesen Typen belästigen mich nie wieder!“ Nun ist die Welt ja kein 80er-Jahre Actionfilm, manche amerikanische Präsidenten wollen das zwar nicht wahrhaben, ist aber so. Andernfalls würde ein neuer Schlauch auch keine sagenhafte 6 Euro kosten... und sich dann schon nach drei Wochen wieder verabschieden. Spitze! Und eine neue Federgabel brauch' ich auch... wenn's läuft, dann läuft's!
Freitag, 8. August 2008
Unendliche Weiten

„Wir schreiben das Jahr 2008. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung fünf Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt, dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.“
Das ging mir gestern wieder mal durch den kopf, als ich zum Mittagessen in die Kantine bin, denn der Besuch unserer Kantine ist nichts anderes als eine tollkühne, ja waghalsige Expedition!
Ein bisschen fühlt man sich wie Jean-Luc Picard (ich bin eher der Picard-Typ als der Kirk-Typ), der ist ja auch immer so tolerant und verständnisvoll... das braucht man bei diesem Essen einfach. Deswegen verzichte ich bei heiklen Außenmissionen in das Schiffelholz-Universum auch meist auf einen aufbrausenden Klingonen im Away-Team. Der rastet ja schon aus, wenn er gesagt bekommt „Hier, nehme’ Sie Salat!“. Zu gefährlich!
Nun gut, man dringt wirklich dorthin vor, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist. Ein Beispiel: „Seelachs im Tempuramantel Tomatensoße und Nudeln Salat [sic!!!]“. Für Romulaner mit Sicherheit ein Kriegsgrund, die Borg würden das sicherlich nicht assimilieren! Und bitte, „Tempuramantel“ hört sich für mich an wie irgendein Spiralnebel im Delta-Quadranten (sehr unschöne Gegend!).
Kniffelige Situationen sind keine Seltenheit im Schiffelholz-Universum. Kommt schon mal vor, dass man vor einer „Kartoffelspalte“ steht und nicht weiterkommt. Was um Himmelswillen ist bitte eine „Kartoffelspalte“? Wenn so etwas passiert bin ich immer versucht Sachen wie „Commander, scannen Sie die Kartoffelspalte auf Lebensformen“ oder „Mr. Data, nehmen Sie sich zwei Männer und sehen Sie sich das mal an“. Oder auch ein „Parmesanschnitzel von der Pute“? Was soll das denn? Ganz ehrlich, die Pute kann ihr Parmesanschnitzel gerne selber essen!
Lebensformen... ein gaaaanz heikles Thema!! Gibt es hier sehr mysteriöse. Gestaltwandler zum Beispiel: Kommen als „Hähnchenbrustfilet im Knuspermantel“ daher und kaum passt man einmal nicht richtig auf, nehmen sie die Gestalt von „Hacksteaks“ an... schmecken allerdings wie ein alter Mantel... sind aber nicht knusprig! Was bin ich immer froh, wenn „Pille“, der Schiffsarzt, mit seinem Tricorder dabei ist!! Der kriegt das mit den Schwermetallen an Ort und Stelle wieder hin – klasse Mann!
Noch so ein Fall für die „Monster of the Week“-Gallerie: Das „Badische Leberle“. Hört sich für mich an, wie eine Sagengestalt der indigenen Bevölkerung von Pampelmuhs IV. Generationen von kleinen schwarzen Schiffelholzianern wurden mit dem Satz „Wenn du nicht brav bist, holt dich das badische Leberle!“ um den Schlaf gebracht!!! Ein Alptraum... a propos Alptraum, da fällt mir spontan das Dessert ein - noch so ein Desaster. Die Wahl zwischen drei Desserts ist ohnehin eine Wahlfarce nach amerikanischem Muster: Weincreme, Vanillemouse und Rote Grütze schmecken i-d-e-n-t-i-s-c-h! Spock steht jeden Mittag davor und schüttelt „Faszinierend“-sagend den Kopf.
Mittlerweile habe ich auch durchschaut, warum man das Gefühl hat, jeden Tag völlig unbekannte Gesichter in der Kantine zu sehen... wenn bei Star Trek jemand auftritt, den man vorher noch nie gesehen hat – oh oh! Den frisst meist das Lavamonster, der erliegt der mandalorianischen Fersenpest oder... ja, oder er fällt in eine Kartoffelspalte. Kein Wunder, dass da es dort vor Unbekannten nur so wimmelt!
Transporterraum, Außenteam hochbeamen. Sofort!
Dienstag, 5. August 2008
Der Tag der Taube

Hört sich an wie mein erster Spionage-Roman... ist aber viel schlimmer! Gegenüber unserem Balkon liegt irgend so eine architektonische Meisterleistung, die irgend so ein Künstler gekauft hat, um sich daraus ein Loft zu basteln (Wenn der anfängt zu hobeln gibt das einen Blog-Eintrag nach dem anderen). Entscheidend ist, dass auf diesem Gebäude ständig zwei gurrende Ringeltauben, in Fachkreisen auch als Columba palumbus bekannt, rumturteln. Das ist an und für sich schon mal richtig nervtötend, aber jetzt dachten sich diese beiden Ratten der Lüfte: „Rumgeturtelt haben wir genug, jetzt mal Butter bei die Fische!“ Gegurrt, getan... haben diese Columba palumbi die wahnwitzige Idee ausgebrütet, AUF unserem Balkon UNTER dem Polstersessel AUF der Kunstrasenmatte EIN Nest zu bauen! Das geht schon mal gar nicht! Wär’ ja noch schöner, wenn der ganze schöne Plastikrasen ein Raub des Palumbuskotes werden würde! 10 Kilo Nasskot hinterlässt so ein Vieh pro Jahr, sagt zumindest die Taubenabwehr Wien (kurz Taubenwehr Wien). In der Antike galten Tauben als Inbegriff der Reinheit – und da heißt es, das Mittelalter war finster!
Der ganze Quatsch von wegen Äste, Federn und alles was sonst noch zum Himmelbett für Tauben werden sollte, flog flugs über den Balkon. Das drohende „Ghhuhhrrr Ghhuhhrrr“ hinter mir hab ich geflissentlich ignoriert (merken: Hitchcocks „Die Vögel“ noch mal gucken, Fluchtwege vom Balkon freiräumen!) Und manchmal kommen sie wieder! Die Biester! Aber nicht mit mir, Palumbus! Hab' mir dann die Hochdruck-Wasserspritzpistole (mit Zielfernrohr!!) meines Mitbewohners gekrallt und zur Tarnung eine alte Fußmatte übergestreift. Die Einflugschneise der Unholde direkt vor der Flinte, lag ich dann auf der Lauer – r-e-g-u-n-g-s-l-o-s! Nun sind diese Halunken ja alles andere als blöde. Heißt, sie können sich bis zu 725 verschiedene Muster einprägen, Gemälde von Chagall und Van Gogh auseinander halten (hmhm... is' ja auch super schwer - blöde Tauben!) und Frauen- von Männergesichtern unterscheiden (da wird's manchmal schon schwieriger). Stimmt alles, denn nachdem ich da perfekt mit der Umgebung verschmolzen den Wasserwerfer im Anschlag lag (m-i-n-d-e-s-t-e-n-s eineinhalb Stunden) hat sich nicht einer dieser grauen Teufel blicken lassen - vorher saß Palumbus himself jede Minute in der Einflugschneise! Kaum hatte ich den taktischen Rückzug angetreten: „Ghhuhhrrr Ghhuhhrrr“. Erschütternd!
Die Chinesen machen es sich da einfach: Die bauen den Fliegenden Kanaillen Elektroden ins Hirn und steuern sie fern. Und dann schön weit weg mit den gefiederten Dissidenten... bis die Batterie schlapp macht. Werde jetzt wohl doch einen Profi engagieren. Habe deshalb alte Verbindungen spielen lassen und Kontakt zu Hamid al-Horus, genannt "Der Falke mit dem blutigen Schnabel", aufgenommen. Wo der hinhackt wächst kein Gras mehr... und schon gar kein Nest.
Empfehlungen für Taubengeplagte, Folge 389 und 390:
Samstag, 2. August 2008
Die Wahrheit ist irgendwo dort draußen... wahrscheinlich in Offenburg
Was? Gestern war Freitag? ... Wie machen das diese Außerirdischen immer? Verrücktes Volk.
A propos Außerirdische. Ein paar von denen waren ja am Donnerstagabend in Offenburg. Feiern. Ganz in Schwarz... Nicht, das ich da jetzt irgendetwas hineininterpretieren will, aber die Stimmung war lange Zeit - na, sagen wir mal vorsichtig, nicht unbedingt im Wirkungsbereich des Siedepunktes. Wenn diese Gruppe, ich nenne sie jetzt der Einfachheit halber mal den Münchner Mob, doch wenigstens ein, zwei Bierchen mehr getrunken hätten... wer weiß, wen die alles entführt hätten! Nun, so bildete die Bayrische Hofkamarilla aus dem Arabellapark erst mal einen Stuhlkreis und... äh ja... was haben die da eigentlich gemacht? Ich glaube, sie wollten locker und cool aussehen wie Münchner halt. Ging schief! Die einzig richtig coole Socke an diesem Abend war - wie so oft - Herr P. von der F.R. Hat wieder alles und jeden mit seinem Handy fotografiert (inklusive Allergietest-Planquadrat-Zeichnungen auf nackter Haut - jaja, da hat's geknistert!), murmelte dabei irgendetwas von privater Datenbank... glaube ich.
Auch der S. aus O. war da. Man, was habe ich drauf gewartet, dass der sich das Mikro schnappt und "I did it my Way" schmettert, oder wenigstens die MC Hammer-Hommage "Can touch this". Aber nein, weit gefehlt: Der gute alte 80er-Jahre Smash-Hit "Words, don't come easy" von F.R. Davids sollte es dann werden. Hammer!!
Und dann die Getränke. Es gab ja Unmengen an Getränken. Bier, Pils, Radler, Bier, Fanta, Cola, konnte man mischen, ganz nach Lust und Laune, Bier, Sprite, Radler und allen pipapo. Aber - und das muss man jetzt mal an dieser Stelle kritisch betrachten - ist da gar nicht so viel weggekommen. Damit haben wir auch den bescheuerten Spruch von wegen "weniger ist oft mehr" ad absurdum geführt. Wenn wir weniger bestellt hätten, dann wäre ja noch mehr übrig geblieben - also hätten wir mehr zurückgegeben, als wir vorher überhaupt gekauft hatten... das wird selbst in diversen Paralell-Universen schwierig!
Rückfahrt. Von der Party zurück. Die M.N. aus O. hat uns ja alle noch nach Hause gefahhhh... Baum! Achtung! Baum, Baum, Baum! Ich konnte nicht ganz nachvollziehen, warum sie die Szene aus "Diamantenfieber", in der James Bond auf zwei Rädern durch eine schmale Gasse fährt, unbedingt vor dem Offenburger Freibad nachstellen wollte! Und die Szene beim Einparken... die hätte es vor 25 Jahren locker in den Vorspann der Stuntserie "Ein Colt für alle Fälle" geschafft - in Z-e-i-t-l-u-p-e, sonst hätte man nichts erkannt.
Alles in allem war die Party recht nett (eigentlich das Todeswort für Parties... aber gut). Jedenfalls musste man niemanden lange suchen, zu Essen gab es reichlich und das Bier wurde auch nicht alle. Gut, Schnaps hat gefehlt... stimmt, jede Menge sogar! Nächste Woche dann. Zum Glück hatte ein Schank aus seiner Jugend die eine oder andere Karaoke-DVD bewahrt... da sind wir nochmal mit einem blutenden Ohr davon gekommen.
