Der Alte Fritz war ja ein ziemlich streitbarer Haudegen. Ganz besonders fuchsig wurde der preußische König immer dann, wenn sich jemand einfach verdrückte. So ist etwa die Anekdote überliefert, dass er seinen fliehenden Truppen nach der Niederlage gegen die Österreicher bei Kolin 1757 wutschnaubend hinterher gerufen haben soll: „Ihr verfluchten Racker, wollt ihr etwa ewig leben?“
Kann man ja auch verstehen. Erst versauen einem Soldaten, die einen komischen Dialekt sprechen, die schon geplante Siegesfeier und dann nehmen auch noch die eigenen Mannen Reißaus – da steht man dann als König ganz schön blöd allein in der Gegend rum.
Mitunter aus diesem Grund hat Deutschland keinen König mehr sondern einen Kaiser. Der steht nicht mehr in der Gegend rum, sondern zieht im Hintergrund die Fäden – als... äh jo gut äh... wie sagt man äh... Lichtgestalt. Für’s Grobe hat der seine Leute, Oliver Bierhoff zum Beispiel. Der hat sich in der Tradition des alten Preußenkönigs zu Wort gemeldet, weil gerade einer öffentlich plant, stiften zu gehen.
Kann man ja auch verstehen. Erst versauen einem Soldaten, die einen komischen Dialekt sprechen, die schon geplante Siegesfeier und dann nehmen auch noch die eigenen Mannen Reißaus – da steht man dann als König ganz schön blöd allein in der Gegend rum.
Mitunter aus diesem Grund hat Deutschland keinen König mehr sondern einen Kaiser. Der steht nicht mehr in der Gegend rum, sondern zieht im Hintergrund die Fäden – als... äh jo gut äh... wie sagt man äh... Lichtgestalt. Für’s Grobe hat der seine Leute, Oliver Bierhoff zum Beispiel. Der hat sich in der Tradition des alten Preußenkönigs zu Wort gemeldet, weil gerade einer öffentlich plant, stiften zu gehen.
Eigentlich wollte Jermaine Jones, in der Abwehr der Grubenkumpel auf Schalke auch ein ziemlich streitbarer Haudegen, für Deutschland bei der WM in Südafrika den Pokal holen. Blöderweise ist Nationaltrainer Jogi Löw jetzt nicht soooo ein Riesen-Fan von Jones und hat ihn nicht ins Team berufen. Der Abwehr-Haudegen aus dem Pütt glaubt sich nun einer Verschwörung ungeahnten Außmaßes auf der Spur: Er darf nur deshalb nicht spielen, weil er tätowiert ist, denn in Deutschland „mag man keine Menschen, die Tattoos haben“ weiß Jones.
Gewagt gewagt, Herr Jones! Zu behaupten „in Deutschland mögen sie Tätowierte nicht“, ist in etwa so tollkühn, als ob man sämtlichen Fußballern in der Ersten Fußball-Bundesliga überdurchschnittliche Intelligenz bescheinigt. Das wäre ja albern! Glaubt ja eigentlich auch niemand... außer vielleicht Lothar Matthäus. Aber trotzdem. Allerdings sollten man auch den Jermaine Jones nicht über’s Knie brechen, wo in der Bundesliga sowieso schon viel zu viel hochsterilisiert wird. Der Herr Jones hat sich schlicht und einfach vertan.
Als Fan von Tattoos will man ja auch wissen, woher das alles so kommt mit der Körperkunst. Und da stößt der Neugierige irgendwann zwangsläufig auf die Skythen, einen recht wilden eisenzeitlichen Reiterhaufen, der im ersten Jahrtausend v.Chr. immer mal wieder über andere eisenzeitliche Haufen herfiel. Die haben wohl mit der ganzen Tätowiererei angefangen. Die Deutschen, oder vielmehr die Leute, die dort lebten, wo heute Deutschland liegt, konnten die Skythen deswegen nicht so gut leiden, weil sie dauernd mordend und plündernd durch die Gegend zogen, nicht weil sie tätowiert waren. Sich anzumalen fanden eigentlich alle cool. Ötzi war übrigens auch tätowiert.
Bei der Lektüre von Renate Rolles Die Welt der Skythen: Stutenmelker und Pferdebogner – Ein antikes Reitervolk in neuer Sicht (Frankfurt/M 1980) wird Jermaine Jones etwas durcheinander gekommen sein. Aber dass in diesem Standartwerk der Unterschied zwischen "mordend und plündernd durch die Gegend ziehen" und "tätowiert sein" nicht deutlich genug herausgearbeitet wird, kann man ja schwerlich dem wissbegierigen Fußball-Intellektuellen ankreiden. Da hat er sich eben vertan. Kurz darauf hat er sich gleich nochmal vertan... ja, genau genommen hat er sich im Zorn sogar verwechselt! Das passt schon eher zum gängigen Bild vom Fußballprofi.
Reiten kann er auch nicht.
Gewagt gewagt, Herr Jones! Zu behaupten „in Deutschland mögen sie Tätowierte nicht“, ist in etwa so tollkühn, als ob man sämtlichen Fußballern in der Ersten Fußball-Bundesliga überdurchschnittliche Intelligenz bescheinigt. Das wäre ja albern! Glaubt ja eigentlich auch niemand... außer vielleicht Lothar Matthäus. Aber trotzdem. Allerdings sollten man auch den Jermaine Jones nicht über’s Knie brechen, wo in der Bundesliga sowieso schon viel zu viel hochsterilisiert wird. Der Herr Jones hat sich schlicht und einfach vertan.
Als Fan von Tattoos will man ja auch wissen, woher das alles so kommt mit der Körperkunst. Und da stößt der Neugierige irgendwann zwangsläufig auf die Skythen, einen recht wilden eisenzeitlichen Reiterhaufen, der im ersten Jahrtausend v.Chr. immer mal wieder über andere eisenzeitliche Haufen herfiel. Die haben wohl mit der ganzen Tätowiererei angefangen. Die Deutschen, oder vielmehr die Leute, die dort lebten, wo heute Deutschland liegt, konnten die Skythen deswegen nicht so gut leiden, weil sie dauernd mordend und plündernd durch die Gegend zogen, nicht weil sie tätowiert waren. Sich anzumalen fanden eigentlich alle cool. Ötzi war übrigens auch tätowiert.
Bei der Lektüre von Renate Rolles Die Welt der Skythen: Stutenmelker und Pferdebogner – Ein antikes Reitervolk in neuer Sicht (Frankfurt/M 1980) wird Jermaine Jones etwas durcheinander gekommen sein. Aber dass in diesem Standartwerk der Unterschied zwischen "mordend und plündernd durch die Gegend ziehen" und "tätowiert sein" nicht deutlich genug herausgearbeitet wird, kann man ja schwerlich dem wissbegierigen Fußball-Intellektuellen ankreiden. Da hat er sich eben vertan. Kurz darauf hat er sich gleich nochmal vertan... ja, genau genommen hat er sich im Zorn sogar verwechselt! Das passt schon eher zum gängigen Bild vom Fußballprofi.
Der feiner Herr Jones will nämlich ab sofort er für die Amis spielen. Moment? Wie jetzt "für die Amis"? Klare Sache, dass er sich da verwechselt hat! Eigentlich müsste er für die Skythen auflaufen, er ist ja tätowiert! Vielleicht kann er aber auch einfach nicht gut genug reiten. So ein Nationalmannschaftswechsel geht ja seit kurzem sogar, denn ein paar FIFA-Funktionäre haben das an einem Pool auf den Bahamas mit Bikinischönheiten und vielen Cocktails mal eben so beschlossen.
Und weil der feine Herr Jones schon einmal dabei war hat er sich noch einmal vertan! Er hat die Chance vertan, ein ganz großer im Bankgewerbe zu werden. Vielleicht wäre er in Südafrika mit sehr viel Engagement zum neuen Günther Hermann geworden... zu einem tätowierten Günther Hermann... einer verdammt coolen Sau. Dann hätte er ewig gelebt! Der Alte Bierhoff hat dann in etwa so was in der Richtung gesagt: „Du verfluchter Racker, willst du etwa Fußball spielen?“ Wie der Alte Fritz eben.
Und weil der feine Herr Jones schon einmal dabei war hat er sich noch einmal vertan! Er hat die Chance vertan, ein ganz großer im Bankgewerbe zu werden. Vielleicht wäre er in Südafrika mit sehr viel Engagement zum neuen Günther Hermann geworden... zu einem tätowierten Günther Hermann... einer verdammt coolen Sau. Dann hätte er ewig gelebt! Der Alte Bierhoff hat dann in etwa so was in der Richtung gesagt: „Du verfluchter Racker, willst du etwa Fußball spielen?“ Wie der Alte Fritz eben.

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