Sonntag, 20. Dezember 2009

"Da John Wayne is a Oaschloch..."

Spätestens seit "Der Mann, der Liberty Valance erschoß" wissen wir, dass der Wilde Westen komplett prärie-romantikfrei war. Die Pionier-Nester waren nichts anderes als windschiefe Bretterbuden inmitten schlammiger Wanderwege, revolvertragende Schweinehunde knallten den Gegner von hinten über den Haufen und nicht ein einziges Mal kam die US-Kavallerie trompetend rechtzeitig irgendwo angeritten, um irgendjemanden vor irgendwem zu retten. Und Präriegrasbüschel rollten auch nirgendwo über die staubigen Pisten am Galgen vorbei, so dass man gleich wusste... Aha, jetzt wird die Luft gleich bleihaltig. Hollywood hat das allerdings ziemlich schmerzfrei wieder hingebogen. Vor allem das mit den schönen Pistolenduellen auf der Hauptstraße. Alles ganz fair. Auge in Auge. Wer zuerst zieht gewinnt. Und keine fiesen Tricks, so das Gentlemenagreement. War ja nicht so. Aber die hatten ja auch nichts damals. Nicht mal Ehre. Meistens auch keine Munition. Die war teuer. Die ganzen Kuhtreiber mit ihren Schießprügeln hätten sich bestimmt an ihrem letzten verbliebenen Zahn verschluckt, wenn Bob Munden ihnen mal kurz seinen Luftballontrick gezeigt hätte. John Wayne hätte seine Knarre weggeschmissen, wär' sofort rauf auf seinen Zossen, schnurstracks die frisch gefegte Hauptstraße entlang, noch kurz den zehn-Gallonen-Hut vor der Lehrerin im gebügelten Kleid gezogen, vorbei an der verdutzten Kavallerie ab nach Texas...

2 Kommentare:

karin hat gesagt…

wenn du mal über einen western mit einem schildkröten-tätowierten indianer stößt, bitte bitte gib bescheid!! ich weiß nicht mehr wie er heißt und suche seit jahrzehnten erfolglos danach. weißt du wie mühsam es ist, sich jeden western in jedem nachtprogramm anzusehen??
ach und nochwas:
du musst ma deine linkliste aktualisieren: ma passerelle has moved to mapasserelle.weebly.com
;)

Kai hat gesagt…

na da halt ich mal die Augen offen... schildkröten-Tattoo... is ja albern!