Sabbatjahre sind etwas Großartiges. Da ist in erster Linie die Tatsache, dass man nicht arbeiten muss. Gut, viele Menschen brauchen dafür eigentlich kein Sabbatjahr. Also präziser: man muss nicht jeden Tag dorthin gehen, wo man so tut als schuffte man sich zielsicher in Richtung Burnout oder Bandscheibenvorfall. Wo war ich? Sabbatjahr. Richtig. Man kann im Grunde tun und lassen was man will. Angeln. Um die Welt reisen. Seine bisher verborgenen Superkräfte entdecken. Die Schweiz einnehmen. Weltbestseller schreiben, die dann als Weltpremiere auf SAT1 laufen. So oft Minigolf spielen, bis man jede Bahn mit einem Schlag schafft. Endlich mal das eine Buch da lesen, das von dem... hier, der eine da halt, weiß' schon. Den Rasen unter der Woche mähen. Oder ganz schnöde Königsgräber ausräumen und durch einen Zufall Atlantis entdecken. Noch was? Vielleicht nochmal alle Star-Trek-Filme am Stück gucken... auf Klingonisch. Sabbatjahr. Toll! Selbst das Wort an sich klingt spitze. S-a-b-b-a-t-j-a-h-r. So exotisch. Naja egal, bei mir war nix mit Sabbatjahr. Für sowas hatte ich gar keine Zeit.
Bewusstlose Säufer kilometerweit nach Hause schleppen. In fernöstlichen Klostern die geheime Kunst des Yinshen erlernen. Versuchen, einem skrupellosen Megakonzern mit abgebissenem Obstlogo die Hammelbeine langzuziehen. Mit Schlapphut, Lederjacke und Peitsche mitten in der Nacht rotzige Blagen nach Hause jagen. Und jeden zweiten Tag durch Kollmarsreute und Teningen-Mundigen gondeln. So sah mein Alltag aus. Dreckig bis zum Geht nicht mehr. Von wegen Sabbatjahr. Ha! Ein Jahr weit hinter den Grenzen eines Reiches voller Grauen und Wahnsinn war das. Mehr davon bald. Viel Spaß auch.
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