Montag, 24. August 2009

Schlimmer als die Rote Zora

Vor dem nächsten Kapitel meiner paranoiden Wahnvorstellungen mal wieder ein krudes Machwerk des Trash-Kinos:

Red Sonja (1985)

o tempora, o mores... Anfang der 80er Jahre fanden es viele Menschen toll - "dufte", wie es damals hieß - wenn irgendein Muskelprotz in knapper Lederbadehose dem unsagbar Bösen ins Handwerk pfuschte und mal so richtig mit dem Schwert dazwischen kloppt. Jahaaa, dachte sich da der sagenumwobene Produzent Dino de Laurentis, da hab ich noch eine viel duftere Idee: Eine streitbare Amazone in knappen Lederbikini, die mit dem Schwert dazwischen kloppt!
Und das zehn Jahre von Xena, die Kriegerprinzessin - Wahnsinn! Red Sonja hat so ziemlich alles, von dem man sich heute mit Grausen abwendet, früher aber unbedingt sehen wollte: Eine durchgeknallte Hexe mit Goldmaske und Stringtanga, die die Welt mit einem grün leuchtenden Brocken Kryptonid zerstören will und natürlich ein paar unerschrockene aber strunzdoofe Helden, die mit ihren sehr sehr langen Schwertern jede Menge Köpfe absäbeln, um die Welt zu retten. Schön einfach, wie im Kalten Krieg. Gut gegen Böse. Schwarz gegen Weiß, allerdings in knallbunten Bonbonfarben.




Auf der Seite der Guten: der unter seinem Künstlernamen "Kalidor" kämpfende Barbar der ersten Stunde Conan (überraschend: Arnold Schwarzenegger spielt sich hier ausnahmsweise einmal selbst) mit Muskeln wie Stahlseile und einer schicken nur vom frechen Stirnreif gehaltenen Langhaarfrisur. Außerdem - tadaa Tusch - Brigitte Nielsen als schwertfuchtelnde Red Sonja. Zugegeben, 1985 war an der Nielsen noch mehr als 60 Prozent echt, aber sie konnte schon damals nichts.
Die Story? Schlicht! Gute Priesterinnen bewachen Talisman, böse Zauberin klaut Talisman und tötet Schwester von Red Sonja, die will Rache, mag übrigens keine Männer, weil sie vergewaltigt wurde, Mann kommt vorbei, "We kännot ledd sis häppen!" ZACK mit dem Schwert dazwischen gekloppt, Red Sonja mag den Mann dann doch, weil er so ein duftes Schwert hat, Ende. Wer denkt sich sowas eigentlich aus?

Herausragende Dialogzeile:

"Ai kännot kill idd, idd's a maschien!"


Trash-Wertung:




2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Konnte den Trailer nur bis Sekunde 56 ansehen. Dann bin ich erschöpft zusammengebrochen.

Kai hat gesagt…

Zu recht! ;-) Bin immer noch in der Reha nach diesem Machwerk (hab's tatsächlich ganz gesehen)