So ungefähr alle zwei Wochen bin ich immer sehr froh, dass ich nicht in Bangladesch lebe. Ich weiß auch nicht woher das kommt... ich kenn' da keinen... ich war da auch noch nie. Naja, vielleicht verwechsel ich mich auch - kann ja alles sein. Jedenfalls wunder' ich mich immer etwas, wenn ich alle zwei Wochen mal wieder froh bin, nicht dort zu leben. Gestern auch wieder... da saß ich bei einem schönen Glas eiskalten Leitungswasser vor einem Artikel über den Todesfluss Buriganga. Der fließt - welch wunderlicher Zufall - quer durch Bangladesch, durchschneidet die Hauptstadt Dhaka in geschmeidigen Windungen - und ist komplett tot! Von einem "frühindustriellen Abwasserinferno aus giftigem Sud, schillernder Brühe, Schmutz und Gestank" stand da was... fand ich schön formuliert. Gleichzeitig hab ich gedacht "bin ich froh, dass ich nicht in Bangladesch lebe".Hier im zivilisierten Westen ist das ja alles ganz anders. Hier kann man das Wasser direkt aus der Leitung trinken. Das gute Kraneberger. Gut, manchmal ist da ein bisschen Rost drin... Rost? Auf der Seite mit dem Artikel über den toten Buriganga stand weiter unten ein Artikel über deutsches Leitungswasser... vielmehr darüber, dass das, was gemeinhin für ein bisschen Rost im Kraneberger gehalten wird, eigentlich die Kadaver und der Kot von Wasserasseln ist. Die gemeine Wasserassel, Asellus aquaticus, 1758 von Carl von Linné erstmals beschrieben, wird bis zu 2 Zentimeter lang und hockt schon mal gerne gesellig in Wasserleitungen. In Nord- und Ostdeutschland nisten sich die possierlichen Krabbler viel lieber in Rohren ein als im Süden. Jajaja, das gute Kraneberger... schönen Dank! V-e-r-d-a-m-m-t-e K-a-c-k-e - nichts anderes hab ich da jahrelang unbedarft in mich hineingeschüttet. Wie furchtbar ist bitte die Vorstellung, sich an einem heißen Sommertag mit gekühltem Asselkot zu erfrischen?

Und das Schlimmste: Die Wasserwerke wissen das, sagen aber nichts, weil sich Kacke im Wasser so schlecht verkaufen lässt! Ein klassischer Fall von geheimem Scheiß! In diesem Artikel über Geheimscheiß standen noch einige Sachen, die die Wasserwerke in die Nähe der Sympathiewerte rückten, die derzeit die Raketentechniker der Nuklear-Hexenküche Vattenfall landläufig genießen. Zum Beispiel kippen die Chlor in die Leitung, um die Asseln abzutöten. Chlor und Asseln in der Wasserleitung... gut, das ist nicht das verpestete schwarze Gel, das durch den Buriganga sickert... aber es ist schon sehr nah dran. Soweit, dass diese Brühe bei uns aus dem Hahn sprudelt ist es noch nicht, bis dahin bin ich immer mal wieder froh, nicht in Bangladesch zu leben.
3 Kommentare:
OK, ab jetzt nur noch Bier; und zwar aus Flaschen!
Auch Kaffee und Tee werden nun nicht mehr Wasser aufgekocht können.
Die Weisheit 'Der kocht auch nur mit Wasser' hat nun ein Geschmäckle, wie man hier unten sagen würde.
Schlimm, schlimm, schlimm, diese NeuigKAIten.
Hier und da fehlt ein Füllwort. Wer sie findet, dem spendier' ich ein Bier - Flaschenbier natürlich!
Da sag nochmal einer, er könne kein Wässerchern trüben!
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