Sonntag, 20. Dezember 2009
"Da John Wayne is a Oaschloch..."
Dienstag, 10. November 2009
Im Reisezentrum des Schreckens
"Ohne Nummer kann ich Sie nicht bedienen!"
"...leer!"
Sie starrt mich an. Ich versuche zurück zu starren. Das Rot der Fahrpläne hat mehr Chancen gegen die Neonröhren als ich gegen diese Verkörperung des Bösen.
"Sie müssen eine Nummer ziehen!"
Ich Resigniere bereits. "Ist ja gut."
"Nu werden Sie mal nicht frech!"
blitzt für einen kurzen Moment etwas auf. Etwas das mir einen Schauer über den Rücken jagt. Sie weiß es. Sie weiß bescheid. Sie gehört zu denen. Nickt sie tatsächlich kurz. Es ist 7:52 Uhr. Mein Zeitfenster schließt sich langsam aber unbarmherzig. Ich brauche eine Nummer. Schnell. Auf dem Weg zum Nummernautomat spüre ich den Blich dieses Ungeheuers wie glühende Nadeln in meinem Rücken. Und dann offenbart sich mir ihr perfider Plan in allen Einzelheiten: Wie aus dem Nichts stehen plötzlich vier Leute vor dem Automaten. Sie nicken mir zu... Panik steigt in mir auf... als ich meine Nummer anfordere ist es 7:59 Uhr. Der Automat röchelt wie ein sterbender Rasenmäher und spuckt einen Schein aus. 230. Nummer 224 lässt am Schalter gerade ihre Tasche fallen, deren Inhalt sich auf dem ganzen Hallenboden zu verteilen scheint. Sieben Köpfe drehen sich in meine Richtung und sehen mich an und nicken. Dann renn ich los... ohne 230. Es ist 8:30 Uhr und der Tag hat noch nicht einmal angefangen.Samstag, 7. November 2009
Freitag, 9. Oktober 2009
ZDF bei der Recherche ganz weit vorne
Ein Sakrileg!
Sehenswerter Müll am Wochenende
Killer Krokodil 2 - Die Mörderbestie
Freitag, 2. Oktober 2009
Der Panaden-Zwischenfall
So langsam hab' ich die Faxen dicke! Ich lass' mir ja einiges gefallen, sei es eine lückenlose 24h-Überwachung, abgehörte Telefone, ein Lieferwagen mit abgedunkelten Scheiben, der ständig und überall hinter einem herrollt oder Privatfernsehen... meinetwegen. Alles zum Wohle des Volkes, versteht sich. Von mir aus! Doch jetzt haben die eine weitere Eskalationsstufe auf der Treppe nach 1984 betreten.Wie es dazu kam, wird wohl nie ganz geklärt werden, wahrscheinlich bin ich der Geheimen Hauptverwaltung einfach zu gefährlich geworden. Nachdem ich vor Kurzem die Ferndiagnose des maroden Überwachungsapparates belauschen konnte war das absehbar. Nach akribischem Studium sämtlicher Protokolle und Abschriften war klar: "Der weiß zuviel, der muss weg!" Na super. Was die Schlapphüte jedoch nicht bedacht hatten: wenn man paranoid ist, lauert der Tod ohnehin überall. An j-e-d-e-r Ecke. Unbedarfte Menschen warten oft am Zebrastreifen und werden vom Klavier erschlagen. Kann mir nicht passieren: ich rechne immer mit einem fallenden Klavier. Klappt ganz gut. Lebe noch.
Um aber auf jenen Zwischenfall zurück zu kommen, der in der Überwachungsgeschichte der Nachkriegszeit noch Jahrzehnte beispiellos bleiben wird:
Ein nicht weiter erwähnenswerter Montag, 12:17Uhr, Hunger rumpelte mir durch die Magengegend wie ein Boxauto von der Kirmes, in dem sich ein achtjähriges Einzelkind abreagiert. Die Mensa lag nahe. Angesichts des wartenden Mobs hatte das Kombinat der Mensa vermutlich schon zum zweiten Mal in diesem Sommer Fleisch zugeteilt. Richtig vermutet. Paniertes Schnitzel. Mit Pommes. An sich nichts Ungewöhnliches. Trotzdem beschlich mich ein ungutes Gefühl...
Gedankenverloren schaufelte ich Fleisch und Pommes in meine leere Magengrube. Eigentlich ganz gut. Dennoch: irgendetwas stimmte nicht. Aber was? Hektisch schossen meine Augen unter halb geschlossenen Lidern hin und her. Nichts. Drei Pommes später das gleiche Gefühl. Beim Blick über den Tellerrand schien alles ruhig. Zu ruhig. Angespannt aß ich langsam kauend weiter... Aus dem Augenwinkel nahm ich eine plötzliche Bewegung wahr. Blitzschnell riss ich den Kopf herum. Da war sie, die grausame Wahrheit. Meine Gedanken rasten. Schlagartig war klar, was diese beängstigende Unruhe ausgelöst hatte. Bilder stürzten auf mich ein. Schwindel erfasste mich.
Dann ein trockenes Würgen, eher ein Röcheln. Alles drehte sich. Auf der Gabel, mit der ich eben erst zielsicher das letzte mundgerechte Stück Fleisch durchbohrt hatte, wand sich zuckend eine elfenbeinfarbene Made.Während meiner Kehle ein Stöhnen entfuhr, das die Jura-Studentinnen am Nebentisch befremdlich die Nase rümpfen ließ, nahm das Boxauto in meinem Magen erneut Fahrt auf. Eigentlich hatte ich mir meinem rebellierenden Innereien mehr als genug zu tun, trotzdem fiel es mir auf: die sich windende Made, die immer weiter ihre obszönen Kapriolen auf dem panierten Rest eines Schweines schlug... ausgerechnet auf meinem Teller. Absicht! Ganz eindeutig! Warum sollte ich sonst ausgerechnet das Schnitzel mit der madenverseuchten Panade abkriegen? Und doch bei allem Ekel musste ich der Brillanz dieses teuflischen Plans meinen Respekt zollen. Eine logistische Meisterleistung die Made aus dem Speck in die Panade des Schnitzels zu verpflanzen - lebendig und dazu auf meinen Teller abzusetzen. Richtiger Geheimscheiß war das. Die Made in der Panade! Das konnten nur die.
Wenn das der Webstuhl wüsste
Story: Nerd ist ein ganz übler Nerd. Erfährt dann aber von der Jolie, dass er der Sohn des besten Killers der Welt ist und geht dann bei einer Geheimorganisation in die Assassinen-Lehre. Spitzen Geschichte! Geht aber noch weiter. Die Attentäter dieser Gilde können um die Ecke schießen... so ein Kunstschuss über drei Straßenblocks schlabbern die locker aus der Hüfte - einmal mit dem Handgelenk geschlenkert und ZACK, exitus. Soweit so gut, aber wer sagt den besten der besten der besten Killer, wen sie meucheln müssen. DAS, und nur DAS ist der Beste Part an Wanted. Die Aufträge erteilt ein Webstuhl von dem keiner weiß, wer ihn bedient? Ein W-e-b-s-t-u-h-l? Meine Fresse, ich krieg zuviel. So etwas kann einem doch gar nicht einfallen! Albern! Und der Gipfel: derzeit läuft die Pre-Production für Wanted 2... Angelina Jolie soll wieder leicht bekleidet zur Knarre greifen... diesmal vielleicht als "Strickliesl".
Mittwoch, 26. August 2009
Der Kundendienst des Bösen
Wen ruft die Geheime Hauptverwaltung eigentlich an, wenn alle Bildschirme im Kontrollzentrum ausfallen?

Wahrscheinlich war das Schauspiel, dessen Zeuge ich vor kurzem wurde, beispiellos. Ich konnte gar nicht anders, als das Observationsteam meines Vertrauens zu belauschen. Dazu muss man vielleicht anmerken, dass auch der Kontrollstaat unter der Finanzkrise zu leiden hat. Kürzungen im Budget führen regelmäßig dazu, dass die Personaldecke immer weietr ausgedünnt wird. Die Zahl der Beobachter wird überschaubar. Sprich, man kennt sich. Kommt schon mal vor, dass ich ein Bier mit den Überwachungsspezialisten aus dem Lieferwagen trinken gehe. Ich mach' mir dann immer den kleinen Revoluzzer-Spass, mit den Schergen von Big Brother auf Lutz Eigendorf anzustoßen. Dann freu ich mich immer! Diebisch! Wie dem auch sei, da saß ich vor einigen Tagen mit den Richtmikrophon-Knechten Bierbank an Bierbank und plötzlich klingelt das Knecht-Handy (Bedeutet Anton Karas als Klingelton bei Geheimdienstmitarbeitern eigentlich Selbstironie oder Blödheit?)
"Ja, hier Mhmnsllem?" Seltsam, dass man in solchen Momenten nie den Namen versteht. Scholl-Latour-Syndrom! Doch bereits das lang gezogene "Ahhhh" und das mit einem verschwörerischen Seitenblick auf den Kollegen vorgebrachte "Sie sind es!" machte deutlich: da ist die Geheime Hauptverwaltung dran! Ich verkniff mir ein "Schönen Gruß" und spitzte die Ohren. Und es sollte sich lohnen!
Während der Schlapphut am Handy den Ausführungen des "guten Bekannten" lauschte, wich immer mehr Farbe aus seinem Gesicht. Irgendetwas ging da gerade gewaltig schief.
"Hast du das System schon neu gestartet?" Erneut lauschte der Schattenmann in den Hörer. Die Farbe seines Gesichtes - soweit man diesen Kalkeimer noch als Gesicht bezeichnen konnte - hatte inzwischen den Ton von getrocknentem Taubenkot angenommen.
"Nein, nein, du musst erst das Hauptsystem... ja... und dann... nein, mit der Fernbedienung..." Lauschen. Das verzweifelte Schlucken war selbst drei Tische weiter noch deutlich zu vernehmen.
"Die andere... ja... da sind drei Fernbedienungen... die, die aussieht wie die Fernbedienung für die Stereoanlage... die silberne..." Auch der zweite Schlapphut begann jetzt, nervös auf seinem Teil der Bierbank hin und her zu rutschen.
"Wie? Geht nicht? Muss aber! Die silberne hab ich gesagt... nein, nicht die schwarze!" Fassungsloses Kopfschütteln. Mir schmeckte mein saures Radler immer besser, und das, obwohl es bereits warm geworden war. Dann war es soweit, der Telefonierer reichte das Mobiltelefon entnervt an den Kollegen weiter."Es gibt Probleme!" erklärte er schnarrend. Nur mit Mühe gelang die Übergabe des schweißnassen Handys über den Biertisch, dessen Holzplatte plötzlich die Ausmaße eines Fußballfeldes anzunehmen schien.
"Ja? Was ist denn?" Binnen Bruchteilen von Sekunden glich auch die Gesichtsfarbe des zweiten Überwachungsspezialisten am Biertisch der glibberigen Peripherie eines Drei-Minuten-Eis.
Grinsend trank ich mein warmes Radler aus und hieß die bezaubernde Kellnerin, mir ein eiskaltes Pils zu bringen. Mein Grinsen verbreiterte sich zunehmend als ich von rechts hörte:
"N-E-I-N!!! Die silberne Fernbedienung! Silbern! S-i-l-b-e-r-n!"
Das perfekte System bekam die ersten Risse!
Montag, 24. August 2009
Schlimmer als die Rote Zora
Und das zehn Jahre von Xena, die Kriegerprinzessin - Wahnsinn! Red Sonja hat so ziemlich alles, von dem man sich heute mit Grausen abwendet, früher aber unbedingt sehen wollte: Eine durchgeknallte Hexe mit Goldmaske und Stringtanga, die die Welt mit einem grün leuchtenden Brocken Kryptonid zerstören will und natürlich ein paar unerschrockene aber strunzdoofe Helden, die mit ihren sehr sehr langen Schwertern jede Menge Köpfe absäbeln, um die Welt zu retten. Schön einfach, wie im Kalten Krieg. Gut gegen Böse. Schwarz gegen Weiß, allerdings in knallbunten Bonbonfarben.
Auf der Seite der Guten: der unter seinem Künstlernamen "Kalidor" kämpfende Barbar der ersten Stunde Conan (überraschend: Arnold Schwarzenegger spielt sich hier ausnahmsweise einmal selbst) mit Muskeln wie Stahlseile und einer schicken nur vom frechen Stirnreif gehaltenen Langhaarfrisur. Außerdem - tadaa Tusch - Brigitte Nielsen als schwertfuchtelnde Red Sonja. Zugegeben, 1985 war an der Nielsen noch mehr als 60 Prozent echt, aber sie konnte schon damals nichts.
Die Story? Schlicht! Gute Priesterinnen bewachen Talisman, böse Zauberin klaut Talisman und tötet Schwester von Red Sonja, die will Rache, mag übrigens keine Männer, weil sie vergewaltigt wurde, Mann kommt vorbei, "We kännot ledd sis häppen!" ZACK mit dem Schwert dazwischen gekloppt, Red Sonja mag den Mann dann doch, weil er so ein duftes Schwert hat, Ende. Wer denkt sich sowas eigentlich aus?
"Ai kännot kill idd, idd's a maschien!"
Trash-Wertung:

Mittwoch, 5. August 2009
Dial "P" for Paranoia
Mittlerweile sind alle Befürchtungen zur Gewissheit geworden: Ich werde überwacht! Es gibt keinen Zweifel. Ich sehe Gespenster? Natürlich, sehe ich sie. Ich w-e-i-ß, dass sie da sind! Knacken in der Leitung? Schritte im nächtlichen Hausflur, die plötzlich verstummen? Ständig rollt mir ein Lieferwagen mit getönten Scheiben nach – sehr langsam. Wenn ich mich umdrehe hält er. Jedes Mal läuft mir ein Schauer über den Rücken. Es ist immer ein anderes Fahrzeugmodel, aber die Farbe ist ähnlich... das sind die! Zunächst messe ich dem Gefühl, ständig beobachtet zu werden, keine große Bedeutung zu. Schlafmangel gepaart mit einer Portion Stress und angereichert mit jeder Menge deja vus gehören doch heute zum guten Ton.Auf mein mühsam hervorgebrachtes „Hallo?“ antwortet eine mir unverfroren gut gelaunte Stimme: „Hallo auch!“
„Oh, ich bin's natürlich!“ - Natürlich! Natürlich?
Mir ist in diesem Moment klar: Es ist ein Arschloch. Gleichzeitig bin ich mir unschlüssig, was mich mehr ärgert. Die Tatsache, zu dieser Zeit aus dem Schlaf gerissen zu werden oder diese beschissene gute Laune des ominösen Anrufers.
Willkürlich? Ich lege sofort auf. Woher haben die meine Nummer. Schweißgebadet stürze ich ans Fenster. Genau in diesem Moment rollt auf der Straße ein Lieferwagen mit abgedunkelten Scheiben vorbei - sehr langsam. Als ich das Fenster aufreiße, beschleunigt der Wagen und verschwindet mit quietschenden Reifen um die nächste Ecke. Jetzt weiß ich: sie sind hinter mir her! Die restliche Nacht verbringe ich seltsamerweise mit einem Kochtopf als Helm bei eingeschaltetem Licht in einer Ecke meines Zimmers. Wann kommen sie mich holen?
Sonntag, 19. Juli 2009
Kennen Sie Kafka?
In regelmäßigen Abständen sitze ich am Schreibtisch, starre ins Leere und frage mich "Was kann ich eigentlich?" Ziemlich schnell wird mir dann immer klar, dass dieses Starren und sinnieren Quatsch ist, weil ich ja eigentlich was kann... zwar nur ein bisschen, aber dieses Bisschen dafür ganz gut. Aber so ein Hinterfragen muss ja nicht unbedingt schlecht sein... so einige Leute könnten das ruhig mal machen. Am vergangenen Mittwochmorgen hab ich mit so jemandem telefoniert. Um 8:00 Uhr Morgens. Rückruftermin mit der Agentur für Arbeit. Man muss sich ja drei Jahre im Voraus "Arbeit suchend" melden. Deshalb ruft man dort an, damit die Agentur einen zurückrufen kann... telefonieren können sie dort nämlich. Immerhin. Um Mittwoch 7:59 Uhr klingelte schließlich auch mein Telefon. Ich dachte noch so "Junge, Junge, die sind aber früh dran!""Guten Morgen."
"Guten Morgen."
"Wir werden jetzt ihr Profil erstellen, also ich gebe jetzt Ihren Lebenslauf in das System ein."
"Tun Sie das."
Seltsamerweise hatte ich gute Laune. Allein deswegen hätte ich bereits misstrauisch werden müssen. Aber mal ehrlich, wer wird bei seinem ersten Rückruftermin mit der Agentur für Arbeit schon misstrauisch. Verstohlenes Tuscheln am anderen Ende der Leitung machte deutlich, dass ich es nicht nur mit einer Sachbearbeiterin zu tun hatte. Mindestens zwei Personen versuchten angestrengt, auf einem dieser uralten Röhrenbildschirme einen Sinn in irgendwelchen Antragsformularen zu erkennen. Sicherlich war die Luft im Büro abgestanden. Jedes Mal wenn man den Raum am Ende des langen dunklen Ganges durch die knarzende Tür betrat, traf einen der Geruch von muffigen Akten wie ein Faustschlag in die Magengrube... innerhalb weniger Sekunden sah ich das Innenleben der ganzen Behörde deutlich vor mir. Super. Das konnte ja heiter werden. Das Tuscheln erstarb.
"Guuut, fangen wir am besten mit ihrer Schulbildung an. Was ist Ihre höchste Schulbildung?"
Genau an diesem Punkt des noch sehr jungen Gesprächs hätte ich endgültig misstrauisch werden müssen. Bei der Frage "was ist Ihre höchste Schulbildung" sollte man die Amtsperson eigentlich sofort angetan mit Zwicker, Pommade im Haar und in tadelloserOrdonanzuniform vor sich sehen. Nichts! Ich wurde nicht misstrauisch... und ein kafkaeskes Verhängnis nahm seinen Lauf.
Ob es an der verklausulierten Bürokratensprache lag oder an einer frühmorgendlichen Begriffsstutzigkeit vermag ich rückblickend nicht mehr zu sagen. Jedenfalls war ich es nun, der kurz zögerte. Freilich blieb mir nicht allzu viel Zeit um zu Zögern, nur Sekunden später bellte es ohne ein einleitendes Tuscheln erneut "Ihre höchste Schulbildung?" aus dem Beamtenapparat.
"Ähh... Abitur", gab ich an, vollkommen davon überzeugt, eine offizielle Vertreterin des deutschen Sozialstaates könne mit dieser erschöpfenden Antwort etwas anfangen. Konnte sie nicht. Sie tuschelte verschwörerisch. Dann: Stille. Und genau jetzt begannen bei mir sämtliche Alarmsirenen zu schrillen. In Manier des alten Higgins aus dem 80er-Jahre Serien-Juwel "Magnum" dachte ich nur "O-h, M-e-i-n GOTT!"
Erneutes Tuscheln. Dann wieder Stille.
"Soo.... Abitur." Erneut erhob sich unverständliches Gemurmel. Nur hin und wieder drang ein unsicheres "hier vielleicht?" oder ein zweifelndes "nein, auch nicht" aus der amtsstubeninternen Kakophonie durch den Hörer. Unglaublich laut tickend zeigte die Uhr bereits 8:18 Uhr an.
"Ja, Abitur", versetzte ich vorsichtig.
"Wann war das denn?"
"1998", antwortete ich schon etwas erleichtert. Doch ich hatte mich zu früh gefreut.
"Und wie lange war das?"
In fassungslosem Entsetzen erstarrte ich, unfähig, die Tragweite dessen was soeben ausgesprochen worden war zu ermessen. Hatte sie gefragt "wie lange das war"? Während ich wie gelähmt am Hörer meines Telefons klebte wurde das Ticken der Uhr immer lauter. Ich ertappte mich bereits zum zweiten Mal dabei, wie ich über die Schulter blickte, um mich zu vergewissern, nicht beobachtet zu werden. War da nicht ein Geräusch gewesen? "Und wie lange war das?" Die Frage hallte noch immer unbegriffen in mir nach. Ich versuchte zu schlucken. Es gelang nicht. Mein Hals war völlig ausgetrocknet."Juni", krächzte ich mit letzter Kraft. Tuscheln am anderen Ende.
"Bis wann?" Auf meiner Stirn bildeten sich bereits Tropfen kalten Schweißes. Was wollte die von mir? Das war doch alles gar nicht war.
"Abitur Juni 1998", war alles war ich heraus brachte.
"Das sagten Sie bereits. Also... von Juni bis wann genau?" Mittlerweile hatte die Stimme meiner Gesprächspartnerin einen schneidenden militärischen Unterton bekommen. Ich sah ihre Kollegin direkt vor mir, wie sie die Faust schwang und lautlos "Härte zeigen, Schätzchen!" mit den Lippen formte. Es gab keinen Ausweg. Ich würde dieses Gespräch bis ans Ende aller Tage führen. Das wurde mir jetzt schlagartig bewusst. Dröhnend schob sich der Zeiger der Uhr Sekunde für Sekunde unaufhaltsam weiter.
"Ich... also das Abitur war im Juni 1998", versuchte ich es erneut. "Am Ende des Gymnasiums." Im letzten Augenblick verschluckte ich die Bemerkung, dass es sich um ein humanistisches Gymnasium gehandelt hatte. Ich war sicher, schon das kryptische Wort Gymnasium würde das verstohlene Wispern im Büro der Sachbearbeiterin und ihrer Kollegin zu einem entrüsteten Tuscheln anschwellen lassen... "humanistisch" hinzuzufügen hätte mit Sicherheit meinen Untergang bedeutet, dessen war ich gewiss.
"Die allgemeine Hochschulreife", schob ich erwartungsvoll nach. Nichts. Dann Tuscheln. Erneut blickte ich über die Schulter. War da nicht jemand gewesen? Irgendwo im Haus schlug eine Tür donnernd zu. Sicherlich der Wind, versuchte ich mich zu beruhigen. Als die Stimme der Sachbearbeiterin die unheimliche Stille nach dem Flüstern durchbrach, zuckte ich erschrocken zusammen.
"Oh ja... ich sehe gerade..." Ja? Was? Was sehen Sie? Mich? Ich blickte wieder über die Schulter. Nichts! Wirklich nichts? Dieser Schatten, der war eben...
"Da hab ich mich wohl etwas vertan. Abitur... Hier steht es" ... Wie bitte? Stille. Nur das Krachen der Zeiger. Rasselnder Atem. Ich verkniff mir die Frage, ob sie schon mal was von Franz Kafka gehört hatte. Es war 8:32 Uhr. Nach meinem Studienabschluss hatte sie noch gar nicht gefragt.
Donnerstag, 9. Juli 2009
Geheimscheiß
So ungefähr alle zwei Wochen bin ich immer sehr froh, dass ich nicht in Bangladesch lebe. Ich weiß auch nicht woher das kommt... ich kenn' da keinen... ich war da auch noch nie. Naja, vielleicht verwechsel ich mich auch - kann ja alles sein. Jedenfalls wunder' ich mich immer etwas, wenn ich alle zwei Wochen mal wieder froh bin, nicht dort zu leben. Gestern auch wieder... da saß ich bei einem schönen Glas eiskalten Leitungswasser vor einem Artikel über den Todesfluss Buriganga. Der fließt - welch wunderlicher Zufall - quer durch Bangladesch, durchschneidet die Hauptstadt Dhaka in geschmeidigen Windungen - und ist komplett tot! Von einem "frühindustriellen Abwasserinferno aus giftigem Sud, schillernder Brühe, Schmutz und Gestank" stand da was... fand ich schön formuliert. Gleichzeitig hab ich gedacht "bin ich froh, dass ich nicht in Bangladesch lebe".Hier im zivilisierten Westen ist das ja alles ganz anders. Hier kann man das Wasser direkt aus der Leitung trinken. Das gute Kraneberger. Gut, manchmal ist da ein bisschen Rost drin... Rost? Auf der Seite mit dem Artikel über den toten Buriganga stand weiter unten ein Artikel über deutsches Leitungswasser... vielmehr darüber, dass das, was gemeinhin für ein bisschen Rost im Kraneberger gehalten wird, eigentlich die Kadaver und der Kot von Wasserasseln ist. Die gemeine Wasserassel, Asellus aquaticus, 1758 von Carl von Linné erstmals beschrieben, wird bis zu 2 Zentimeter lang und hockt schon mal gerne gesellig in Wasserleitungen. In Nord- und Ostdeutschland nisten sich die possierlichen Krabbler viel lieber in Rohren ein als im Süden. Jajaja, das gute Kraneberger... schönen Dank! V-e-r-d-a-m-m-t-e K-a-c-k-e - nichts anderes hab ich da jahrelang unbedarft in mich hineingeschüttet. Wie furchtbar ist bitte die Vorstellung, sich an einem heißen Sommertag mit gekühltem Asselkot zu erfrischen?

Und das Schlimmste: Die Wasserwerke wissen das, sagen aber nichts, weil sich Kacke im Wasser so schlecht verkaufen lässt! Ein klassischer Fall von geheimem Scheiß! In diesem Artikel über Geheimscheiß standen noch einige Sachen, die die Wasserwerke in die Nähe der Sympathiewerte rückten, die derzeit die Raketentechniker der Nuklear-Hexenküche Vattenfall landläufig genießen. Zum Beispiel kippen die Chlor in die Leitung, um die Asseln abzutöten. Chlor und Asseln in der Wasserleitung... gut, das ist nicht das verpestete schwarze Gel, das durch den Buriganga sickert... aber es ist schon sehr nah dran. Soweit, dass diese Brühe bei uns aus dem Hahn sprudelt ist es noch nicht, bis dahin bin ich immer mal wieder froh, nicht in Bangladesch zu leben.
Montag, 6. Juli 2009
It was on the line!!
Dienstag, 30. Juni 2009
Das ist ja verrückte Science-Fiction!
Es war damals suuuper revolutionär, dass man Indy ausschließlich mit einer unglaublich klobigen Maus (vom Verkäuer als "unerhörte Innovation" angepriesen) durch die Jagd nach dem heiligen Gral lotste...
Heute sitze ich vor einem iMac... mit Funkmaus... und Online-Telefonie... sowas gab's damals noch nicht einmal in Science-Fiction-Filmen! Dafür war aber die Werbung für Computer und das dazugehörige Equipment um Einiges amüsanter als heute! Die schönsten Werbe-Versprechungen gibt's hier.
Freitag, 26. Juni 2009
You're gonna need a bigger boat!
Tatsächlich jagen Haie ähnlich wie Serienmörder, wie Meeresbiologen aus Miami jetzt herausfanden. Die Wissenschaftler untersuchten die Jagdstrategie von Weißen Haien mit einem Modell, das die Polizei zum Erstellen von Täterprofilen bei Serienmördern entwickelte. Dieses Ermittlungsverfahren beruht auf der Annahme, dass die Lage von Tatorten einer Mordserie Rückschlüsse auf den Wohnort des Täters zulässt. Will sagen: Serienmörder sind ein veflucht faules Pack und fahren nicht gerne weit.

Donnerstag, 25. Juni 2009
Dienstag, 23. Juni 2009
Umfassende Dossiers
Montag, 22. Juni 2009
Die waren ja eigentlich gar nicht so dick...
Donnerstag, 18. Juni 2009
Wie Colt auf'm Fahrrad
Colt hatte alles: In jeder Folge mindestens eine herrliche Kneipenschlägerei, einen unkaputtbaren GMC Sierra Pick-Up (okay, der musste schon ab und zu mal in die Werkstatt... ungefähr jede zweite Folge, aber was soll's... der Wagen landete um Einiges eleganter als K.I.T.T., die alte Schleuder). Colt kannte jeden beim Film und jeder beim Film kannte Colt. Wenn er über ein Set schlenderte, kam er aus dem Grüßen und Umarmen gar nicht mehr raus. Zu Colts Kumpeln gehörten Clint Eastwood und Steve McQueen... einer cooler als der andere! Außerdem hatte Colt eine Badewanne - draußen! Mann, ein toller Beruf, Stuntman, spitze! - Wollte ich dann damals auch werden. In irgendeinem Sommer wollte ich mit meinem blauen Fahrrad dann auch mal einen Colt-Sprung hinlegen - ging schief! In der dritten Klasse hat man eben noch keine Physik und die Schwerkraft ist in dieser Lebensphase nur ein sehr schwammiger Begriff.
Colt Seavers war so ein bisschen der James Bond des kleinen Mannes. Bond bekommt von "Q" ja auch immer genau die Ausrüstung, die er dann später braucht: Mini-Hubschrauber zum Zusammenbauen, Pressluftpatronen, unsichtbare Autos, etc. Bei Colt war das ähnlich, der legte zu Beginn jeder Folge genau den spektakulären Stunt hin, mit dem er 40 Minuten später die Bösen überrumpeln und einbuchten konnte. Durchschaubar aber wirkungsvoll. Ich fand das immer super! Mit neun Jahren findet man auch nichts dabei, wenn Colt den Telefonhörer mit einem genervten "Weiber" auf die Gabel knallt. Ich kann mich noch vage daran erinnern, dass meine Schwester einmal wegen irgendetwas ausgeflippt ist. Als meine Oma dann fragte, was los sei, hab ich nur gesagt "Weiber!" - Mein Opa hat sich weggeschmissen, meine Oma fand das nicht so toll. Und da meine Oma das Sagen hatte, durfte ich zwei Wochen nicht "Colt" gucken... Weiber eben!
Am Anfang dachte man ja immer, Colt hat was mit Jody. Dachte Colts Cousin Howie auch, der Knalldepp! War aber gar nicht so. Die waren nur gute Kumpels. Jody hatte nie einen Freund... die ganzen 109 Episoden über. Waren die eigentlich alle bescheuert in Hollywood? Ich hab mir dann immer ausgemalt wie das so läuft, wenn Jody in einer Bar angemacht wurde. Meistens von so Typen von 'ner Rockerbande.
Schmieriger Rockertyp: "Hey Süße, ganz alleine hier!"
Jody: "Nein, ich bin mit meinem Kumpel Colt hier. Mein Freund lebt übrigens in Deutschland und kommt nach, wenn er mit der Schule fertig ist."
Schmieriger Rockertyp: "Aber ich bin jetzt hier und..." --- ZACK--- Schon hatte Colt ihm eine verpasst - guter Kumpel!
Mittwoch, 17. Juni 2009
Was die Skythen schon wussten!
Kann man ja auch verstehen. Erst versauen einem Soldaten, die einen komischen Dialekt sprechen, die schon geplante Siegesfeier und dann nehmen auch noch die eigenen Mannen Reißaus – da steht man dann als König ganz schön blöd allein in der Gegend rum.
Mitunter aus diesem Grund hat Deutschland keinen König mehr sondern einen Kaiser. Der steht nicht mehr in der Gegend rum, sondern zieht im Hintergrund die Fäden – als... äh jo gut äh... wie sagt man äh... Lichtgestalt. Für’s Grobe hat der seine Leute, Oliver Bierhoff zum Beispiel. Der hat sich in der Tradition des alten Preußenkönigs zu Wort gemeldet, weil gerade einer öffentlich plant, stiften zu gehen.
Gewagt gewagt, Herr Jones! Zu behaupten „in Deutschland mögen sie Tätowierte nicht“, ist in etwa so tollkühn, als ob man sämtlichen Fußballern in der Ersten Fußball-Bundesliga überdurchschnittliche Intelligenz bescheinigt. Das wäre ja albern! Glaubt ja eigentlich auch niemand... außer vielleicht Lothar Matthäus. Aber trotzdem. Allerdings sollten man auch den Jermaine Jones nicht über’s Knie brechen, wo in der Bundesliga sowieso schon viel zu viel hochsterilisiert wird. Der Herr Jones hat sich schlicht und einfach vertan.
Als Fan von Tattoos will man ja auch wissen, woher das alles so kommt mit der Körperkunst. Und da stößt der Neugierige irgendwann zwangsläufig auf die Skythen, einen recht wilden eisenzeitlichen Reiterhaufen, der im ersten Jahrtausend v.Chr. immer mal wieder über andere eisenzeitliche Haufen herfiel. Die haben wohl mit der ganzen Tätowiererei angefangen. Die Deutschen, oder vielmehr die Leute, die dort lebten, wo heute Deutschland liegt, konnten die Skythen deswegen nicht so gut leiden, weil sie dauernd mordend und plündernd durch die Gegend zogen, nicht weil sie tätowiert waren. Sich anzumalen fanden eigentlich alle cool. Ötzi war übrigens auch tätowiert.
Bei der Lektüre von Renate Rolles Die Welt der Skythen: Stutenmelker und Pferdebogner – Ein antikes Reitervolk in neuer Sicht (Frankfurt/M 1980) wird Jermaine Jones etwas durcheinander gekommen sein. Aber dass in diesem Standartwerk der Unterschied zwischen "mordend und plündernd durch die Gegend ziehen" und "tätowiert sein" nicht deutlich genug herausgearbeitet wird, kann man ja schwerlich dem wissbegierigen Fußball-Intellektuellen ankreiden. Da hat er sich eben vertan. Kurz darauf hat er sich gleich nochmal vertan... ja, genau genommen hat er sich im Zorn sogar verwechselt! Das passt schon eher zum gängigen Bild vom Fußballprofi.
Und weil der feine Herr Jones schon einmal dabei war hat er sich noch einmal vertan! Er hat die Chance vertan, ein ganz großer im Bankgewerbe zu werden. Vielleicht wäre er in Südafrika mit sehr viel Engagement zum neuen Günther Hermann geworden... zu einem tätowierten Günther Hermann... einer verdammt coolen Sau. Dann hätte er ewig gelebt! Der Alte Bierhoff hat dann in etwa so was in der Richtung gesagt: „Du verfluchter Racker, willst du etwa Fußball spielen?“ Wie der Alte Fritz eben.
Mittwoch, 10. Juni 2009
Erlöse uns von dem Bösen...
Terminator - Die Erlösung kommt ganz ohne Humor aus und ist dennoch über alle Maßen komisch - unfreiwillig. Der Dialog zwischen Marcus Wright (Worthington) und der abgeschossenen Pilotin Blair Williams (Moon Bloodgood) in der nächtlichen Wüste liegt qualitativ nur knapp über den platten "Wieso liegt denn da Stroh"-Dialogen eines drittklassigen Pornostreifens. In Ermangelung neuer Text-Ideen werden auch schon mal Zitate aus den drei Vorgängern kurzerhand aufgewärmt, beispielsweise Schwarzeneggers hölzernes "Komm mit mir, wenn du leben willst!". Müsste man meinen, dass durch solche Zitate eine gewisse Kontinuität geschaffen wird, wirken die Zeilen hier nur ausgesprochen bemüht und deplaziert. Selten war das Gefühl, alles schon mal irgendwo gesehen zu haben, bei einem Film so stark wie bei Terminator - Die Erlösung: Die Terminator-Armee entpuppt sich als eine Transformers-Truppe für Arme, denen im Gegensatz zu den Original Falt-Robotern selbst mit einem Abschleppseil leicht beizukommen ist. In den postapokalyptischen USA kann man das Reifenquietschen förmlich hören, mit dem Mad Max in seiner verbeulten Karre jeden Moment um die nächste Düne biegt. Und John Connor geht einem sowieso spätestens nach einer halben Stunde mit seinen Auserwählter-Allüren genauso auf den Sack wie Neo in Matrix Reloaded und Matrix Revolutions. SkyNet selbst erweist sich als blank poliertes Hybridwesen, konzipiert aus dem galaktischen Imperium ohne Darth Vader, der künstlichen Intelligenz V.I.K.I. aus I, Robot und der Matrix höchstpersönlich. Diese Apokalypse sieht zwar dank Hurlbuts Kamera ganz nett und wie aus einem Guss aus, es bleibt aber zusammen geklaubt. Nicht verwunderlich, zeichnen sich John Brancato und Michael Ferris für das Drehbuch mit verantwortlich. Beiden verdankt die Menschheit den Plot des beispiellosen Catwoman mit Halle Berry.
Und dann fällt er doch noch, der Satz, der die Bedrohung der Terminator aus der Zukunft schon 1984 auf eine kurze Zeile eindampfte: "Ich komme wieder!" Doch diesmal ist es nicht die mordende Maschine, die die Drohung ausspricht, sondern John Connor selbst. Das macht einem mehr Angst als alle Terminator zusammen.
Sonntag, 17. Mai 2009
Hasta la vista... Baby
Egal, zurück zu Terminator. "The Gouvernator" spielt zwar nicht mit, aber als ich gestern das Teaserplakat für Terminator Salvation gesehen hab, bin ich beinahe aus den Latschen gekippt: Der Ratzl. Verrückt. Hätte ich ihm gar nicht zugetraut, dem alten Pharisäer. Aber wenn man sich den deutschen Titel des Films mal auf der Zunge zergehen lässt... Terminator: Die Erlösung! Klar... kann man sich ja an fünf Fingern abzählen, dass der Ratzl da mitspielt. Wenn es einer hinkriegt, dann der. Wahrscheinlich übernimmt er den Part mit den knackigen Onelinern. Dem Papst nimmt man das "I'll be back" schon irgendwie ab... er hat ja gute Verbindungen bis ganz oben.
"Das wär' doch was für dich..."
Donnerstag, 30. April 2009
Da Jürgen Bauer isch z'ruck!
D'r Jürgen dät sage: Ih kennt' kotza! Denn leider kann ich die schwäbischen 24-Filme des Herrn Dodokay nicht in den Blog integrieren. Juristischer Schnickschnack von wegen Urhebertralala, glaub ich zumindest! Jedenfalls isch d'r Jürgen wieder zurück: Vermieter Häberle hat nämlich die Faxen mit der WG dicke und holt Ex-Mieter Jürgen Bauer aus dem Knast, damit der den Sauladen wieder auf Vordermann bringt. Nach den ersten fünf Tagen deutet sich mit Tag 6 das große Finale an. Großes Special: Jürgen Bauer spricht im Making of darüber wie die Macher der Serie ticken. Granademäßig!
Mittwoch, 25. März 2009
Dienstag, 24. März 2009
Stoff für Serienjunkies
Einmal Pommes rot-weiß
Freitag, 13. März 2009
Glück auf, der Steiger kommt... der Treppen-Steiger
Junge, Junge, so Zwangshandlungen sind echt kein Spaß. Ich mein', ich kenn das ja auch: Wenn ich in eine Buchhandlung gehe muss ich mir mindestens zwei Bücher kaufen, meistens sind es aber mehr. Und das, obwohl ich noch dreißig ungelesen zu Hause liegen hab' (vom letzten Hugendubel-Besuch!). Deswegen mach ich meistens einen großen Bogen um diese Geschäfte. Am "Harras", der Station, wo ich derzeit immer in die U-Bahn einsteige, hat's allerdings einen ganz schlimm erwischt! Der muss ständig die Treppe rauf rennen, mit der Rolltreppe wieder runter, zu Fuß wieder hoch, Rolltreppe, und so weiter und so weiter. Wie lange weiß ich nicht, wenn ich abends zurück komme ist er zwar immer weg, aber ich glaube er macht das lange... es sieht zumindest sehr gekonnt und routiniert aus. Jetzt kann man sich so einen Zwang ja nicht aussuchen. Wär' ja sonst kein Zwang mehr! Aber wie perfide hat das Mutter Natur denn bitteschön eingerichtet? Kann der arme Kerl nicht nach oben FAHREN und nach unten LAUFEN... müssen? Oder wenigstens abwechselnd, Treppe runter is' auf Dauer für die Kniee auch nix. Dem zwanghaften Treppensteiger hätte ja auch der Zwang verpasst werden können, im Fahrstuhl immer auf sämtliche Knöpfe drücken zu müssen und mindestens vier Mal rauf und runter zu fahren, bevor er aussteigt. Gut, kriegt er spätestens beim dritten Mal runterfahren von den Mit-Elevatoren eins übergezogen - aber vielleicht hilft das ja. Bin ich Therapeut?Donnerstag, 5. März 2009
Frei:geschossen
Etwas Ähnliches ging mir auch durch den Kopf, kurz nachdem ich in dieses Siechenzimmer verlegt wurde. An oberster Stelle des Krankenhauses hatte man scheinbar keine Kosten und Mühen gescheut, mich mit den beiden interessantesten Fällen in eine Zelle... in ein Zimmer zu legen. Meine beiden Zimmergenossen erfüllten wirklich alle Klischees: Da der weg zur Toilette sagenhafte drei Meter achtzig betrug musste die Pulle herhalten... mehrmals. (Übrigens, die Dinger sind gar nicht so teuer! Wer alleine lebt, offene WG-Mitbewohner oder eine tolerante Freundin hat... mit Halterung ab 15 Euro zu haben. - ich kann die jedenfalls nicht mehr sehen!) Ekelhaft, genau! Außerdem ging der technische Firlefanz des Flaschenpinklers mindestens zweimal in der Nacht (nach zwei!!) losjaulte, weil einer der unzähligen Katheder abgeklemmt waren. Der zweite Kandidat erinnerte ungemein an den Wissenschaftler Stephen Hawking. Inklusive Riesenbrille und Sprachcomputer. Klingt jetzt alles sehr zynisch, aber wenn man eine Woche beinahe rund um die Uhr auf so einem Siechen-Zimmer liegt bleibt einem nur noch der Zynismus. Von meinem Fenster hatte ich einen sehr guten Blick auf das Freiburger Gefängnis... Ich hab mich mehrmals bei dem Gedanken ertappt, lieber im Knast sitzen zu wollen als in diesem Zimmer zu liegen. Irgendwann kann man nämlich nur noch liegen - so deprimiert ist man da!
Münchener Verhörmethoden
Montag, 2. März 2009
Wenn nur noch Pils gegen Pilz hilft
Rückblickend betrachtet war dieses erste Zimmer, in das sie mich verfrachtet haben, gar nicht mal so schlecht. Gut, ich lag nur rum und war vollkommen damit beschäftigt, meinen Frühstückskaffee nicht wieder auszuhusten und meine Pilzinfektion zu ignorieren (was nur bedingt möglich war), aber die Zimmergenossen waren lustige Vögel. Das muss das "Nasenscheidewand-Zimmer" gewesen sein. Alle die da lagen haben sich freiwillig die Nase brechen lassen. Verrückte. Wenn mich jemand fragt, was das so für Leute sind, die sich freiwillig die Nase brechen lassen, sag ich jetzt immer: "das sind die Leute, die jeden, aber auch wirklich jeden Satz mit einem dümmlichen "hehehe" beenden". Die haben's auch nicht anders verdient, dass ihnen die Nase gebrochen wird. Und was haben die gelitten... oje, oje... als hätten der Chirurg ihnen den Zinken mit Nitroglyzerin weggesprengt (zugegeben, auf den ersten Blick war das gar nicht mal so abwegig).
Mit so einem Pilz im Auge liest es sich ebenso schwer wie es sich fern sieht. Dementsprechend zäh gestaltete sich dann auch die Tages- und Abendgestaltung. Wäre da nicht der Husten gewesen, hätte ich den Pilz sicherlich mit Pils bekämpft. Schrecklich übrigens, dass das einzige, das ich einigermaßen lesen konnte ausgerechnet Kicker und SportBild waren - manmanman, so eine Riesenscheiße. Bisher hielt ich immer die FreizeitRevue für belanglos, aber was einem in diesen unsäglichen Sportpostillen aufgetischt wird, schlägt jede "Hansi-Hinterseers-treuester-Fan-von-Giraffe-totgeleckt"-Story aus dem Boulevard-Rätsel-Heft-Segment. Echt zum Abgewöhnen. Wie der Doppelpass im DSF, nur gedruckt!
Wenn man ich solchen Nasen-Zertrümmer-Zimmern liegt und mit Medikamenten zugeschüttet wird hat man seltsamerweise sehr bizarre Träume. Ich wurde zum Beispiel zwei Nächte hintereinander vom militärischen Widerstand (Canaris höchstselbst hatte mich an einem ungemütlichen Samstagnachmittag in sein Büro beordert!) als Doppelagent in eine Nazi-Ordensburg (glaub' es war die in Sonthofen, es lag Schnee) eingeschleust - kein Wunder das ich mitten in der Nacht schweißgebadet aufgeschreckt bin. An die anderen Nächte habe ich zum Glück keine Erinnerung... der Rest war Husten!
Dienstag, 24. Februar 2009
Zwei Wochen Urlaub mit Trakl und Benn
Samstag, 7. Februar 2009
Drei Deppen vom Dienst
Bestes Zitat ever: "Nichts wie weg hier, Leute!"
PS: Die Szene aus dem Vorspann, als die drei mit dem Schlauchboot anrauschen: Wetten dass sich der gute Nick da richtig in den Sand gelegt hat!
Sonntag, 25. Januar 2009
Die Geheimisse des Kartenlegens
Ein viel bedrohlicheres Problem für diesen aufstrebenden Nebenzweig der Automobil-Branche stellt allerdings die Orthographie dar! Man weiß ja oft überhaupt nicht, was die jetzt eigentlich von einem wollen. Klar, zunächst mal Auto kaufen. Aber danach hört es schon auf. Stutzig wurde ich etwa bei dem schönen Satz "Ich bin immer interessiert und dann rufen Sie uns an." Ein breit gefächertes Interesse finde ich prinzipiell erst einmal gut, aber woher weiß der jetzt, dass ich ihn genau dann anrufe, wenn der sich interessiert? Außerdem schreibt der, er ist "immer interessiert"... Manmanman, da hat er sich aber ein Ei gelegt, rufen sicher ununterbrochen Wildfremde bei ihm an. Auch sehr schön: Die immer wiederkehrende Phrase "Kaufe wie gesehen!" - jaja, wie du kaufst hab ich gesehen! Der Kartenleger schränkt sein Versprechen mit einem augenzwinkernden "Ohne Garantie!" auch in derselben Zeile wieder ein. Ungemein kryptisch auch folgendes, mir unterbreitetes Angebot: "Ankauf und verkauf von Gebrauchtwagen zum Export mit hohe km, m/o tüv, auch unfall und motorschaden". Hmhm, sehr schön. Heißt das jetzt, dass der das mit dem Unfall oder dem Motorschaden deichselt? Kostet das extra? Mein absoluter Lieblingssatz auf einer dieser "Möchten Sie Ihr Auto jetzt oder später verkaufen"-Karten ist jedoch "Wir kommen zu Ihnen egal wohin!" Da ist man schon erst einmal verwirrt: Wie "egal wohin"? Zu mir wollt ihr doch, meine Karre abholen! Wo muss ich denn dann jetzt hin - ist das auch egal?
Versteh' ich alles nicht, außerdem verkauf ich mein Auto nicht. Schon gar nicht am Telefon... obwohl, tauschen würde ich vielleicht.
Also, ich würde mich eventuell bereit erklären, meinen Polo (TÜV und Abgasplakette (grün) neu!!) gegen folgende Fahrzeuge zu tauschen:


Ich werde meinen Polo nicht - ich wiederhole: N-I-C-H-T - gegen folgende Fahrzeuge tauschen, weil doof:

Alle, die mir eben verschwörerisch eine "Möchten Sie Ihr Auto jetzt oder später verkaufen"-Karten zustecken wollten, wissen jetzt Bescheid. Was? Nein, Unfall oder Motorschaden brauch ich auch nicht... Wie? Ist mir scheißegal, ob die Karte laminiert ist!!







