Mittwoch, 25. März 2009

Dienstag, 24. März 2009

Stoff für Serienjunkies

Alle Serienfans, die die Seite noch nicht kennen, sollten sich mal www.serienjunkies.org ansehen. Dort gibt's so ziemlich jede Serie kostenlos zum downloaden. Neben allen "Tatort"-Folgen und "Magnum PI" findet sich hier auch so Schnickschnack wie "Dangermouse", "Drei Damen vom Grill" und die kultige Batman-Serie aus den 70ern.

Einmal Pommes rot-weiß

Wirklich oft geguckt habe ich diese 140-Folgen-endlos-Serie um die drei Färber-Damen mit ihrer Imbißbude in Berlin eigentlich nie, aber der Vorspann sucht vermutlich immer noch seinesgleichen. Den fanden sogar die Hauptdarstellerinnen (Brigitte Mira, Brigitte Grothum, Gabriele Schramm) so knorke, dass sie dem Wurstbuden-Epos 15 Jahre lang die Treue hielten.


Freitag, 13. März 2009

Glück auf, der Steiger kommt... der Treppen-Steiger

Junge, Junge, so Zwangshandlungen sind echt kein Spaß. Ich mein', ich kenn das ja auch: Wenn ich in eine Buchhandlung gehe muss ich mir mindestens zwei Bücher kaufen, meistens sind es aber mehr. Und das, obwohl ich noch dreißig ungelesen zu Hause liegen hab' (vom letzten Hugendubel-Besuch!). Deswegen mach ich meistens einen großen Bogen um diese Geschäfte. Am "Harras", der Station, wo ich derzeit immer in die U-Bahn einsteige, hat's allerdings einen ganz schlimm erwischt! Der muss ständig die Treppe rauf rennen, mit der Rolltreppe wieder runter, zu Fuß wieder hoch, Rolltreppe, und so weiter und so weiter. Wie lange weiß ich nicht, wenn ich abends zurück komme ist er zwar immer weg, aber ich glaube er macht das lange... es sieht zumindest sehr gekonnt und routiniert aus. Jetzt kann man sich so einen Zwang ja nicht aussuchen. Wär' ja sonst kein Zwang mehr! Aber wie perfide hat das Mutter Natur denn bitteschön eingerichtet? Kann der arme Kerl nicht nach oben FAHREN und nach unten LAUFEN... müssen? Oder wenigstens abwechselnd, Treppe runter is' auf Dauer für die Kniee auch nix. Dem zwanghaften Treppensteiger hätte ja auch der Zwang verpasst werden können, im Fahrstuhl immer auf sämtliche Knöpfe drücken zu müssen und mindestens vier Mal rauf und runter zu fahren, bevor er aussteigt. Gut, kriegt er spätestens beim dritten Mal runterfahren von den Mit-Elevatoren eins übergezogen - aber vielleicht hilft das ja. Bin ich Therapeut?

Donnerstag, 5. März 2009

Frei:geschossen

Nach dem kurzen Ausflug in den Münchener Untergrund nochmals zurück ins Krankenhaus. Ich halte das jetzt so wie Vikas Swarup in „Rupien, Rupien“, der schreibt da auch nicht chronologisch sondern kreuz und quer in der Lebensgeschichte seines Helden rum – ist aber auch gut. Weniger gut war die zweite Woche meines Krankenhausaufenthaltes – vor allem deswegen, weil ich von der HNO-Abteilung in die Innere Medizin verlegt wurde und dort war der Altersdurchschnitt der Patienten, wie schon mal erwähnt, mindestens dreistellig mittlerweile glaube ich ja, er war deutlich höher. Zwischen Urinflaschen, Sprachcomputern und Rollstühlen ist es gar nicht mal so einfach wieder einigermaßen fit zu werden. Einfacher wird die Sache aber auch nicht unbedingt dadurch, dass die demenzkranken Patienten auf dem Gang die Schwestern rund machen oder lauthals verkünden: "Joi, joi, joi... mäch träfft der Schlag!"

Etwas Ähnliches ging mir auch durch den Kopf, kurz nachdem ich in dieses Siechenzimmer verlegt wurde. An oberster Stelle des Krankenhauses hatte man scheinbar keine Kosten und Mühen gescheut, mich mit den beiden interessantesten Fällen in eine Zelle... in ein Zimmer zu legen. Meine beiden Zimmergenossen erfüllten wirklich alle Klischees: Da der weg zur Toilette sagenhafte drei Meter achtzig betrug musste die Pulle herhalten... mehrmals. (Übrigens, die Dinger sind gar nicht so teuer! Wer alleine lebt, offene WG-Mitbewohner oder eine tolerante Freundin hat... mit Halterung ab 15 Euro zu haben. - ich kann die jedenfalls nicht mehr sehen!) Ekelhaft, genau! Außerdem ging der technische Firlefanz des Flaschenpinklers mindestens zweimal in der Nacht (nach zwei!!) losjaulte, weil einer der unzähligen Katheder abgeklemmt waren. Der zweite Kandidat erinnerte ungemein an den Wissenschaftler Stephen Hawking. Inklusive Riesenbrille und Sprachcomputer. Klingt jetzt alles sehr zynisch, aber wenn man eine Woche beinahe rund um die Uhr auf so einem Siechen-Zimmer liegt bleibt einem nur noch der Zynismus. Von meinem Fenster hatte ich einen sehr guten Blick auf das Freiburger Gefängnis... Ich hab mich mehrmals bei dem Gedanken ertappt, lieber im Knast sitzen zu wollen als in diesem Zimmer zu liegen. Irgendwann kann man nämlich nur noch liegen - so deprimiert ist man da!


Neben zahlreichen Besuchern (die meisten gingen ziemlich deprimiert) hatte ich allerdings einige Retter: Eckart von Hirschhausen mit "Die Leber wächst mit ihren Aufgaben", Christoph Biermann (ein toller Name!) mit "Als ich einmal vergas Schalke zu hassen", außerdem 11Freunde. Aber allen voran haben mich Lucky Luke und Mehmet Scholl gerettet. Haben mich beide sozusagen raus geschossen - Luke ohne einmal nachzuladen versteht sich (da bekommt selbst Chuck Norris große Augen!). Und Scholli hat einfach aus seinem Leben erzählt. Danke Luke! Danke Scholli!

Münchener Verhörmethoden

München, U-Bahn, so gegen halb neun hab ich mich heute vertan, besser gesagt ich habe mich verhört... aber mal so richtig. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass der U-Bahn-Pilot die Haltestelle "Himmlerstraße" ausgerufen hatte. Skandal! Das stößt auf Ablehnung - in Zeit und Raum gleichermaßen. Ich höre es deutlich, dieses Krakelen: "Wos? Där Himmler hot eine eigäne Holteställe? Wär hot denn do domols eihentlich gepotscht?" Seltsam, solche Gedanken an einem Donnerstag um halb neun in der U-Bahn zu haben. Als dann der U-Bahn-Pilot aber jovial und doch leicht gestresst meinte "Geh, Leut, ich weiß ja, ihr wollt' alle zur Arbeit, aber wir haben da heut morgen a Riesenstörung!" war ich schon beinahe wieder beruhigt. Riesenstörung... ja, da kann man sich schon mal eben vertun, oder verhören. Die Haltestelle hieß übrigens gar nicht "Himmlerstraße", sondern "Implerstraße"...

Montag, 2. März 2009

Wenn nur noch Pils gegen Pilz hilft

Erst jetzt, fast eine Woche nach meiner Entlassung aus dem Knast... äh aus dem Krankenhaus finde ich die Kraft, mich den angesammelten Traumata zu stellen. Dachte schon, ich brauch einen Therapeuten... wenn die nicht immer so teuer wären und obendrein nicht so viel Mist erzählen würden. Also muss es eben so gehen.

Rückblickend betrachtet war dieses erste Zimmer, in das sie mich verfrachtet haben, gar nicht mal so schlecht. Gut, ich lag nur rum und war vollkommen damit beschäftigt, meinen Frühstückskaffee nicht wieder auszuhusten und meine Pilzinfektion zu ignorieren (was nur bedingt möglich war), aber die Zimmergenossen waren lustige Vögel. Das muss das "Nasenscheidewand-Zimmer" gewesen sein. Alle die da lagen haben sich freiwillig die Nase brechen lassen. Verrückte. Wenn mich jemand fragt, was das so für Leute sind, die sich freiwillig die Nase brechen lassen, sag ich jetzt immer: "das sind die Leute, die jeden, aber auch wirklich jeden Satz mit einem dümmlichen "hehehe" beenden". Die haben's auch nicht anders verdient, dass ihnen die Nase gebrochen wird. Und was haben die gelitten... oje, oje... als hätten der Chirurg ihnen den Zinken mit Nitroglyzerin weggesprengt (zugegeben, auf den ersten Blick war das gar nicht mal so abwegig).


Mit so einem Pilz im Auge liest es sich ebenso schwer wie es sich fern sieht. Dementsprechend zäh gestaltete sich dann auch die Tages- und Abendgestaltung. Wäre da nicht der Husten gewesen, hätte ich den Pilz sicherlich mit Pils bekämpft. Schrecklich übrigens, dass das einzige, das ich einigermaßen lesen konnte ausgerechnet Kicker und SportBild waren - manmanman, so eine Riesenscheiße. Bisher hielt ich immer die FreizeitRevue für belanglos, aber was einem in diesen unsäglichen Sportpostillen aufgetischt wird, schlägt jede "Hansi-Hinterseers-treuester-Fan-von-Giraffe-totgeleckt"-Story aus dem Boulevard-Rätsel-Heft-Segment. Echt zum Abgewöhnen. Wie der Doppelpass im DSF, nur gedruckt!

Wenn man ich solchen Nasen-Zertrümmer-Zimmern liegt und mit Medikamenten zugeschüttet wird hat man seltsamerweise sehr bizarre Träume. Ich wurde zum Beispiel zwei Nächte hintereinander vom militärischen Widerstand (Canaris höchstselbst hatte mich an einem ungemütlichen Samstagnachmittag in sein Büro beordert!) als Doppelagent in eine Nazi-Ordensburg (glaub' es war die in Sonthofen, es lag Schnee) eingeschleust - kein Wunder das ich mitten in der Nacht schweißgebadet aufgeschreckt bin. An die anderen Nächte habe ich zum Glück keine Erinnerung... der Rest war Husten!