Sonntag, 14. August 2011

No Climbing, Alter!

 Spaßbremsen!


 Geheimnisse der chinesischen Küche, 
Folge 238, heute: Dim Sum


Heijajeijajei...


Wer macht denn sowas?




Mittwoch, 3. August 2011

Indiana Jones und der Letzte Regionalzug

Im Grunde genommen bin ich kein großer Freund des Karneval. Nie gewesen. Ich bin einer dieser Typen, die auch in den Hochburgen nicht von Fasnet spricht, sondern von Fasching. Wie gesagt, bin ich nicht so der Freund von. Firlefanz. Theater hab ich das ganze Jahr über. Und verkleiden kann man sich auch für ne Mottoparty. Trotz dieser Abneigung lass ich mich eigentlich jedes Jahr wieder breitschlagen, bei diesem Rote-Nasen-Quatsch mitzumachen. Dieses Jahr war es nicht in Köln sondern in Offenburg. Hexenball. Muss man unbedingt hin. Hmhm... Also Hut auf, Lederjacke an, Peitsche aufgerollt, Revolver geölt und los...


Prelude

 Süddeutschland, 2011:

Die Arena ein infernalisches Sodom und Gomorrha: Krankenschwestern kreischen, Cowboys bringen Trinkopfer dar, Hunde schäkern mit Katzen und Rumpelstielschen steigt Darth Vader hinterher. Plötzlich durchzieht Kunstnebel in gespenstischen Fetzen die Halle. GONG. Eine Glocke, mindestens so groß wie der Eiffelturm, erstickt den Wahnsinn mit dröhnenden Schlägen. GONG. Nur ehrfürchtiges Wispern. GONG. Unheimlich dröhnt die Stille zwischen den Schlägen in den Ohren. GONG. Ich ziehe den Hut tiefer in die Stirn und unbewusst den Colt. GONG. Dann beginnt das Ritual. Auf der Bühne schält sich die schemenhafte Gestalt des Hohepriesters aus dem Nebel. Da steht er. Der gehörnte König. Bereit ein Ritual durchzuführen, das seit dem Mittelalter kein Mensch mehr mitangesehen hat. Ein letzter GONG erschreckt die erstarrte Menge. Wie ein verschüchtertes Wesen zuckt sie schreckhaft zusammen.
Feixend blickt der Meister auf der Bühne durch den wabenden Nebel auf sein Volk, ich meine den Irrsinn in seinen Augen blitzen zu sehen. Dann donnert er in die Stille:
"Bringt die Hexe!"
Ritter rasseln mit ihren Rüstungen, Zauberer schleudern johlend ihre Hüte durch die Luft, Höhlenmenschen gaffen und Prinzessinnen kichern gemeinsam mit Kühen. Als schließlich rumpelnd und quietschend ein Käfig hereingerollt wird, brodelt die Menge. Jetzt. Der Moment ist günstig. Ich beschließe, dass dieses Spektakel bereits mehr als genug Zeugen hat und schlage mich zum Ausgang durch. Zwar kollert keine behauene Felskugel hinter mir her, dem einen oder anderen besoffenen Kawensmann muss ich trotzdem ausweichen bis ich an der frischen Luft bin.

(wird fortgesetzt)

Freitag, 15. Juli 2011

Delayed

Eigentlich wollte ich heute einen neuen Post online stellen. 
Aber wie das immer so ist:


Freitag, 1. Juli 2011

Shopping!

Ab fünf Artikeln gibt es großzügigen Rabatt.


Aus der Bedienungsanleitung: Bei Benutzung ist das
Tragen von Atemschutzausrüstung notwendig. 
Batterien nicht enthalten.


Echt beschissen günstig!


Na dann.







Donnerstag, 30. Juni 2011

Quick, the bicycles!

 

Hab's leider nur auf deutsch, aber ich schmeiß 
mich trotzdem jedes Mal wieder weg.
 Aus: Top Secret, 1984

Freitag, 24. Juni 2011

Weisch, der Micky halt

Manchmal passieren mir Dinge, die können eigentlich gar nicht wahr sein. "Manchmal" trifft es nicht ganz. Sowas passiert mir andauern. In den meisten Fällen beruhige ich mich mit einem "das gibt's nur im Film", vorgetragen wie ein Mantra. Hilft nie etwas. Im Gegenteil. Passiert trotzdem. 

Letztens auch wieder. Im Grunde ist ja nichts unspektakulärer als mein Heimweg. Denkste! Außerdem regnet es in Strömen. Ich bin bereits nach den ersten hundert Metern halb durchnässt und über die andere Hälfte mache ich mir auch keine Illusionen mehr. Die Nebenstraße hat mehr schmutzige Pfützen als Laternen. Was eigentlich eine Abkürzung werden sollte entpuppt sich ganz schnell als Auftakt zu einer obskure Begegnung. Kaum in die Straße eingebogen erkenne ich etwa zwanzig Meter vor mir einen Schemen am Boden.

Zögernd gehe ich weiter. Könnte ja eine Falle sein. "Das gibt's nur im Film". Von wegen. Da liegt tatsächlich einer. Mitten auf der Straße. Gegenüber eine Spelunke mit trüben Fenstern, in der der Mob lautstark Hoch die Tassen spielt. Weiter auf Ziel zu. Noch zehn Meter trennen mich von der dunklen Gestalt am Boden. Hektisch blicke ich mich um. Kein Mensch weit und breit. Vergeblich suche ich nach einem Stock, mit dem ich... ja, was eigentlich? Egal ich suche trotzdem. Nur um etwas zu tun. Noch fünf Meter. Jetzt wird es langsam heikel. In Ermangelung eines Stocks klaube ich fahrig kleine Kieselsteine vom Boden auf. Genau in dem Moment, als ich verkrampft aushole, um mit einem Steinwurf zu testen, ob mit dem Zusammengerollten in der Pfütze alles in Ordnung ist, materialisiert unmittelbar daneben ein Schatten mit einem Fahrrad. Mit einem spitzen "Ahhh" erschrecke ich zu Tode. Kleine Kieselsteine spritzen in alle Richtungen.

"Was hasch denn? Ih bin's nur!" Die geisterhafte Stimme trieft vor Alkohol. Sofort bin ich beruhigt, er ist's nur. Ja dann! Moment. Beruhigung kippt sofort in Panik um. Ja, wer denn eigentlich. Auf meiner Stirn vermischt sich Schweiß mit Regen. Eine Atempause bleibt mir nicht.
"Kansch mir mal helfe, mein' Kumbel heimzum-trage?"
Ähhh... klar kann ich, will ich aber nicht. In meiner momentanen Schockstarre bekommen Groß- und Kleinhirn das allerdings noch nicht einmal im Verbund anständig formuliert. Ein hilfloses "Hmmnnjo... wo wohnt der denn", mehr ist nicht drin.

"Ah glei da drübe!" Hört sich zumindest nah an. Während dessen stellt das betrunkene Gespenst, obwohl er sich nicht vorstellt weiß ich seltsamerweise, dass er Jürgen heißt, sein Fahrrad ab. Mitten auf der Straße. Hält Jürgen in diesem Augenblick für eine ausgezeichnete Idee. Ich widerspreche nicht. Dann heben wir den "Kumbel" auf. Meine Fresse. So schwer kann kein Mensch sein. Zu zweit stemmen wir den nassen Sack auf dessen Beine. Die sind aus Gummi. Den aufrecht zu halten wird scheißanstrengend. Hoffentlich ist "da drübe" wirklich nicht so weit weg. Zeitgleich mit diesen Gedankenspielen bemerke ich, dass der bewusstlos Betrunkene nicht nur vom Regen nass ist. Die Kontrolle über Darm und Blase scheint ebenfalls dahin. Alcohol is a bitch!

"Komm' Micky, mir bringet di heim", redet Jürgen auf den Bewusstlosen ein. Wie zur Antwort sabbert Micky ein Speichelfaden auf den nassen Asphalt. Beinahe erwarte ich, dass der dort Blasen schlägt, so eine Fahne hat Micky. 
"Der Micky hat a bissle zu viel gedrunge", erklärt der Jürgen wissend. Alkoholvergiftung? Krankenhaus? Vielleicht? 
"Noi, noi, des geht schon, des war schon schlimmer!" Ich bin wahrhaftig erschüttert, merke es allerdings nicht, weil der Micky verflucht schwer ist. Dann ein Lebenszeichen: "heemmpff... etrunken... illheimm!" Aha, dachte ich mir schon. Kurz vor dem zweiten Krampf im Arm erreichen wir "da drübe". Fünfzig Meter sind unter diesem Umständen ein Scheiß-Marathon.

Wir stehen vor der  Glastür einem Mietshaus. Der Jürgen will mal "kurz klingle", da ich den Micky nicht alleine halten kann lehnen wir ihn vorsichtig mit der Stirn gegen das große Fenster neben den Briefkästen. Ich stemme mich dagegen, um ihn irgendwie gerade zu halten. Was mache ich hier eigentlich? Der Jürgen hat die richtige Klingel gefunden und drückt den Knopf tief und lang in die Kunststoffabdeckung.
Ein ohrenbetäubendes Rumpeln gefolgt von einem lauten Knall und wirrem Rauschen tönt aus der Gegensprechanlage. Hörer runtergefallen.

"Jo, wer isch'n da?" Die weibliche Stimme, eben gerade noch als solche zu erkennen, klingt nach mehreren Gläsern Hochprozentigem.
"Der Micky isch hier. Micky. Weisch, der Micky. Wir bringet den Micky heim. Den Micky. Der hat a bissle was gedrunge", erklärt der Jürgen eloquent. Gespannt warten wir auf eine Antwort. Währenddessen bemerke ich, dass der Micky immer schwerer wird und mit seinem etwas tranigen Pony langsam an der Scheibe entlangrutscht. Ganz leise ist ein schmieriges Quietschen zu hören. Dann kommt die Antwort. Der Orkan einer Antwort.

"Der b'soffene Bock soll zuschaun woer bleibt, ih lassden ned hier rein", keift es aus der Gegensprechanlage. "Jed's Mol desselbe. Ih mach desnimmermid." Das alkoholselige Lallen gibt der vernichtenden Tirade eine seltsam herzensgute Melodie. WHAMM! Hörer aufgeknallt. Während Micky langsam weiter unaufhaltsam am Glas entlangrutscht und ich mich intensiver denn je mit der Frage beschäftige, was ich hier gerade mache, starrt mich der Jürgen fassungslos an.
"Was isch'n des für a Frau?" Noch während die Frage unbeantwortet vor sich hin wabert rauscht es wieder in der Gegensprechanlage. Der Jürgen lächelt erleichtert wird aber jäh enttäuscht.
"Und um sei Kind kümmertersich auch ned!" WHAMM! Das war's. Ende der Durchsage.

"Was isch'n des für a Frau?" Ich antworte nicht sondern schiebe den Micky leise quietschend wieder ein Stück an der Scheibe zurück. "A Frau muss ihr'n Ma doch understütze? Was isch des für a Frau?" Ja mei, die sind halt beide rotze besoffen... meine vorsichtig formulierte Kritik lässt der Jürgen nicht gelten. "Die muss doch ihr'n Ma understütze!"
Himmel, was mach ich hier eigentlich. Das gibt's doch alles gar nicht. Noch während ich überlege, wie ich irgendwie vernünftig aus der Sache rauskomme, wandelt sich der Jürgen vom sternhagelvollen Geisterradler zum weißen Ritter:
"Naja, kansch uns ja au ned mehr helfe. Aber Dange fürs trage helfe, macht au ned a jeder!"
Irgendwann komme ich völlig durchnässt zu Hause an.

Nachtrag: Den Micky hab ich übrigens wieder mal gesehen. Voll wie eine Haubitze und pöbelnd. Die Frisur sah immer noch sehr rutschig aus. "Nochmal schlepp ich dich nicht nach 'da drübe'", hab ich da gedacht.
 

Mittwoch, 22. Juni 2011

Mind your Slip!


Lieber woanders lang gehen.


  
Wahr sie sind die Gerüchte: Yoda aus China stammt.




Da bin ich mir sicher.







 
 

Dienstag, 21. Juni 2011

Return of a Madman

Sabbatjahre sind etwas Großartiges. Da ist in erster Linie die Tatsache, dass man nicht arbeiten muss. Gut, viele Menschen brauchen dafür eigentlich kein Sabbatjahr. Also präziser: man muss nicht jeden Tag dorthin gehen, wo man so tut als schuffte man sich zielsicher in Richtung Burnout oder Bandscheibenvorfall. Wo war ich? Sabbatjahr. Richtig. Man kann im Grunde tun und lassen was man will. Angeln. Um die Welt reisen. Seine bisher verborgenen Superkräfte entdecken. Die Schweiz einnehmen. Weltbestseller schreiben, die dann als Weltpremiere auf SAT1 laufen. So oft Minigolf spielen, bis man jede Bahn mit einem Schlag schafft. Endlich mal das eine Buch da lesen, das von dem... hier, der eine da halt, weiß' schon. Den Rasen unter der Woche mähen. Oder ganz schnöde Königsgräber ausräumen und durch einen Zufall Atlantis entdecken. Noch was? Vielleicht nochmal alle Star-Trek-Filme am Stück gucken... auf Klingonisch. Sabbatjahr. Toll! Selbst das Wort an sich klingt spitze. S-a-b-b-a-t-j-a-h-r. So exotisch. Naja egal, bei mir war nix mit Sabbatjahr. Für sowas hatte ich gar keine Zeit. 
Bewusstlose Säufer kilometerweit nach Hause schleppen. In fernöstlichen Klostern die geheime Kunst des Yinshen erlernen. Versuchen, einem skrupellosen Megakonzern mit abgebissenem Obstlogo die Hammelbeine langzuziehen. Mit Schlapphut, Lederjacke und Peitsche mitten in der Nacht rotzige Blagen nach Hause jagen. Und jeden zweiten Tag durch Kollmarsreute und Teningen-Mundigen gondeln. So sah mein Alltag aus. Dreckig bis zum Geht nicht mehr. Von wegen Sabbatjahr. Ha! Ein Jahr weit hinter den Grenzen eines Reiches voller Grauen und Wahnsinn war das. Mehr davon bald. Viel Spaß auch.